Tag 1
Tony J.
12.09.2012, 17:17 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Timo Meisel
Ich stimme der Annahme von Frau Wieczorek dahingehend zu, dass verschiedene Lebenssituationen die Wahrnehmung des Raumes verändern und Konfliktsituationen intensivieren oder entlasten können. Im Falle der von Frank G. erwähnten Demonstranten bleiben die Auswirkungen der sozioökonomischen Merkmale diskutabel. Ein Bürger der protestiert, kann an Lösungsprozessen gesellschaftlicher Konfliktfelder teilnehmen. Wer das aufgrund seiner Lebensumstände nicht kann, wird direkt oder indirekt ausgegrenzt. Wie von Frank G. bereits eingeleitet, geht es somit nicht nur um Nutzungskonflikte und den Versuch der Konfliktvermeidung, sondern ganz deutlich auch um Partizipation und Konfliktlösung um Ansprüche geltend zu machen. Hier kann das Recht auf Stadt einen Beitrag leisten. Dies gilt für den öffentlichen wie auch für den privaten Raum.
Der Bürger hat das Recht auf Lärm und das Recht auf Ruhe gleichermaßen zu respektieren. Hierfür bietet eine Stadt entsprechende Räume. Ziehe ich an die Reeperbahn oder in die Dresdner Neustadt muss ich bspw. für das Recht auf Lärm offen sein.
Die von Wolfi angesprochenen Widersprüchlichkeiten zwischen Planungen und gesellschaftlichen Willen sind teilweise nachvollziehbar. Bezüglich Verkehrslärm wäre es nötig die Folgekosten wie „krank durch Lärm“ etc. auf die Verursacher umzulegen. Dies geschieht wenig bis gar nicht. Jeder für sich. Hier kommt der von Frank G. angesprochene Nimby etc. hervor.
Die Verschärfung von Lärmschutzbestimmungen kann ich nicht beurteilen, jedoch halte ich gesetzliche Regelungen zur Minimierung von Nutzungskonflikten grundsätzlich für geeignete Maßnahmen. Diese Regelungen sollten dann aber auf demokratischen Diskussionen beruhen.
Bewegung•Aufenthalt · Lebendigkeit•Erholung
Moderation
Timo Meisel
12.09.2012, 16:44 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Wolfi
Lieber Wolfi, gibt es da nicht eventuell verschiedene Kategorien von Lärm, toleriebare und unzumutbare? Außerdem lärmen Autos (und Flugzeuge) ja nicht nur, sie verpesten auch die Luft, verschmutzen Gebäude und sind, je nach Verkehrssituation, eine Gefahr für Leib und Leben. Braucht die Stadt der Zukunft nicht doch eher weniger Individualmobilität? Und mehr Erholungsfaktor, damit das Fernweh in Form von "Destinationen" per Flugzeug sich in Grenzen hält?
Lebendigkeit•Erholung · Bewegung•Aufenthalt
Wolfi
12.09.2012, 16:15 Uhr
 
Die Charta von Athen ist tot! Die urbane Stadt soll leben. Aktuell gehen mir die Diskussionen um den Lärmschutz viel zu weit. Wir wollen eine Nahversorgung mit Supermärkten, klagen jedoch gegen den Anlieferverkehr. Wir wollen mobil sein und klagen gegen Autolärm. Wir wollen als global vernetzte Player mitspielen und klagen gegen den Fluglärm.

Klar, zuviel Lärm kann krank machen und muss Grenzen haben. Doch das Maß des Lärms wird zur Zeit (über die TA Lärm) immer weiter nach unten justiert. Wenn das so weitergeht werden unsere Städte sicherlich stiller, wenn nicht gar totenstill. Das kann nicht das Ziel sein!
Bewegung•Aufenthalt · Lebendigkeit•Erholung