Tag 1
Franz K.
22.04.2014, 16:39 Uhr
Hallo Frau Wanda Wiezorek,
da fragen Sie mich aber was. Ich persönlich komme und lebe im Lkr. Sigmaringen. Habe in Stuttgart studiert und dort an der Uni als Wissenschaftler gearbeitet. Es hat mir auch in Stuttgart gefallen. Aber wer in Oberschwaben aufgewachsen ist, den zieht es auch wieder nach Oberschwaben, spätetens wenn's an Familie gründen geht. Das ist der Standortfaktor Heimat. Sog. weiche Standortfaktoren gibt es hier auch genug. Im Sommer sind zig Bagger- und Badeseenseen vor der Haustüre. Auch Kultur (Subkultur) und Geschichte gibt's reichlich. Wer suchet der findet. Was ich im Gegensatz zum Großraum Stuttgart hier besonders schätze sind Natur und Freiraum. Hier ist noch nicht so wie in den Ballungsräumen alles zugepflastert mit lärmenden Straßen und krebsartig wuchernden Gewerbegebieten an jedem Ortsrand.

Gruß F. Kerle
Fachkräfte
Moderation
Wanda Wieczorek
22.04.2014, 13:52 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Franz K.
Lieber Herr Kerle, Sie sprechen damit ein ganz zentrales Problem an: wie kann es gelingen, dass gut ausgebildete Personen im ländlichen Raum wohnen bleiben oder sogar wieder dort hin ziehen? Kann man dem Sog der Städte etwas entgegensetzen - und was? Dazu gab es bei der Bürgerveranstaltung in Ennetach einige interessante Beiträge. Beispielsweise dass es dabei nicht nur um gute Jobs, bezahlbaren Wohnraum und Kinderbetreuung geht – all das ist im Raum Sigmaringen hervorragend aufgestellt. Sondern auch um das kulturelle Leben einer Region, um soziale Beziehungen, Zugänglichkeit und Lebensqualität. Also eher die "weichen Standortfaktoren", die eben ganz stark von den bereits hier lebenden Menschen, von Vereinen und Initiativen ausgehen. Klar, ein ländlicher Raum kann nicht mit einer Großstadt konkurrieren. Aber dafür gibt es hier andere Qualitäten, die eine Großstadt gerade nicht hat - kurze Wege, dichte soziale Netze usw. Die gilt es zu benennen und zu vertiefen. Und an anderen Stellen eben noch etwas nachzuarbeiten. Wo sehen Sie in dieser Hinsicht die besonderen Qualitäten und wo die Schwächen des Landkreises Sigmaringen?
· Fachkräfte
Franz K.
22.04.2014, 12:10 Uhr
Hallo Frau Wanda Wieczorek,
dass diese Idee in Tübingen und bei den dort aktiven Beamten nicht sofort auf große Gegenliebe stoßen würde ist mir durchaus bewußt und müsste sicherlich ebenfalls irgendwie ausgeglichen/kompensiert werden (z.B. durch Aufwertung der Universität). Ist ja auch nur mal ein Vorschlag/eine Idee zur Diskussion die ich hier in den Raum geworfen habe.
Ich bin aber überzeugt davon, dass der Gewinn für Sigmaringen, den ländlichen Raum und Oberschwaben wesentlich größer wäre als der Verlust für Tübingen und der Verlust für Tübingen zudem wesentlich einfacher auszugleichen wäre.

Gruß
F. Kerle