Tag 15
A. Knoch
06.05.2014, 22:27 Uhr
Lieber Herr Wawra-Benz,
auch das französische Viertel in der Tübinger Südstadt hatte vorgegebene Grundstrukturen durch die Kasernengebäude, die Wohn-Arbeits-Gebäude
bzw. die genossenschaftlich errichteten Wohnhäuser wurden auf den dazwischen liegenden Freiflächen gebaut.
Trotzdem hat es ein städteplanerisches Konzept gegeben, das
a) das Ganze in den Blick genommen hat
b) eine Vision für dieses neue Stadtviertel formuliert hat, unter Aufnahme der vorgegebenen Elemente.
Mir scheint es, wenn es in Ihre Richtung weitergehen sollte, nötig, dann ganz Sigmaringen und die positiven Faktoren in der Region mit einzubeziehen
und ein Gesamtkonzept für das Kasernengelände zu entwerfen. Wie immer werden solche Konzepte dann auch Stück für Stück verfeinert und den Gegebenheit angepasst werden müssen, aber eine große Linie braucht es doch, an der man sich entlang bewegt.
Die jedenfalls kann ich (noch) nicht, am ehesten aber in Ihrem Vorschlag, erkennen.
Was ich persönlich interessant finde, ist eine planerisch geförderte Mischung von Wohn-, Lebens- und Arbeitsformen (junge und ältere, Wohnen und Arbeiten, Zugewanderte und "hiesige"). Das entdecke ich jedenfalls in Ihrem Vorschlag.
Schwierig natürlich bei jedem Modell: Die Anbindung an die Innenstadt, nicht nur aufgrund der Entfernung, auch aufgrund der Höhenunterschiede. A. Knoch
GSK · Stadtplanung
Moderation
Wanda Wieczorek
06.05.2014, 11:20 Uhr
Eine Gartenstadt ist auf dem Areal der Graf-Staufenberg-Kaserne sicherlich gut vorstellbar - das Gelände hat bereits jetzt parkähnlichen Charakter und besticht durch alten Baumbestand und viel Grün. Für mich stellt sich eher die Frage, woher die zahlreichen neuen BewohnerInnen kommen sollen, wie sie ihren Weg nach Sigmaringen finden und welche Arbeit sie hier aufnehmen. Sehen Sie den Vorschlag in Zusammenhang mit der Agentur für Arbeitsmigration (Idee 11)? Mit einem solchen "Welcome Center" wird ja auch die Entwicklung einer sogenannten Bleibekultur beabsichtigt, also die kulturellen und sozialen Voraussetzungen dafür, dass Menschen sich zu Hause fühlen und als Teile der Gesellschaft willkommen sind. Was braucht es dazu noch in der Region, abgesehen von günstigem Wohnraum?
GSK · Wohnen · Fachkräfte
 
Tag 14
Marcus Wawra-Benz
05.05.2014, 09:58 Uhr
Kommentar zur Idee Gartenstadt Sigmaringen
Hallo Herr Koch,
natürlich bedarf eine neue Stadt oder ein neuer Stadtteil der Stadtplanung!
Die Gliederung des Gesamtareales ist duch die vorhandenen Wege bereits gegeben.
Es fehlt nur noch die Unterteilung in Bauplätze...
Die Wege können gerne ohne Asphaltierung bleiben.
Ich denke an soviele einfache Häuser und Gärten, bis das gesamte Areal belegt ist- ob dies letztlich 5.000 oder 15.000 Bewohner bedeutet ist eher zweitrangig.
Die Bestandsbauten können auch Arbeitzplätz enthalten (Büros und Werkstätten).
Gedanke ist ein neues Asylmodell: nicht mehr nur halbherzig und befristet Unterkunft gewähren, sondern sofort anständigen Haus und Grund anbieten bis hin zur Möglichkeit des direkten Grunderwerbs über günstige Finanzierungsraten.
Nicht länger Menschen über Jahre unter frustrierenden Bedingungen und mit schlechten Aussichten verharren lassen, sondern die Chance bieten, auf der Basis von Haus und Grund sogleich mit ganzer Kraft Ausbildung, Arbeit und Familiengründung angehen zu können.
Ich bin Architekt und rechne pro Person mit 20qm Wohnraum für 1.500 Eurp/qm
= 30.000 plus 200qm Grundstück a 100 Euro = 20.000.
Plus Erschließungskosten.
Insgesamt rechne ich mit ca. 850 Mio Gesamtkosten, die aber durch den Verkauf der Häuser und Grundstücke letztlich zurückfließen .
Natürlich wird die neue Gartenhaus-Siedlung auch jedem einheimischen Bürger offen stehen zum Wohnen oder Eigentumserwerb.
Die derzeit geplante Begrenzung auf ein Kernareal ist in der Phase der frühen
Ideenfindung nachteilig.
Marcus Wawra-Benz
Architekt
Sigmaringendorf
Wohnen · GSK