Tag 13
Moderation
Timo Meisel
24.09.2012, 10:29 Uhr
ImpulsKommentar zum Beitrag von Anja Batke
Ich nehme den Impuls von Frau Batke auf: Verkehr ermöglicht erst Urbanität, Verkehr kann aber auch Urbanität komplett zerstören. Wie muss Verkehr organisiert werden, um ein Viertel zu beleben? Wie, um es zu besänftigen?
Anja Batke
24.09.2012, 10:00 Uhr
... zu den Faktoren, auf die es ankommt, gehört sicher auch, dass ein Ort aufgrund seiner Lage und Erreichbarkeit dazu angetan sein muss, dass ihn möglichst viele, möglichst unterschiedliche Menschen aus mehr als zwei oder drei Gründen (man wohnt dort, arbeitet dort oder kauft dort ein) auf unterschiedlichen Wegen aufsuchen. Es muss ein Raum für Zufälle entstehen, damit das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist und es zu einer Art chemischen Reaktion kommt, die die einzelnen Nutzungsbausteine verändert. An peripheren Standorten à la Chorweiler funktioniert das nicht. Orte, die man nur erreicht, weil man sich gezielt dorthin begibt, haben in meinen Augen kein Potenzial, sich zur City zu entwickeln.
Das Thema Verkehr finde ich extrem wichtig. Verkehr, sprich Erreichbarkeit, ermöglicht erst Urbanität, Verkehr kann aber auch Urbanität komplett verhindern und zerstören. Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang das Zusammentreffen von "Schnell" und "Langsam". Ich behaupte mal: Ein Knotenpunkt zwischen Flugverkehr, Hochgeschwindigkeitszug und Autobahn kann niemals eine "City" hervorbringen, die die Bezeichnung verdient.
Bewegung•Aufenthalt · Rahmenbedingungen
 
Tag 10
Günter Baasner
21.09.2012, 15:35 Uhr
Mit dem Beispiel Köln-Chorweiler wollte ich nur zeigen, dass die schlichte Formel bauliche Dichte + Funktionsmischung = Urbanität (attraktives Quartier) nicht unbedingt funktioniert und dass es auf eine Reihe weiterer Faktoren ankommt.

Die Überseestadt in Bremen ist ohne Mischung überhaupt nicht denkbar. Dies ergibt sich schon allein aus der Größe des Areals. Ein bisschen gewagt ist es schon, da sich große Sprünge in der Maßstäblichkeit nicht vermeiden lassen (z.B. Großmarkthalle).
Heimat•Arbeit · Kindheit•Zukunft
Andreas Schulten
21.09.2012, 12:57 Uhr
Kleiner Tipp für Günther Baasner und Urs Kohlbrenner:
Mann könnte auf "Mein Profil" auf der rechten Seite nach der Anmeldung etwas mehr über sich sagen und/oder ein Foto hochladen (gern auch ein Stellvertreter-Bild)

Nun zum Dialog:
Gestern war ich in der Überseestadt in Bremen, wo derzeit konventioneller wie experimenteller Wohnungsbau errichtet wird wie auch ein Großmarkt, wie auch konventionelle und experimentelle Büros. Experimentell heißt überwiegend: Einbau neuer Nutzungen in alte Lagergebäude. Ökonomisch erscheint mir das insofern, als hier Grundstückswerte deutlich steigen, von denen auch die alteingesessenen Lager-, Schauer- und andere Hafen-Unternehmen profitieren (Nun ist die Frage, ob eine hoher Grundstückspreis gewollt ist- ich sage: er ist ein Indikator für Attraktivität). Mal sehen, ob die Bremer Wirtschaftsförderung dazu noch näheres sagen kann.
Die Frage ist aber legitim, ob die Überseestadt Bremen in 30 Jahren nicht auch das Köln-Chorweiler von heute sein könnte. Aber - es ist eben anders granuliert.

Vielleicht nehmen wir uns auch einmal den Begriff "City" vor. Es gibt Airport-Cities, HafenCities eine altehrwürdige City-Nord in Hamburg. Vielleicht haben wir ein Bedürfnis in unserer Gesellschaft nach zeitgemäßen Knotenpunkten, die dann - für die nachhaltige Funktionsfähigkeit - eine Mischung brauchen?
Heimat•Arbeit
Kohlbrenner Urs
21.09.2012, 09:44 Uhr
 
Lieber Herr Schulten, ausser dem ökonomischen gibt es natürlich auch noch andere Argumente aus dem abc der Stadt-und Sozialplanung. Aber weiter bei Ihnen: An welchen Standorten trifft Ihr Argument zu und um welche Grössenordnungen handelt es sich? Sie sprechen ganz allgemein von Investoren. Meinen Sie den Eigentümer einer Parzelle oder Grossinvestoren bzw. Projektentwickler? Meinen Sie innerstädtischee Lagen wie Baulücken oder Konversionsflächen ? Und weiter bei der Ökonomie: Bietet Mischhnutzung nicht auch die Chance ökonomisch schwächere Nutzungen (Start up`s, Kreative...) dank ökonomisch stärkerer Nutzungen durch quersubventionierung zu halten? Es sind ja oftmals die "Schwächeren" die die Attraktivität des Standortes ausmachen...
Kindheit•Zukunft · Heimat•Arbeit · Rahmenbedingungen