Tag 21
Dr. Rolf Hüttmann
02.10.2012, 09:15 Uhr
Markt und Wirtschaft haben immer ein Interesse dorthin zu gehen, wo die Kunden bzw. die Arbeitskräfte sind, es sei denn, Produktion und/oder Absatz werden beeinträchtigt von zeitlichen Befristungen der Erreichbarkeit ,der Beschränkung in der Produktion oder wirtschaftlich nicht vertretbare Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Heimat•Arbeit
 
Tag 20
Dr. Rolf Hüttmann
01.10.2012, 11:45 Uhr
 
Nutzungsmischung bedeutet immer,verschiedenste verkehrliche Anforderungen zu mischen und Toleranz zu üben gegenüber dem Lärm anderer zu Zeiten, die nicht jedem genehm sind.
Der Vorschlag, gewerbliche Problembereiche mit Wohnen zu durchmischen oder dort auch nur "temporäres Wohnen" zu ermöglichen ( in der Betriebswohnung geht das ja schon) , führt m. E. zu einer Verdrängung des Gewerbes und somit nicht zu einer Durchmischung.
Auch die Überlegungen zur Begrenzung der Mobilität ( Wieviel Verkehr ,auch ÖPNV, verträgt die optimierte Stadt?) führt nicht in die richtige Richtung, da diese Betrachtung die Bildung der Städte in ihrer heutigen Struktur verhindert hätte ( Hamburg wäre nie über den Wallring hinaus gekommen!), Zersiedlung kann keine Antwort sein. Hier sollte unser Augenmerk deutlicher auf die Quartiersbildung gelegt werden, nicht auf die Stadt an sich.
Für mich erschreckend ist die Ansicht, Strassenbreiten in Bezug auf "Richtlinien" seien ein städtebauliches Hindernis.
Öffentliche Strassen und Plätze dürfen von Stadtplanern nicht als lästige Restgröße begriffen werden, je schmaler oder kleiner, um so besser, sondern als prägendes Element der Urbanität, die sich nicht in Baublöcken vollzieht sondern insbesondere im öffentlichen Raum eines Quartiers, in dem Wohnen,Handel,Dienstleistung, Gastronomie etc. vereinigt sind. Produzierendes Gewerbe paßt in diese Strukturen nur in Ausnahmefällen hinein. Handel verträgt sich ohnehin mit Wohnen, es muß nur richtig gemacht und von Anfang an kreativ geplant werden!
Ich glaube, wir sollten ehemalige gewachsene Strukturen nicht glorifizieren und die Durchmischung mit Gewerbe durch Deregulierung des Bundesimmisionsschutzgesetzes und des Baurechts durchsetzen wollen. Warum sind diese Regelungen geschaffen worden? Doch nicht aus Langeweile der Experten und Juristen, sondern letzlich aufgrund der Forderungen der Anwohner.
Insbesondere sollte eine Deregulierung nicht mit einer Verstärkung der Rechtsprechung einher gehen, die einen meiner Meinung nach bereits zu großen Einfluß hat.
Bewegung•Aufenthalt