Abschlussbericht

Montag
27
Mai

Auf Wiedersehen Bielefeld

Die erste Online-Diskussion zum Stadtbahnausbau in Bielefeld ist beendet. Aber das nächste Beteiligungsmodul zur ZUKUNFT MOBIELEFELD steht bereits vor der Tür: am 2. Juni beginnt mit einer Talkrunde am Sennestadt-Aktionstag die erste Werkstattwoche: Bis zum 5. Juni können Sie sich in verschiedenen Formaten über die Details der Planungen informieren und vor Allem zusammen mit den Planern wieder tief in die Optimierung und Variantendiskussion einsteigen. Seien Sie dabei und beteiligen Sie sich zahlreich! Das gesamte Programm können Sie hier herunterladen.

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Auf der Webseite www.zukunftmobielefeld.de werden wir Sie auch weiterhin auf dem neuesten Stand über die gewonnenen Erkenntnisse und weitere Beteiligungsmöglichkeiten halten. Dort finden Sie in wenigen Wochen auch den Abschlussbericht zu dieser ersten Online-Diskussion.

Wir bedanken uns für die zahlreichen sachkundigen Beiträge, für das engagierte Eintreten für die eigene Meinung, für die direkte und persönliche Bezugnahme aufeinander und den insgesamt freundlichen und konstruktiven Tonfall in dieser Online-Diskussion. Sie alle haben zu einem beachtlich intensiven Austausch beigetragen und die Abwägungen rund um den Stadtbahnausbau mit Ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Detailkenntnissen sehr bereichert.

Freitag
24
Mai

Aktuell in der Diskussion: zehnter bis zwölfter Tag

In der Online-Diskussion konsolidieren sich die Positionen und der Meinungsaustausch vertieft sich. Dabei sind wieder der Systementscheid und die daran anschließenden Aspekte der Bahnsteiggestaltung und Fahrzeugwahl das bestimmende Thema. Die Streckenverlängerung nach Hillegossen wurde nun auch in einigen Beiträgen besprochen. Und weiterhin kommen immer wieder neue Ansätze zur Optimierung des Gesamtnetzes in die Diskussion. Hier die wesentlichen Punkte:

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Zur Verlängerung nach Hillegossen wurden in den letzten drei Tagen einige Beiträge verfasst. Einerseits wurde die Führung der Bahn durch den Grünzug kommentiert: wenn dies unumgänglich sei, dann solle die Trasse möglichst viel Erholungsraum lassen, das bestehende Wegenetz möglichst wenig durchbrechen und sich insgesamt gut einfügen. Norbert Jamitzky vom Amt für Verkehr ging andererseits auf den mehrfach geäußerten Wunsch ein, die Linie 3 gleich bis zur Autobahn zu verlängern: dies sei sehr wohl vorgesehen, aber nicht für die erste Baustufe. Die müsse an der Wappenstraße enden, da das derzeitige Bauförderungsgesetz die Strecke danach nicht erfasse - eine Änderung der Kriterien sei ab 2020 jedoch gut möglich und dann könne die Fortführung konkret werden.

Die Diskussion um die Entscheidung zwischen Hoch- bzw. Niederflurtechnik auf den neuen Linien flammte erneut auf und wurde intensiv und detailreich geführt. Zum Einen gaben die Gestaltung und städtebauliche Integration der Bahnsteige Anlass für Disput. Einerseits wurde die benötigte Länge debattiert: braucht man wirklich die volle Länge und zwei Rampen, wodurch man auf ganze 100m für einen Hochbahnsteig kommt oder reicht auch eine Rampe plus eine Treppe oder ein sogar weiter verkürzte Variante? Oder läuft man Gefahr, durch solche Kompromisse von Beginn an auf fehleranfällige Improvisationslösungen zu bauen, was sich in Zukunft rächen wird? Hier scheint die Niederflurtechnik Dank kürzerer Bahnsteige und geringerer Höhe klar im Vorteil zu sein. Andererseits kam das schlechtere Sicherheitsempfinden einiger Diskussionsteilnehmer auf Niederflurbahnsteigen zur Sprache und es wurde über mögliche Nachteile wie stärkere Vibrationen, enge Sitze, Quietschgeräusche usw. berichtet, diese Einschätzung aber auch nicht einhellig geteilt. Von hier aus kam eine mit viel Detailkenntnis geführte Diskussion über mögliche Fahrzeugtypen auf. Als Argument pro Hochflur kam zudem immer wieder das Ziel zur Sprache, ein einheitliches System zu schaffen, das eine möglichst große Flexibilität und Anpassungsfähigkeit innerhalb der verschiedenen Linien erlaubt.

Als neuer Aspekt wurde die Frage nach möglichen Gleisfüllungen und ihren Eigenschaften aufgebracht. Hartwig Meier von moBiel stellte darauf die verschiedenen Typen in einer Kurzübersicht vor und erläuterte, wo welche Füllung möglicherweise sinnvoll eingesetzt werden könne. Der beliebte Typus Rasengleis rangiert demnach überall dort ganz oben, wo die Bahn einen eigenen Bahnkörper hat und sich die Trasse nicht mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen muss, ganz besonders in Siedlungsbereichen.

Weiterhin kreist ein Diskussionsstrang um die grundsätzliche Frage, ob sich diese große Investition eigentlich lohne. Einige der Diskussionsteilnehmer sind der Meinung, dass dies - zumindest auf der Strecke nach Heepen - nicht der Fall sei und haben mit anderen die Bürgerinitiative "Pro-Bus-Heepen" gegründet. Weiterhin werden auch gegenteilige Stimmen laut, unter Anderem mit dem Argument, dass eine neue Linie Fahrgastzuwächse auf allen bestehenden Linien und aus allen Teilen der Stadt bringe und damit die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems erhöhe. Auch zur Frage, ob eine Stadtbahn den Wohnkomfort erhöhe oder verringere, gab es zwei gegensätzliche Positionen, die auf unterschiedliche Erfahrungen verweisen.
Außerdem hat sich die "Freie Scholle", also die Baugenossenschaft der Wohnhäuser am Langen Kampe zu Wort gemeldet und ihre Position zu den Trassenvarianten dargelegt. Darüber war in der vergangenen Woche mehrfach spekuliert worden, nun ist sie online nachzulesen.

Langsam gerät das Ende der Online-Diskussion in Sicht: bis Montag, 27.5. um 20 Uhr können Sie noch Ihre Meinung und Vorschläge einbringen und sich mit anderen online austauschen.

Donnerstag
23
Mai

Lesen für die Welt von Morgen

"Eine Stadtbahn ist ja schön und gut - aber wie sieht sie wirklich aus, die Mobilität von Morgen?" Wer im Denken schon mal den nächsten Schritt wagen will, dem sei der FUTURZWEI Zukunftsalmanach mit dem Schwerpunkt Mobilität empfohlen. Nachhaltigkeits-Experte Harald Welzer und der Leiter des Instituts für für Transportation Design der Kunsthochschule Braunschweig Stefan Rammler stellen darin Entwürfe vor, wie Mobilität künftig ganz anders als heute aussehen könnte: Cargo-Flöße und segelbetriebene Containerschiffe, Hochgeschwindigkeitszüge und digitale Lösungen - genug Treibstoff fürs Gehirn, um sich an eigene Utopien und machbare Lösungen zu wagen.
Weitere Informationen zum Buch auf den Seiten des Fischer Verlags: Der FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2013. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt

Mittwoch
22
Mai

Die Themen am achten und neunten Diskussionstag

Der Beginn der zweiten Diskussionswoche verlief am verlängerten Wochenende zahlenmäßig etwas ruhiger, inhaltlich wurden dafür an einigen Stellen recht große Geschütze aufgefahren. Es zeigt sich deutlich, dass das Thema Stadtbahn-Ausbau ganz wesentliche Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens berührt. Und darum wird in dieser Diskussion eben auch gestritten. Folgend die wichtigsten Themen:

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In Bezug auf die Trassenführung in der Hauptstraße in Brackwede (neue Linie nach Sennestadt) kamen Überlegungen ins Spiel, wie man die Bahnsteige in den recht engen Straßenraum integrieren könnte: Beispielsweise durch eine Sperrung der Straße für den motorisierten Individualverkehr und die Umwandlung in eine Fußgängerzone.

Manche Fragen und Spekulationen in Bezug auf einen neuen Betriebshof beantwortete Hartwig Meier von moBiel mit dem Hinweis auf eine längst überfällige Erweiterung und Modernisierung. Das heißt, der Betriebshof müsse selbst dann ergänzt werden, wenn gar kein Ausbau stattfände.

Immer wieder wurde nach der Finanzierung gefragt und der Sinn dieser großen Investition in Frage gestellt. Manche Diskussionsteilnehmer bezweifelten die Wirtschaftlichkeit des geplanten Ausbaus und stützten dies auf eine andere Bewertung des zu erwartenden Fahrgastzuwachses sowie der zu erwartenden Gesamtkosten. Dagegen hielten einige die Prognose einer insgesamt besseren Bilanz, wenn die Kosten für die Investition einmal getätigt seien. Deutlich wurde, dass es in diesem Punkt um die gesellschaftliche Bewertung des Ausbaus geht: ergibt der Ausbau insgesamt Sinn? Ist er die geeignete und gewünschte Antwort auf die Anforderungen der Mobilität der Zukunft? Nur dann sei eine so große Ausgabe gerechtfertigt, ob aus Bielefelder Stadtkasse oder aus bundesweiten Steuergeldern bezahlt.

Hauptsächlicher Diskussions- und Streitpunkt blieb die neue Linie nach Heepen. Nicht nur die Führung der Trasse, sondern die grundsätzliche Entscheidung dafür wurden kritisiert. Andererseits bekannten sich auch zahlreiche Diskussionsteilnehmer deutlich zu einem Ausbau der Stadtbahn in den Bielefelder Osten. Dafür wurden auch weiterhin konstruktive Vorschläge eingebracht, wie die optimierte Abstimmung mit dem Bahnverkehr, Überlegungen zur Führung der Buslinien oder als Alternative eine verbesserte Anbindung an die Linie 2.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass in Bezug auf die Linie nach Heepen noch einmal etwas weitgehender geprüft und abgewogen werden muss.

Für unsere verbleibenden Diskussionstage möchte ich jedoch festhalten: die Argumente gegen eine Streckenführung auf der Straße Auf dem Langen Kampe wurden mittlerweile vielfach und ausführlich vorgebracht. Auch gute Argumente dafür sind im Spiel. Diesen Diskussionsstrang können wir jetzt getrost verlassen und andere, noch unbeleuchtete Themen besprechen. Wie steht es beispielsweise um die Streckenführung nach Hillegossen? Hier haben wir bislang erst recht wenig gehört (verwenden Sie den Button "Nach Themenfeld filtern" um alle Beiträge dazu zu sehen).

Dienstag
21
Mai

Und was kostet das alles?

In dieser Diskussion wird die finanzielle Bilanz des Stadtbahn-Ausbaus heiß diskutiert. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (im Auftrag des Umweltbundesamtes) legt nahe, dass eine ökologische Verkehrswende sich sogar wirtschaftlich auszahlen kann. Die ZEIT hat darüber berichtet: Nachhaltige Mobilität hilft auch der Konjunktur.

Montag
20
Mai

Die Debatte am fünften, sechsten und siebten Tag

Zum Ende der ersten Woche der Online-Diskussion zeigt sich, dass manche Themen (die Straße am Langen Kampe) zu den Dauerbrennern der Diskussion gehören, andere sich in intensiven und detaillierten Auseinandersetzungen erst formen (Jahnplatz) und weiterhin durchdachte Gesamtentwürfe vorgebracht und Planungsgrundlagen kritisch beleuchtet werden.

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Die künftige Gestalt des Jahnplatz und die Frage nach der Wirkung einer oberirdischen Stadtbahn auf den Platz und die dortigen Verkehrsströme kam in den Fokus der Debatte. Es wurde teilweise heftig darüber gestritten, ob ein autofreier Jahnplatz überhaupt vorstellbar ist oder in den Bereich der Utopie gehört. Mit der Verlegung einer oberirdischen Bahntrasse wäre auf jeden Fall eine Neugestaltung des Platzes nötig. Da der Jahnplatz bislang als eher schmuddelig und hässlich wahrgenommen wird, wäre dies auch eine Chance für dieses Stück Innenstadt. Sicher ist, dass hier auch künftig ein Verkehrsknotenpunkt und nicht wie der Alte Markt eine reine Fußgängerzone sein wird: für Bahnen, Busse, Fußgänger müssen in jedem Fall gute Wegeführungen gefunden werden. Der Vergleich mit Umgestaltungen in Dortmund/ Kampstraße und in Augsburg/ Königsplatz wurde außerdem herangezogen um zu zeigen, wie ein autofreier Platz für die Innenstadt belebend und qualitätssteigernd wirken kann.

Die Diskussion um die Trassenführung der Heeper Linie von der Innenstadt bis zur Radrennbahn ging auch in den vergangenen Tagen weiter. Es wurde über die Positionen der Freien Scholle und der politischen Parteien spekuliert. Allerdings konnte die Annahme, dass alles im stillen Kämmerlein schon entscheiden sei, nicht bestätigt werden.
Es bleibt hier bei einer starken Tendenz zur Führung über die Heeper Straße, damit die Straße Am Langen Kampe bleiben kann wie sie ist. Dennoch wurde viel darüber nachgedacht, wie eine Trasse auf dem Langen Kampe zu führen sei (Mittel- oder Seitenlage) und welchen Einfluss das auf die Kirschbäume, Radwege und Parkplätze hätte.
Die Trassenvarianten innerhalb von Heepen wurden im Gegensatz zur Führung im Bereich Mitte bislang kaum besprochen - hier wäre es noch sehr wertvoll, die Meinung der Diskussionsteilnehmer kennen zu lernen.

Die Finanzierung des gesamten Vorhabens wurde diskutiert, beginnend mit der Frage, ob überhaupt das Geld da sei, um den Ausbau zu stemmen: Sollte die Stadt besser sparen? Oder stellt diese Entscheidung im Gegenteil eine Investition dar, die sich in Zukunft auch wirtschaftlich niederschlägt? Ganz wichtig ist, dass es für den Ausbau Fördermittel von Bund und Land gibt, die aber an bestimmte Kriterien gebunden sind, beispielsweise das Führen der Trasse auf einem eigenen Bahnkörper. Bei allen Planungen muss dieser Aspekt also immer abgewogen werden.
Außerdem wurde festgehalten: die Busse fahren auch nicht kostenlos. Auch hier werden Ausbau, Ersatz, Wartung und Personal nötig sein, was auf die lange Sicht sogar noch teurer werden könne.

Besprochen wurde auch die Notwendigkeit eines neues Betriebshofs und verschiedene Fragen und Optionen tauchten auf: Ist er nur Depot oder vollwertiger Betriebshof? Wie hoch sind die Kosten und wer trägt sie? Wo soll er liegen? Die Kapazitäten des jetzigen Betriebshofs sind auf jeden Fall ausgereizt und ein Neubau wird auch im bestehenden System unumgänglich sein. Viele Detailfragen zu diesem Punkt sind jedoch noch offen.

Weitere Diskussionsstränge betrafen die Busbedienung: Wird die Stadtbahn alle bisherigen Linien ersetzen? Nein, erläutert Hartwig Meier von moBiel, der Busverkehr wird neu geordnet sobald die Trassenführungen fest stehen. Es sei gewiss nicht das Ziel Fahrgäste zu verlieren, ganz im Gegenteil. Schließlich wurden weiterhin Gesamtvorschläge eingebracht, die genau darlegen, welche Stationen unbedingt berücksichtigt werden sollten und welche Linienführungen sinnvoll sind. Dabei sprachen sich mehrere Stimmen dafür aus, die Verkehrs-Hauptachsen per Schiene zu erschließen und Wohngebiete eher nicht zu zerschneiden.

Sonntag
19
Mai

Bielefelder Stimmen zum Stadtbahn-Ausbau

Noch vor dem Bürgerforum und dem Heginn der Online-Diskussion waren wir in Bielefeld unterwegs und haben Stimmen eingefangen zum Stadtbahn-Ausbau: Sind Sie von den Plänen betroffen? Was denken Sie über den Ausbau der Stadtbahn? Und würden Sie vom Auto auf die Stadtbahn umsteigen? Hören und sehen Sie selbst, was einige Bielefelder Bürgerinnen und Bürger dazu denken. 

Samstag
18
Mai

Zur autofreien Stadt

Ist ein Verkehrsknotenpunkt ohne Autos denkbar? Kann der Jahnplatz seine zentrale städtische Wirkung noch entfalten, wenn die Straßen entfallen - oder kann er es dann erst richtig? Der motorisierte Individualverkehr (oft zu "MIV" abgekürzt) ist ein aufgeladenes Thema und eine Zukunft ohne oder mit deutlich verringertem KFZ-Aufkommen scheint kaum vorstellbar. Rein technisch ist diese Frage nicht zu lösen, vielmehr sind hier kollektive Bewusstseinsprozesse in Gang, die entwickelt und begleitet werden wollen. Verkehrsplaner Johannes Klühspies beschreibt in einem Artikel zu den Zukunftsperspektiven urbaner Mobilität dass die "Freiheit vom Zwang zum Autofahren" erst erlernt und auch emotional begriffen werden muss. Werden wir uns in fünfzehn Jahren rückblickend darüber wundern, dass uns eine Welt ohne Autos so undenkbar schien?

Freitag
17
Mai

Aus dem dritten und vierten Diskussionstag

Der dynamische Diskussionsbeginn der ersten beiden Tage hat sich am dritten und vierten Diskussionstag fortgesetzt und sogar noch intensiviert. Mehrere Themenstränge wurden nebeneinander behandelt und vertieft. Beachten Sie: mit dem Button "Nach Themenfeld filtern" können Sie sich die Diskussion nach einzelnen Aspekten geordnet anzeigen lassen. Inhaltlich hat uns weiterhin der Systementscheid beschäftigt, auch die Anbindung der nördlichen Stadtteile Jöllenbeck und Theesen blieb im Gespräch. Ein besonders heiß diskutierter neuer Strang war die Führung der Trasse im Bereich Mitte nach Heepen. Und weitere Aspekte kamen auf - folgend ein Einblick:

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Die Linienführung der neuen Strecke nach Heepen im Bereich Mitte stand ganz oben auf der Diskussionsagenda: welche Variante ist die bessere? Über die Heeper Straße (Variante 1) oder die Straße Auf dem Langen Kampe (Variante5)?
Hier geht die Tendenz derzeit eindeutig in Richtung Heeper Straße. Zwar werden durchaus Vorteile der Führung über den Langen Kampe gesehen, vor Allem eine bessere Erschließung der nördlicher gelegenen Wohngebiete. Jedoch die städtebauliche Qualität des Langen Kampe, ganz vorne dran die 250 Japanischen Kirschbäume mit ihrer wunderschönen Frühlingsblüte werden als viel gewichtiger betrachtet. Die Straße Auf dem Langen Kampe, eine der schönsten Straßen der Stadt, müsse in der jetzigen Form erhalten werden, so der Tenor. Im Gegenzug könnten die Heeper Straße und die dort ansässigen Geschäfte von einer Stadtbahn sogar noch profitieren. Diese wird nämlich ganz im Gegensatz als recht vernachlässigt wahrgenommen. Zwischen diesen beiden Varianten gibt es noch einige ergänzende Vorschläge zur Trassenführung bzw. Anbindung von der Innenstadt her kommend.

Die Debatte über den Systementscheid zwischen Hoch-/ Niederflurtechnik ging währenddessen weiter. Ein wichtiges Thema dabei ist: wie lassen sich die Bahnsteige am Besten in das Stadtbild integrieren? Ein Hochbahnsteig ist mit Rampen 100m lang und 86cm cm hoch, ein Niederflurbahnsteig 65 m lang und 30cm hoch. Das macht städtebaulich einen großen Unterschied. Manche Kompromisslösungen wie die Öffnung nur der Mitteltüren oder der barrierefreie Zustieg nur in einem Teil des Bahnsteigs wurden vorgebracht. Ob man diese Kompromisse in ein neues System gleich von Beginn an einbauen möchte? Für beide Systeme bleibt jedenfalls die Herausforderung bestehen, dass die Bahnsteige sich außerhalb von Kurven befinden müssen. Das wird an manchen Stellen wie in Brackwede höchst knifflig.

Das grundsätzliche Ob einer Linie nach Sennestadt versus Jöllenbeck wurde noch eingehender diskutiert. Dabei kam die Potenzialanalyse unter die Lupe und wurde kritisch hinterfragt. Klar, von der Bewertung der einzelnen Parameter hängt das Ergebnis einer Studie ab. Aber die Meinungen zeigten auch dahin, dass die eine Linie nicht gegen die andere ausgespielt werden kann. Hartwig Meier von moBiel räumte ein, dass die Anbindung von Jöllenbeck zu wünschen übrig lässt, begründet auch durch die bisherige Organisation des dortigen ÖPNV. Auch die Politik habe das zur Kenntnis genommen und entschieden, dass die Trasse für eine mögliche später zu bauende Stadtbahn freigehalten werden solle.

Weiter wurden verschiedene detaillierte Vorschläge zur Gestaltung der Linienverknüpfungen im Innenstadtbereich, besonders am Jahnplatz vorgebracht. Von Stimmen, die einen autofreien Jahnplatz als utopisch erachten bis zu Verweisen auf entsprechende gelungene Projekte in Frankreich reicht das Spektrum. Der Jahnplatz bleibt ein Ort, an dem sich verkehrstechnische und städtebauliche Vorstellungen und damit letztlich auch die Visionen des urbanen Zusammenlebens auf besonderr Weise überkreuzen.

Das Thema Park+Ride kam in der Diskussion auf. Der Ausbau solcher Parkangebote an den außen gelegenen Haltestellen wurde eher befürwortet. Aber es gilt auch zu überlegen, wo solch ein Angebot sinnvoll, wo nötig ist. Dabei ist auch auf unerwünschte Nebeneffekte zu achten, wie sie von manchen Studien ermittelt wurden.

Für die Verlängerung nach Hillegossen kamen noch einige konkrete Vorschläge auf: die Führung der Trasse unter der Detmolder Straße hindurch und die Verlängerung der Linie bis zur Pyrmonter Straße, vielleicht sogar weiter bis Asemissen und Ubbedissen.

Und letztlich muss auch gesagt werden, dass immer wieder Diskussionsteilnehmer die Vorteile einer erweiterten Stadtbahn-Erschließung betonen: vom Zugewinn an Fahrgästen und damit der besseren Wirtschaftlichkeit über die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs und Reduktion von Abgasen und CO2 zur letztlich erhöhten Lebensqualität in der Stadt.

Donnerstag
16
Mai

Park+Ride auf dem Prüfstand

Park+Ride - also die Bereitstellung von Parkplätzen an Haltestellen des ÖPNV besonders an den weiter außen liegenden und Endhaltestellen - gehört zu jeder Debatte um städtische Verkehrskonzepte hinzu. Auch in dieser Online-Diskussion wurde bereits mehrfach das Parkplatzangebot an den neuen Linien angesprochen. Dabei ist das Prinzip "Autofahren, Parken, Bahnfahren" nicht unumstritten.

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Einerseits wird es als unverzichtbares Angebot für Pendler aus Regionen mit wenig entwickeltem ÖPNV gehandelt. Andererseits wird befürchtet, dass Park+Ride kontraproduktiv wirken und den individuellen Autoverkehr sogar noch fördern kann.
Grund genug also, sich bei der Ausbauplanung in Bielefeld die Argumente pro und contra anzusehen und genau zu überlegen, wo ein Park+Ride-Angebot sinnvoll sein kann.
Im Jahr 2009 hat eine Studie des ADAC die Vielfalt des Park+Ride-Angebots in Deutschland aufzeigt und Vor- und Nachteile der bestehenden Systeme diskutiert. Die gestern schon genannte holländische Studie der Erasmus Universität Rotterdam aus diesem Frühjahr geht dagegen eher grundsätzlich an die Thematik heran und befragt die Wirksamkeit der Anlagen.

Mittwoch
15
Mai

Video und Blog zur Mobilität der Zukunft

Eine interessante Dokumentation (ca 30 Min) zu den auch in Bielefeld gerne genannten französischen Straßenbahnen gibt es online auf der Seite von dctp: Tram im Trend – Straßenbahnen in Frankreich auf dem Vormarsch.

Gefunden habe ich den Tip im ebenfalls sehr empfehlenswerten und preisgekrönten Blog Zukunft Mobilität: Martin Randelhoff, Student der Verkehrswissenschaften an der TU Dresden bloggt seit April 2010 über die „Mobilität von morgen“, sammelt Beispiele für neue Mobilitätsstrategien weltweit und kommentiert das politische Handeln rund um das Thema Verkehr. In dieser Schatzkiste finden sich natürlich auch das Thema Stadtbahn, zum Beispiel ein Videovortrag über die Rolle der Straßenbahn in der Stadt der Zukunft, und viele Beiträge zu angrenzenden Themen wie eine neuere Untersuchung zur Nutzung und Wirkung von Park+Ride-Anlagen.

Mittwoch
15
Mai

Aus der Debatte: die ersten zwei Tage

Die ersten beiden Diskussionstage haben ja schon sehr lebhaft begonnen. Es ging gleich mitten hinein ins Thema mit Beiträgen vor Allem zur Systementscheidung, zum Innenstadttunnel und zur Linienverlängerung nach Sennestadt. Folgend ein paar Einblicke in die Debatte.

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Die "Systementscheidung" stand ganz oben auf der Prioritätenliste. Also die Frage, ob Hoch- oder Niederflurbahnen auf den neuen Strecken eingesetzt werden sollen. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Linienführung und auch für die Integration der neuen Haltestellen ins Stadtbild. Dabei ist das Stimmungsbild keineswegs einheitlich: befürworten manche das Niederflursystem, weil es sich besser ins Stadtbild einfügt und der Bau günstiger sei, bemängeln andere den Fahrkomfort in Niederflurbahnen und befürchten, dass Hochbahnsteige abgerissen werden müssten. Besonders schwierig abzuwägen sind sicherlich die Konsequenzen des Systementscheids für die Führung der Linien in den dicht besiedelten Gebieten, beispielsweise in Brackwede. Hier ist der Straßenraum ohnehin eng, Autos, Parkplätze, Fußgänger und Radfahrer konkurrieren um Platz - wie sollen da noch neue, womöglich 100m lange Haltestellen integriert werden? Auch der Vergleich mit der Diskussion in Hannover wurde vorgeschlagen - womöglich kann man aus den dortigen Überlegungen auch für Bielefeld etwas lernen.

Die Linienverlängerung nach Sennestadt wurde ebenfalls viel diskutiert. Der skeptischen Meinung, ob diese Linie überhaupt Sinn ergebe, wurde zwar von zahlreichen Stimmen ein deutliches Ja entgegengesetzt. Aber auch hier wird deutlich, dass der Teufel im Detail steckt, und darauf gingen die Beiträge ein: so wurden Vorschläge gemacht für eine Optimierung der Haltestellen (welche können weggelassen werden, damit die Linie schneller wird?), für den ergänzenden Busbetrieb in Sennestadt (Rheinstraße, Bahnhof) und sogar für die künftige Unterbringung der Pizzeria an der Wendeschleife Senne. Auch die Option einer Anbindung auf den bestehenden Bahnschienen wurde aufgebracht und kritisch kommentiert.

Das dritte Hauptthema dieser ersten beiden Tage war der Innenstadttunnel. Wieso soll die künftige Strecke nach Heepen denn überhaupt oberirdisch geführt werden, wenn es doch den Tunnel gibt? Wieso reichen die Kapazitäten für die zusätzlichen Bahnen nicht aus? Von einigen Seiten wurde angezweifelt, dass dies wirklich zutreffe. Allerdings haben mehrere externe Gutachter die Tunnelkapazitäten untersucht und ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass er bereits jetzt an der Oberkante seiner Leistungsfähigkeit läuft. Hartwig Meier von moBiel hat die Überlegungen der Gutachter erläutert und erklärt, was es mit dem Tunnelproblem auf sich hat.

Einige weitere Themen wurden angesprochen, darunter die gewünschte Verlängerung der Linie 3 bis zum Endpunkt der Linie 4 am Campus (Ringschluss) und mehrfach auch die unbefriedigende Anbindung der Stadtteile Jöllenbeck und Theesen an das Gesamtnetz. Nun scheint die neue Linie nach Heepen stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken und so bin ich gespannt auf die Meinungen zu diesem Thema.

Sonntag
12
Mai

Linienverlängerung nach Sennestadt

Und jetzt noch in die Sennestadt: Herr Landwehr von moBiel zeigte uns die Trassenführung von Senne nach Sennestadt und erklärte, welche Varianten es hier abzuwägen gilt.
Bei dieser und vielen anderen Fragen sind jetzt Sie gefragt! Morgen geht die Online-Diskussion los. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit über den Ausbau der Stadtbahn.

Freitag
10
Mai

Streckenbegehung Hillegossen

Herr Jamitzky vom Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld hat uns die Trassenführung von Stieghorst nach Hillegossen gezeigt und erklärt, worauf es hier ankommt.

Dienstag
07
Mai

Streckenbegehung der Linie nach Heepen

Zusammen mit Markus Dreier von der moBiel Verkehrsplanung haben wir die neue Stadtbahn-Strecke nach Heepen angesehen und die verschiedenen Trassenvarianten kennen gelernt - wie bespielsweise die zwei Optionen im Stadtteil Mitte, die Herr Dreier hier vorstellt. 

Samstag
27
April

Bald gehts los...

Am 13. Mai beginnt die Diskussion über die Erweiterung des Bielefelder Stadtbahnnetzes. Seien Sie dabei, wenn es um Varianten, Optimierung und den finalen Trassenverlauf der drei neuen Strecken nach Heepen, Hillegossen und Sennestadt geht. Sie können sich jetzt schon registrieren - einfach auf den "Login"-Button klicken, Registrierungsdaten eingeben und fertig. Ich freue mich auf eine lebendige Diskussion!