Tag 20
Prof. Dr. Maren Harnack
01.10.2012, 11:31 Uhr
Philippe Cabane spricht hier einen wichtigen Punkt an: Um gemischte Quartiere zu erhalten, braucht es (auch) günstige Räumlichkeiten, die nicht allzu starken Restiktiktionen unterliegen. Und wenn der Verwertungsdruck steigt weil ein Quartier attraktiver wird, werden genau diese Räume weniger… Das ist ein klassisches Dilemma, das schon Jane Jacobs beschrieben hat! Es ist allerdings keine Frage der Bauordnung und auch keine, die sich auf Quartiersebene lösen lässt. Wann ist es für einen Immobilienbesitzer denn interessant, günstig an einen kleinen Handwerksbetrieb zu vermieten – zumal wenn solventere und potenziell weniger störende Mieter ebenfalls Interesse haben?

Wie sehr die mentale Suburbanisierung der Innenstädte sich konkret auf Mischung auswirkt weiß ich nicht. Gibt es dazu mehr als anekdotische Erkenntnisse?
Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
 
Tag 16
Prof. Dr. Maren Harnack
27.09.2012, 11:06 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Wenn wir uns modernen ÖV anschauen sehen wir, dass auch hier unerwünschte Nebenwirkungen auftreten – wenn auch nicht ganz so schlimm wie beim MIV. Straßenbahnen, die in separaten Trassen geführt werden oder Hoschgeschwindigkeitsstrecken der Bahn haben eben doch auch sehr stark zerschneidende Wirkung. Insofern ist es eine Illusion zu glauben, dass man unbegrenzt mobil sein kann, ohne damit negative Wirkungen auszulösen. Man wird also nicht drumherumkommen über Einschränungen der Mobilität nachzudenken, wenn man nicht will, dass unsere Gesamte Umwelt zerfällt, und zwar in Zonen mit hochwertigem öffentlich Raum und solche, in denen man sich lieber gar nicht aufhalten will. Klar, Mobilität muss verträglich gestaltet werden, aber dazu gehört eben auch die Frage danach wie viel Mobilität eine attraktive Stadt / Umwelt überhaupt verträgt.
Bewegung•Aufenthalt
 
Tag 4
Prof. Dr. Maren Harnack
15.09.2012, 14:21 Uhr
Philippe, wie meinst Du das mit den Immissionswerten?
 
Tag 3
Prof. Dr. Maren Harnack
14.09.2012, 10:47 Uhr
So lange die Bewohner die Chance haben diese Quartiere irgendwann zu verlassen und nicht aus Mangel an Alternativen ihr Leben lang dort bleiben müssen spricht meiner Meinung nach wenig dagegen.
Gemeinschaft•Freiheit · Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
Prof. Dr. Maren Harnack
14.09.2012, 10:35 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Homogen in welcher Hinsicht? Und auf welche Weise stabil? Siebel sagt, dass eine anfängliche, freiwillige ethnische Segregation das neu ankommenden Migranten bei der Integration hilft – aber auch, dass die aufnehmende Gesellschaft zur Integration bereit sein muss und dass der Arbeitsplatz nach wie vor essentiell ist für die Integration. Das heißt nur, dass man Segregation in einem gewissen Rahmen zunächst einmal gelassenen hinnehmen sollte, nicht dass Entmischung und Segregation gundsätzlich unproblematisch sind! Es geht auch um unseren Blick auf die Segregation und die damit verbundene Bewertung: reiche Leute segregieren sich sehr gerne und sehr erfolgreich, ohne dass man dort Interventionsbedarf sieht. Dazu braucht es nicht einmal so krude Entwicklungen wie die bei uns zum Glück noch nicht sehr verbreiteten Gated Communities.
Gemeinschaft•Freiheit · Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
 
Tag 2
Prof. Dr. Maren Harnack
13.09.2012, 12:01 Uhr
Klar, Sozialwohnungen dürfen nicht nur dort sein, wo es für alle anderen unattraktiv ist! Wenn wir von sozialer Mischung sprechen, müssen wir auch darüber reden, wie wir die vielen homogenen Quartiere der Besserverdienenden stärker durchmischen können. Das passiert sicher nicht von allein.
Bewegung•Aufenthalt · Heimat•Arbeit
Prof. Dr. Maren Harnack
13.09.2012, 11:42 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Dieser Frage können die Kollegen von der Immobilienwirtschaft wahrscheinlich ein bisschen besser beantworten als ich!
Prof. Dr. Maren Harnack
13.09.2012, 10:30 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Wie wir im Fachbeirat diskutiert haben hilft zum Beispiel eine aktive Bodenpolitik, ausreichend Sozialwohnungen oder auch schon die Bestandsmieten im Mietspiegel zu berücksichtigen.
 
Tag 1
Prof. Dr. Maren Harnack
12.09.2012, 21:07 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Untersuchungen haben gezeigt, dass benachteiligte Menschen generell einen kleineren Bewegungsradius haben, d.h. sie haben ihre Kontakte und Netze dort, wo sie leben. Insofern sind für sie die Folgekosten eines Umzugs größer als für Menschen, die sich sowieso ständig in der ganzen Stadt oder einem noch größeren Rahmen bewegen. Ob das dazu führt, dass sie eher ablehnender oder toleranter als andere auf Veränderungen reagieren vermag ich allerdings nicht zu sagen.