Tag 13
Schultz
24.09.2012, 11:33 Uhr
 
Nur ein Beispiel, wie zu viel Verkehr Urbanität zerstören kann:
In vielen Mittel- und Großstädten gab es entlang der wichtigen Hauptausfallstraßen auf Höhe der Gründerzeitviertel gemischtgenutzte Quartiere - in den Erdgeschossen Einzelhandel und in den Obergeschossen Wohnen zur Miete. In Städten mit nachlassender Nachfrage stehen diese Gebäude beiderseits der Ein- bzw. Ausfallstraßen als erstes leer. Ein Jammer, weil an diesen Punkten für Auto-Reisende von außerhalb Stadt im engeren Sinne gerade hier erst beginnt. Der Straßenraum verengt sich, die mehrgeschossigen Gebäude mit ihren Fassaden prägen auch das Image dieser Stadt.
Die Wohnnutzung hat sich auf die andere Blockseite zurückgezogen - in den Obergeschossen Leerstand und Verödung, und auch in den Erdgeschossen oft gähnende Leere.
Einen durchgreifenden Lösungsansatz sehe ich nicht, weil man diese Hauptachsen wohl kaum vom motorisierten Individualverkehr wird befreien können.
Bewegung•Aufenthalt
 
Tag 8
Schultz
19.09.2012, 14:09 Uhr
 
Ich steige neu in die Diskussion ein und habe die Diskussion der letzten Tage nur überflogen. Sorry, falls es Wiederholungen gibt. Ich greife mal das Thema 'Körnung' auf. Ich glaube, dass die Körnung ein ganz wesentlicher Punkt ist, wenn es darum geht, Mittelstands-Familien mit Kindern (die bislang EFH am Stadtrand bauen) für das Wohnen in der Innenstadt zu gewinnen. Eine zu feingliedrige Körnung bringt da wenig - die Blockebene ist die richtige Größe. Es gibt inzwischen viele Beispiele, wo auf brach gefallenen Flächen am Innenstadtrand bzw. im Gründerzeitgürtel auf Flächen zwischen 0,5 und 2 ha solche, von der o.g. Zielgruppe akzeptierten Wohnstandorte entstanden sind. Durch private Bauträger konzeptionell vorbereitet und gebaut oder auch durch Baugemeinschaften. Ich halte diese Entwicklungen ohne jede Einschränkung für positiv. (Selbst die Nachnutzung von Brachen ordnen ja einige der Gentrifizierung zu.)
Gemeinschaft•Freiheit · Heimat•Arbeit