Tag 8
Nina Brodowski
19.09.2012, 09:20 Uhr
Hier der Link

http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/2051952/2010-01-19-bsu-kreative-milieus.html

Und Verzeihung für die Eile im Schreiben, als Kreative mit Kind habe ich gerade nur geteilte Aufmerksamkeit...
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Nina Brodowski
19.09.2012, 09:18 Uhr
Also gerade diese Beispiel finde ich extrem schwierig... Immer diese Vorstellung von den kreativen Pionieren! Wie viele sind es denn defacto? Und was ist, wenn diese Kreativen Familie haben und auch Kitas in Ateliernähe brauchen? Und eine Späti um Bier zu kaufen?

Ich meine ja nur, diese Vorstellung von dem "kreativen" Single ist komplett hinfällig! Und Netzwerke sind auch für das kreative Arbeiten wichtig (es gibt dazu eine Studie "Kreative Milieus" die im Auftrag) der Hansestadt Hamburg entstanden ist - ich such dazu mal den Pdf Link raus).

Das wir uns nicht falsch verstehen: Klar diese alten Gewerbegebiete (City Nord, City Süd und wie sie alle heißen) sind die totale Herausforderung - und bestimmt müssen wir hier darüber nachdenken, wie sich das Wohnen hier wieder unkompliziert integrieren lassen kann! Damit dann da aber auch gewohnt wird braucht es mehr als ein paar Lofts: Dazu gehört zum einen eine bessere ÖPNV Anbindung, dazu gehören vielleicht innovative Formate wie Förderwettbewerbe für kleine Einzelhändler / Späti, der auch Poststelle und Lebensmittelladen umfasst, etc. und dazu gehören auch recht günstige Möglichkeiten des Umbaus, sodass nicht nur Lofts sondern auch Proberäume für kleine Kulturelle Einrichtungen entstehen oder gedultet werden können. Duldung ist hier übrigens ein wichtiges Instrument der Stadtverwaltung.... Und auch der Immobilieneigetümerinnen
Bewegung•Aufenthalt
Nina Brodowski
19.09.2012, 09:10 Uhr
Kommentar zum Beitrag von
Frau Batke,
erst einmal muss ich sagen, dass ich alle Ihre Argumente und Beiträge komplett teile!

Vor allem bei der offenen Planung und der sukzessiven Programmierung von Neubauflächen bin ich komplett dabei! uIch fasse das immer unter dem Stichwort "Dynamische Planung" - also Planung, die auch mit dem Faktor Zeit plant! Und da geht es auch darum, welche baukulturellen Lösungen sich eignen .. .Sonne, Schatten, Fluchten und Plätze, (menschliche) Dimensionen - das halt auch unter dem Augenmerk der sukzessiven Planung und Bebauung. Ich dneke sehr wohl, dass hier auch von der Immobilienwirtschaft gelernt werden muss, nachhaltiger im Sinne von noch langfristigere Zeiträume für Renditeerwartungen zu denken....

Den Begriff systemische Planung finde ich aber auch ganz wundervoll und auch die Idee, dass gerade in Neubaugebieten Gemeinwesenarbeit im Sinne von begleiteten Kommunikationsprozessen stattfinden soll, finde ich großartig! Wir sollte das KUNST AM BAU Geld dafür verwenden - im Sinnen eines progressiven Kunstbegriffs (communtiy based art)!

Die Frage nach Einzahlung/Bau von sozialen Einrichtungen, Herr Denkel, finde ich auch gut. Das liesse sich ähnlich wie die Kunst am Bau-Regelung ggf. andenken.

Es folgt gleich noch ein Kommentar zu Andreas Schulten.
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Tag 4
Nina Brodowski
15.09.2012, 22:23 Uhr
 
Guten Tag. Wenn ich ehrlich bin, finde ich nicht nicht, dass es um Bewertungsmaßstäbe geht. Meines Erachtens geht es zum einen um Chancengleichheit bei der Wahl des Wohnorts (soziale Mischung). Zum anderen geht es darum, gezielt bestimmte Atmosphären in Stadtgebieten zu erzeugen. Und hier wird Mischung viel zu oft als diffuser Platzhalter für "lebendig" oder "urban" oder "attraktiv" oder "wirtschaftlich-sozial-funktionierend" eingesetzt... Nicht zuletzt um Wohnstandorte attraktiver zu machen und Besserverdienende anzuziehen.

Oft sind es auch lediglich mediale Bilder, die den Eindruck von gemischten oder nicht gemischten Vierteln erzeugen und diese entweder als erfolgreiche oder "gescheiterte" Nachbarschaften darstellen. Deshalb würde ich es interessanter finden, sich nicht in die "Bewertung" von gemischten Wohnweisen zu vertiefen und auch nicht so sehr an diesen großen aber eben sehr diffusen Bildern festzuhalten.

Wenn es darum geht, herauszufinden, welche Veränderungen oder Regulierungen wir einführen, verflüssigen oder festsetzen müssen, um an der Stellschraube Mischung zu drehen, dann finde ich folgendes interessant:

a) "Was wollen wir mit Mischung eigentlich zu erreichen"?

Geht es bspw. darum, dass die Menschen sich wohler fühlen? Oder darum, bestimmte räumliche Verdichtungen von nicht erwünschten Verhalten aufzubrechen um weitere Konzentrationen oder "Negativtendenzen" zu vermeiden? Oder soll eine Funktionsmischung der Kommune andere Einahmen ermöglichen? oder, oder, oder...

b) Ist "Mischung" dafür das jeweils richtige Instrument?
Ich will eben nicht, dass neben dem kreativen Imperativ auch noch der "gemischte" Imperativ entsteht...

c) Was muss geschehen, um eine entsprechende Mischung zu erzeugen?
Hier können bestimmt manche gesetzliche Bestimmungen herangezogen werden oder auch neue Instrumente in den Werkzeugkasten der Planung eingesetzt werden. Immissionswerte, oder die Aufhebung der strikten Bauflächenregelungen, etc.

Aber meine Vermutung ist, dass es in der allgemeinen Frage um "Mischung" um eine moralische Kategorie geht - und dass daher Forderungen an "den Staat" allein es auch nicht richten werden. Da geht es dann ja um größer angelegte gesellschaftliche Veränderungen. Das müssen alle ran und das wird auch allen wehtun...

Investoren und Kommunen sind immer wieder daran gescheitert, attraktive Wohngegenden vom Reißbrett zu schaffen. Und nun wird nach Möglichkeiten gesucht, wie diese Mischung recht leicht zu erreichen sind. Aber das ist eben nicht leicht! Und es geht auch nicht ohne Verzicht auf Gewinn, Verzicht auf Steuereinnahmen, Investitionen ins Sozial- und Bildungswesen und Investitionen in das soziale Miteinander.
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