Konversation zum Beitrag von Hans Günter Groß am 06.11.2012, 18:04 Uhr

 
Tag 11
Moderation
Susanne Eisenbarth
15.11.2012, 16:53 Uhr
Guten Tag Herr Fritz,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Wie wir nun schon aus einigen Beiträgen herauslesen können, ist der Erhalt der Weißkaue und des Zechensaals ein besonderes Anliegen. Wir nehmen dies Ernst und werden die Anregungen und Beiträge in den Planungsprozess einfließen lassen. Welcher Ansatz der beiden Varianten entspricht denn eher Ihren Vorstellungen? Quartier - oder InnovationsRaum Duhamel? Auch vor dem Hintergrund einer möglichen Nutzung der Weißkaue und des Zechensaals. Wie könnte eine sinnvolle Nutzung aussehen? Tagsüber Vorlesungssaal und am Abend Konzerte?
Fritz, Hans-Theo
15.11.2012, 16:42 Uhr
Mit Weisskaue und Zechensaal verfügt das Bergwerk über außergewöhnliche Räume. Nicht nur Ausstattung und bauliche Gegebenheiten beeindrucken. Die ausgezeichnete Akustik prädestiniert die Raume für musikalische und kulturelle Veranstaltungen, für Konzerte, Lesungen, Szenenspiel, Foren und, und ……. Auch ohne elektroakustische Verstärkung tragen Wort und Töne bis in die letzten Winkel dieser schalltechnisch exzellenten Anlage. Ich hoffe, dass diese Vorzüge bei den Nutzungsüberlegungen bedacht werden können und Künstler wie Besucher aus unserer Region davon profitieren
 
Tag 2
Moderation
Susanne Eisenbarth
06.11.2012, 18:24 Uhr
Lieber Herr Groß, lieber Herr Hiery,

ich danke Ihnen für Ihren umfassenden Beitrag. Wie Sie in den beiden ausgearbeiteten Varianten sehen können, wird das Thema "Weißkaue und Zechensaal" sehr offen gehalten. Keine der Varianten beinhaltet zur Zeit einen Abriss der Gebäude. Dennoch muss, bei einem Erhalt der Gebäude, auch eine sinnvolle Nachnutzung gesichert sein. Hier ist der Ansatz als Konzert- und Eventhalle (auch aufgrund der besonderen Klangqualität) sicherlich eine denkbare Lösung die im Auge behalten wird! Wie sehen das denn unsere anderen Diskutanten und Beobachter? Was bedeutet für Sie die Weißkaue und der Zechensaal?
Hans Günter Groß
06.11.2012, 18:04 Uhr
Betrifft Variante InnovationsRaum Duhamel
Thema Weißkaue

Hermann Josef Hiery hat mich gebeten, sein Statemant zum Erhalt von Zechensaal und Weißkaue, in unverwechselbarer und wundervollen Weise geschrieben, auf der Arena zu veröffentlichen. Soviel Zeit muss sein wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht. Da hier nur 6000 Zeichen erlaubt sind, ist der Beitrag aufgteilt.

hier Teil 4:

Zum Schluss meiner Überlegungen möchte ich auf einen Aspekt hinweisen, der meines Wissens bei der Diskussion um eine Neunutzung des Bergwerksgeländes DUHAMEL kaum zur Sprache kam:
Seit den 1950er Jahren wurde selten so viel über Heimat gesprochen wie derzeit. Man beschäftigt sich mit der Frage, ob es für das Selbstverständnis eines Individuums notwendig ist, sich in seiner Heimat zu verorten. Man hat begriffen, dass für die Pflege der kulturellen Identität Gemeinschaft von wesentlicher Bedeutung ist. Selbst die „heimatlichste“ Heimat, das Dorf in der Provinz, ist also mehr als nur ein Ort der Stabilität und der Selbstvergewisserung. Heimat hat einen Erlebniswert: Es ist ein historisch entstandener Lebensraum, in dem Individuen, Familien, Gruppen, Vereine, Verbände, Milieus zusammen handeln. Damit entstehen Interdependenzgeflechte. Die sich in diesem Zusammenhang ergebenden positiven Bezüge zum eigenen Lebensort können eine Gesellschaft offener und lebendiger machen: „Menschen in einer Region entwickeln ein regionales Bewusstsein, da die Region einen Erfahrungsraum darstellt, in dem Menschen zusammenwirken, sich mit ihrer Region, ihren unverwechselbaren historisch gewordenen Merkmalen identifizieren und sich in diesem Raum vertraut, also heimisch fühlen.“ (Johannes Schmitt)

„Das zivilgesellschaftliche Engagement, das wir an vielen Orten so bewundern, ist denn auch ohne eine grundierenden Heimatbezug nicht zu klären.
- Gerade der lokale Bezug zu einem bestimmten Kontext macht das Engagement authentisch und nachhaltig…
- Heimat braucht Orte, Institutionen, Kontexte. Kulturpolitik hat deshalb in Zeiten, in der viele Menschen das Gefühl haben, die Orientierung zu verlieren, eine besondere Aufgabe: Sie muss dafür sorgen, dass kulturelle Orte und Institutionen (dazu zähle ich heute das ehemalige Bergwerk Ensdorf - der Verf.), die für den Charakter eines Ortes und einer Gegend wichtig sind, nicht einfach so sang- und klanglos verschwinden.
- Sie sind weit mehr als Monumente der Vergangenheit, eine Erinnerung an goldene Zeiten. Sie sind vor allem Orte, an denen Öffentlichkeit entsteht, verbindlicher Austausch, wo Erfahrungen mit anderen geteilt werden und Kinder mit neuen und bisher ungekannten Welten in Kontakt kommen. Im Alltag mögen wir es oft vielleicht gar nicht merken; aber unsere Heimat - ob als Erinnerung oder als Hoffnung – gibt uns mehr Obdach, als wir manchmal ahnen.“ (Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages)

Alles in allem:
Die Zukunft ist offen; dies gilt insbesondere für die Zukunft des Bergwerkgeländes der ehemaligen Grube DUHAMEL.
Doch Zukunft ist gestaltbar…wie sie aussieht, liegt an uns!
Ganz im Sinne des bekannten brasilianischen Erzbischofs Don Helder Camara, der sagte:
„Wenn einer alleine träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit!“


Hermann Josef Hiery
Ensdorf