Tag 21
Günter Baasner
02.10.2012, 13:20 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Genau, aber das werden magere Zeiten.
Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
Günter Baasner
02.10.2012, 11:33 Uhr
Ich verstehe die Diskussion nicht so recht. Wenn z.B. ein Industriegebiet ca. 500 m von Wohnen entfernt ist, hat man dort ziemlich große Freiheiten. 500 m sind städtebauliche eine Zäsur, aber was haben diese 500 m mit dem Verkehrsaufkommen zu tun? Ist der Arbeitsmarkt, ist der Absatzmarkt so kleinräumlich, dass sich eine Differenz von 500 m im Verkehr niederschlägt?

Und ist es eine realistische Perspektive, dass künftig Herzschrittmacher, Smart Phones oder Sportschuhe in der Nachbarschaft für die Nachbarschaft produziert werden? Und wo kommen die Lebensmittel her?
Bewegung•Aufenthalt · Heimat•Arbeit
 
Tag 17
Günter Baasner
28.09.2012, 15:13 Uhr
Da wir uns gerade im Rhein-Main-Gebiet aufhalten: Insbesondere der Raum Frankfurt ist durch ein starkes Ungleichgewicht von Bewohnern und Arbeitsplätzen gekennzeichnet. Die Stadt Frankfurt müsste müsste fast doppelt so viele Einwohner haben um zu einem ausgeglichenen Verhältnis zu kommen. Dieses Ungleichgewicht führt zu erheblichen Pendlerbewegungen, die Wege zum Kiosk mögen kurz sein, die zur Arbeit sind lang.

Dieser Aspekt fällt ja nicht mehr so recht unter den Begriff Mischnutzung. Aber wenn wir es so betrachten, können wir die Körnung in der Region als sehr grob bezeichnen.
Heimat•Arbeit
 
Tag 10
Günter Baasner
21.09.2012, 15:35 Uhr
Mit dem Beispiel Köln-Chorweiler wollte ich nur zeigen, dass die schlichte Formel bauliche Dichte + Funktionsmischung = Urbanität (attraktives Quartier) nicht unbedingt funktioniert und dass es auf eine Reihe weiterer Faktoren ankommt.

Die Überseestadt in Bremen ist ohne Mischung überhaupt nicht denkbar. Dies ergibt sich schon allein aus der Größe des Areals. Ein bisschen gewagt ist es schon, da sich große Sprünge in der Maßstäblichkeit nicht vermeiden lassen (z.B. Großmarkthalle).
Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
Günter Baasner
21.09.2012, 10:20 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Vielleicht hilft es ein wenig zu differenzieren. 'Die Mischung' gibt es ja nicht.

Es gibt z.B. eine dörflich geprägte Form, ein enges Nebeneinander von Wohnen, Landwirtschaft, Handwerk etc. Hier dürften die Wege zur Arbeit kurz sein. Allerdings entwickeln sich viele Dörfer zu fast reinen Wohnorten. Dies führt nicht nur zu langen Wegen, sondern auch zu früher unbekannten Konflikten mit den verbliebenen Betrieben.

Es gibt Wohnquartiere mit einer guten Nahversorgung, die als urban und gemischt wahrgenommen werden. Der Anteil von Gewerbe ist i.d.R. aber recht gering (5 % oder mehr), im Planerdeutsch sind das Allgemeine Wohngebiete. Typisch hierfür sind z.B. zahlreiche Gründerzeitquartiere.

Sollen ausreichend Arbeitsplätze im Quartier bereit stehen, bräuchte man ein Mischungsverhältnis von ca. 1 : 2 oder 1 : 3. Zumindest in enger Nachbarschaft kann das schnell zu städtebaulich unbefriedigenden Situationen führen (Gemengelage). Derartig massiv eingestreute Bürogebäude oder sonstige Betriebe erhöhen nicht unbedingt die Wohnqualität und auch nicht die Standortqualität für das Gewerbe. Dieser Typus funktioniert nur recht eingeschränkt, z.B. am Cityrand. Ob die Bewohner deshalb tatsächlich in der Nachbarschaft arbeiten, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Dieser Ansatz ist nicht neu und deshalb hierzu ein etwas ungewöhnliches Beispiel: Die Großsiedlung Köln-Chorweiler aus den 70er Jahren erhielt eine Einkaufspassage, ein paar Verwaltungsgebäude, ein benachbartes Gewerbegebiet und - gleich um die Ecke - das Bundesamt für Verfassungsschutz. Mit dem städtebaulichen Ergebnis ist heute kaum jemand zufrieden.

Planerisch wird das Mischgebiet gerne als Notlösung eingesetzt, etwa wenn ein Wohngebiet intendiert ist, aber die Immissionswerte nicht eingehalten werden können oder wenn ein Gebiet in ein anderes transformiert werden soll. Dies ist hier länger am Beispiel von Gewerbegebieten im Raum Frankfurt diskutiert worden.
Lebendigkeit•Erholung · Heimat•Arbeit · Gemeinschaft•Freiheit · Rahmenbedingungen
 
Tag 8
Günter Baasner
19.09.2012, 13:29 Uhr
 
Ich möchte den Beitrag von Urs Kohlbrenner aufgreifen: Wichtig ist die Frage der Körnung. Es muss ja nicht alles auf dem gleichen Grundstück passieren.
Ebenso wichtig ist die Frage des Ziels: Geht es nur um 'urbanes Ambiente' und die Nähe zum nächsten Café oder tatsächtlich um die Nähe von Wohnen und Arbeiten bzw. um das Arbeiten in der Nähe der Wohnung? Dank ICE-Verbindung wohnen z.B. in Berlin über 500 Leute, die täglich nach Wolfsburg pendeln. Ein Teil davon wird die 'Mischung' als urbanes Ambiente genießen, die Nähe von Wohn- und Arbeitsort sieht aber anders aus.
Rahmenbedingungen