Tag 7
Bielefelder
19.05.2013, 01:18 Uhr
Kommentar zum Beitrag von ausbauopfer
Das so ein Wachstum begrenzt ist, ist wohl selbstverständlich. Aber es kann das Beschäftigungsniveau bei moBiel nach Stadtbahneröffnungen auf ein höheres Niveau anheben, als es heute existiert.

Ob es irgendwelche Absprachen und Vereinbarungen in der Politik und bei Lobbyisten gibt, kann ich ihnen nicht beantworten, da ich weder bei moBiel oder einer sonstigen (politischen) Organisation in Bielefeld Mitglied bin.
Was ich zu diesem Thema bisher vernommen habe ist, dass es noch keinerlei Beschlüsse in den Parteien zu diesen Themen gibt.

Warum besteht die Befürchtung ihrerseits, es würde zu einem Fahrgastrückgang mit Stadtbahn kommen? Können sie ein Beispiel nennen, wo dies in der Vergangenheit eingetroffen ist? Mir ist keins bekannt, im Gegenteil!
Beteiligung
Bielefelder
19.05.2013, 00:08 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Milli K.
Bitte schauen Sie doch einmal in die Machbarkeitsstudie zur Stadtbahn nach Heepen. Dort sind mögliche Busführungen nach Eröffnung der Stadtbahn für beide Varianten angegeben.
Nicht richtig ist, dass die neue Stadtbahn alle Buslinien ersetzt. Das hat niemand vor und ist auch völlig abwegig. Streckenabschnitte wie Radrennbahn - Baderbach, Radrennbahn - Baumheide, Lohbreite - Potsdamer Straße, Lohbreite - Sieker und andere werden zu natürlich auch weiterhin nach Eröffnung der Stadtbahn betrieben. Wie diese Linien dann neu verknüpft werden und anschließend weiter zB ins Stadtzentrum oder zum Hauptbahnhof verkehren, hängt von der gewählen Variante der Stadtbahn ab. Im Grunde kann man sagen, dass es eine neue, sehr starke, zentrale Achse mit vielen Verbindungen in die umliegenden Siedlungsgebiete geben wird. Das nenne ich eine Verbesserung, vor allem den Komfort- und Qualitätssprung der Stadtbahn werden viele (neue) Fahrgäste zu schätzen wissen.
Heepen
 
Tag 6
Bielefelder
18.05.2013, 23:44 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Wilfried
Und wenn das Angebot so weitergefahren wird und die Fahrgastzahlen sinken (wie in einem Gutachten nachgewiesen!) wird alles besser? Stillstand bedeutet immer Rückschritt und an den bestehenden, nicht optimalen Strukturen nichts ändern ist Stillstand.

Schauen sie sich die Situation doch einmal aus einem anderen Blickwinkel an:
Durch die Bahn werden insgesamt weniger Fahrer benötigt. Dafür müssen zusätzliche Leute dies Bahn bauen, warten und fahren. Durch die Bahn werden mehr Fahrgäste angezogen. Die Zulieferbuslinien werden voller und müssen verstärkt werden. Durch das eingesparte Geld hat man hierfür auch Geld! Dadurch müssen wieder mehr Fahrer eingestellt werden, was wiederum durch das attraktivere Angebot mehr Fahrgäste in die Busse und Bahnen lockt. Die Spirale dreht sich immer weiter! Man muss sie nur in Gang werfen!

Übrigens: Die Mehrzahl der Bewohner des Bielefelder Ostens profitiert ganz eindeutig von der geplanten Stadtbahn. Das werden am ehesten die enorm gestiegenen Fahrgastzahlen in Heepen nach Eröffung der Stadtbahn belegen!
Gesamtvorhaben
Bielefelder
18.05.2013, 23:36 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Es ist wirklich sehr schade, dass Sie sich dazu entschlossen haben den Weg der sachlichen Diskussion zu verlassen.
Allgemein ist dieses Verhalten immer dann erkennbar, wenn einem Diskussionteilnehmer die Argumente ausgehen. Dann wird versucht mit billigster Polemik, falschen Sachzusammenhängen und falschen Behauptungen die Argumente der anderen Diskussionteilnehmer zu diskreditieren.

Ich kann mich dem anderen Kommentar zu ihrem Beitrag nur anschließen. Sie haben den Beitrag für ihre Zwecke falsch uminterpretiert und kennen die Hintergründe vor Ort nicht.

Zum Jahnplatz: Ihre Behauptungen sind schlicht und ergreifend falsch! Wo sind denn die Zäune am Niedernwall? Ihrer Argumentation nach müssten hier ja auch welche stehen! Wo sind die Barrieren auf dem Berliner Alexanderplatz, wo auf dem Place de la Comedie in Montpellier, wo auf dem Domhof in Bremen, wo auf dem Anger in Erfurt? Und so weiter.... Bitte unterlassen sie solche falschen Behauptungen!

Der Tunnelbau in Karlsruhe geschiet vor allem aus Kapazitätsgründen und zur Beschleunigung, da hier die gesamte Fußgängerzone durchquert wird. Also etwas völlig anderes als in Bielefeld!
Innenstadt
Bielefelder
18.05.2013, 22:58 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Inwiefern wiedersprechen Sie mir da?
Ich habe doch nie behauptet, dass man Hochflurfahrzeuge nur in einer Konfiguration bestellen kann!

Fakt ist doch, dass es einen bestehenden Liefervertrag über neue Stadtbahnfahrzeuge in Hochflurbauweise gibt. Wenn also neue Hochflurfahrzeuge bestellt werden sind die Ausmaße durch diesen Vertrag schon vorgegeben. Über diesen Vertrag können noch 25 Fahrzeuge bestellt werden. Neue Stadtbahnen mit anderen Maßen wären demnach mit neuen Planungskosten verbunden, was sie deutlich teurer als den Vamos macht. Von daher ist man mit Niederflurfahrzeugen flexibler.

(2)
Beim Thema Tarif liegen wir also sehr dicht beieinander!
Aber durch die Unzulänglichkeiten beim Tarifsystem komplett auf den Infrastrukturausbau zu verzichten ist eine Folgerung, die sich mir nicht erschließt und im Gegenteil grade kontraproduktiv wirken kann.

(3)
Genau so eine Umstiegshaltestelle an der Voltmannstraße wird ja geplant!
Bielefelder
18.05.2013, 18:55 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Zum Bahnhof Sennestadt:
Der Bahnhof ist bereits heute schon durch die Linie 39 komplett angebunden, sogar im Halbstundentakt und somit bereits jetzt auf die zukünftige Entwicklung der Sennebahn sehr gut vorbereitet. Zusätzlich wurden die Fahrzeiten der Linie 37 angepasst, sadass man auch von/nach Eckardsheim bereits heute einen zukunftssicheren Anschluß an alle Züge hat und haben wird.
Mit dem Bau eines P+R-Platzes und einer Buswendeanlage mit besseren Bushaltestellen wird demnächst begonnen werden.

Wie schon von mit erwähnt: Der Grund dürfte in der sehr viel stärkeren PKW-affinität der Jöllenbecker zu finden sein!
Sennestadt
Bielefelder
18.05.2013, 18:35 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Michael
Hallo Michael,

der Individualverkehr insgesamt wird sicherlich weiter ansteigen. Allerdings völlig unterschiedlich:
Während der motorisierte Individualverkehr zwischen den Städten zunimmt, vor allem auf den Autobahnen, nimmt er in den Städten ab. Das lässt sich schon seit einiger Zeit beobachten und wird sich auch so fortsetzen. Das kann man in fast jedem VEP (Verkehrsentwicklungsplan) deutscher Städte nachlesen.
Das der Individualverkehr in den Städten denoch zunimmt liegt ausschließlich am Fahrrad- und Fußgängerverkehr, die ja ebenfalls eine Form der individuellen Mobilität darstellen. Und darum geht es hier doch; wir wollen eine Analyse für die Bielefelder Innenstadt.

Alternativrouten für den autofreien Jahnplatz: OWD, Elsa-Brändström-Straße/Mindener Straße/Feilenstraße. Zu einem geringeren Teil auch Kreuzstraße/August-Bebel-Straße.
Ich gehe aber weiterhin davon aus, dass die Überfahrtmöglichkeit an sich schon einen sehr erheblichen Anteil an seiner Verkehrsbelastung selber Indiziert; also die Möglichkeit an sich schon viel Verkehr erzeugt.

Abschließend noch eine Frage an sie: Warum kann Bielefeld ihrer Meinung nach nicht auf die Erfahrungen anderer Städte zurückgreifen; warum soll Bielefeld so besonders sein und diese Möglichkeit als einzige Stadt nicht nutzen?
Innenstadt
Bielefelder
18.05.2013, 18:10 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Hallo Markus L,

sie empfinden also eine 6,5 Meter breite Straßenbahntrasse mit Bahnen alle 10 Minuten je Richtung, die höhengleich zum Platz und ohne Oberleitung gebaut werden kann als eine stärkere Barriere als eine zirka 20 Meter breite Straße, die baulich durch Bordsteine getrennt vom Platz mit Kfz-Folgezeiten von wenigen Sekunden benutzt wird?
Diese Einschätzung ihrerseits kann ich persönlich in keiner Weise nachvollziehen! Dazu kommen bei der Straße ja auch noch die Umweltauswirkungen und die Lärmbelastung.
Ich bitte sie wirklich sich gute Beispiele von in den Stadtraum integrierten Straßenbahnstrecken anzuschauen. Dort werden sie sehen: Eine gut gebaute Straßenbahntrasse ist weder optisch noch baulich eine auch nur annähernd so große Barriere wie eine Straße.

Zu Augsburg: Schauen sie sich bitte die Pläne an; den Königsplatz in Augsburg mit dem Kesselbrink zu vergleichen, egal in welcher Hinsicht, ist in keiner Weise zutreffend.
Und schon während des Umbaus kann man sich die KFZ-Ströme anschauen, wie sie sich entwickeln. Vor kurzem gab es dazu in Augsburg ein Zwischenfazit das deutlich positiver ausgefallen ist, als es selbst die größten Optimisten vorhergesagt haben!
Genauso kann man auch aus Sperrungen des OWD oder des Jahnplatzes bereits heute und aus der Vergangenheit Schlüsse ziehen, wie der sich der Verkehr bei einer Sperrung verhält.
Gesamtvorhaben
Bielefelder
18.05.2013, 17:33 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
(1) Ich werde mich bemühen in Zukunft die Abkürzungen zu erklären.
Die Abkürzung SWT = Schönes-Wochenend-Ticket habe ich allerdings nicht benutzt, sondern SVZ = Schwachverkehrszeit und MIV = motorisierter Individualverkehr.

(2) Eine Potentialanalyse ist schon sehr gut dazu geeignet, um die grundsätzliche Realisierbarkeit einer Stadtbahnverlängerung zu untersuchen. Auch kann somit eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsprognose erstellt werden.
Wenn man die Zahlen für Jöllenbeck etwas aufdröselt, kommt man zu dem Ergebnis, dass für eine Senkung des Zuschussbedarfs auf den Durchschnittswert von 30 Cent die Fahrgastzuwächse sich im Vergleich zur Prognose verdoppeln müssten. Und das halte ich im PKW-affinen Stadtbezirk Jöllenbeck für schwierig erreichbar.

Mit dem Hinweis auf die teure Tarifstruktur in die Bielefelder Nachbarkommunen rennen sie bei mir offene Türen ein. Auch ich finde, dass hier viel zu hohe Preise verlangt werden, wodurch viele potentielle Kunden abgeschreckt werden und nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Eine Fahrt in die Nachbarstadt Bad Salzuflen ist beispielsweise die teuerste Fahrt zwischen zwei benachbarten Kommunen in ganz Deutschland! Das ist in keiner Weise gerechtfertigt!

(3) Es gibt sehr wohl Planungen für die Verbindungsstrecke Voltmannstraße - Schloßhofstraße. Vor allem moBiel hat Interesse an dieser Verbindung.
Allerdings kann man aus den in der Potentialanalsyse verwendeten Kostensätzen schon ablesen, dass es bei Verlängerung der Stadtbahn nach Jöllenbeck allenfalls Einsatzfahrten zwischen Jöllenbeck und Uni eingeführt werden; alles andere wäre zu teuer und nicht nachfragegerecht.

(4) Natürlich hat man bei der Wahl eines Niederflursystems automatisch den Vorteil einer besseren Anpassung an den Bedarf! Man kann doch die Fahrzeuggröße frei wählen! Es ist nirgendwo festgeschrieben wie lang diese neuen Fahrzeuge zu sein haben. Deswegen kann man diese neuen Bahnen exakt auf die Nachfragebedürfnisse in Bielefeld anpassen.
Finanzen · Hoch-/Niederflurtechnik · Jöllenbeck
Bielefelder
18.05.2013, 16:03 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Ok, danke für die Erläuterung. Dann muss es in meinem Text statt Neustadt/Bahnhofstraße eben Kesselbrink/Bahnhofstraße heißen.
Ich hoffe, dass es trotzdem deutlich war, worauf ich hinaus wollte?
Bielefelder
18.05.2013, 02:22 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Hallo Markus L,

auch ich vertrete die Einschätzung, dass man den Bielefelder Jahnplatz mit der Kampstraße in Dortmiüund vergleichen kann. Die Bielefelder Innenstadt teilt sich ja in das große Hufeisen (Altstadt) und das kleine Hufeisen (Neustadt/Bahnhofstraße) auf. Das Bindeglied ist eigentlich der Jahnplatz, der aber aufgrund der hohen Verkehrsbelastung eher eine Trennung bewirkt.

Auch die Kampstraße in Dortmund war früher eine Durchfahrtstraße, wie in Bielefeld die Herforder Straße/Jahnplatz/Oberntorwall auch eine Durchfahrtstraße darstellt. In beiden Fällen trennen (Do: trennten) diese Verkehrsadern den Fußgängerstrom der Innenstadt zu den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs.

Ein noch besseres Beispiel befindet sich aber in Augsburg: Der Königsplatz. Ehemals mit einer 4-streifigen Durchfahrtstraße durchschitten wurde diese Straße komplett zurück gebaut und der Königsplatz wird derzeit als repräsentatives Entree zur Innenstadt aufgewertet.

Besonders hier in Augsburg lässt sich etwas für Bielefeld lernen: Ein autofreier Jahnplatz ist selbstverständlich möglich und führt nicht zum Verkehrschaos! In Bielefeld haben wir ja im Gegensatz zu Augsburg nahe Alternativrouten für den MIV.
Innenstadt
Bielefelder
18.05.2013, 02:10 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bielefelder
(2)

der Busse ergibt sich hierbei ein Patt.

Warum ist die Zeit jetzt also günstig um in das Stadtbahnsystem zu investieren?
Ihnen als Politiker dürfte die Problematik mit dem GVFG ja geläufig sein.
Für alle anderen: Großprojekte der Kommunen in Deutschland, deren Investitionssumme 50 Mio€ überschreitet, können bei einem höheren Nutzen als sie Kosten verursachen vom Bund mit bis zu 60% der Investitionssumme gefördert werden. Wenn der Bund ein Projekt fördert, gibt das Bundesland ebenfalls Zuschüsse, in NRW nochmal 25-30% hinzu. Das Problem ist, dass das Gesetz (GVFG = Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) im Jahr 2019 ausläuft. Das heißt, dass alle durch das GVFG mitfinanzierten Vorhaben des Neubaus kommunaler Verkehrsinfrastruktur am 31.12.2019 abgerechnet sein müssen. Ob ein mögliches Nachfolgegesetz kommen wird und zu welchen Bedigungen in diesem möglichen Gesetz weiterhin kommunale Verkehrsinfrastrukturen finanziert werden, ist heute nicht absehbar.

Daraus folgt die vielleicht einmalige Gelegenheit das Stadtbahnsystem in Bielefeld mit so wenig Kosten wie möglich für die Stadt auszubauen. Der Bedarf hierfür inst unbestreitbar gegeben und wird in Zukunft immer größer. Als Indikatoren sind hier exemplarisch steigende Studentenzahlen durch den Ausbau der Hochschulen, die demografische Entwicklung und der sehr stark steigende Spritpreis zu nennen.
Des Weiteren können mit den geförderten Kosten für den Stadtbahnbau weitere positive Veränderungen angeschoben werden, die die Stadt Bielefeld sonst alleine aus eigener Tasche zahlen müsste. Für die Bezirke Senne und Sennestadt ist hier der Notwendige Rückbau der Paderborner Straße zu nennen, der in den Investitionskosten der Stadtbahnverlängerung enthalten ist, ohne sie jedoch von der Stadt Bielefeld komplett allein zu stemmen wäre. Als weitere bedeutende Nebeneffekte könnten die nördlichen und südlichen Teile der Sennestadt endlich zusammen wachsen, der Jahnplatz umgestaltet und dadurch aufgewertet werden, ebenso die Heeper Straße bei Führung der Stadtbahn über diese Route. Auch können eventuell anstehende Kanalsanierungen beim Bau der Stadtbahn durch Synergieeffekte deutlich günstiger werden.

Und dann noch zu meiner Person: Ich bin Student des Verkehrswesens, wohne derzeit mehr in anderen Städten als in Bielefeld, bin aber sehr stark in Bielefeld verwurzelt. Ich bin Mitglied der Grünen, jedoch nicht in Bielefeld. Gearbeitet habe ich schon bei zwei der drei größten deutschen kommunalen Verkehrsunternehmen. Alle meine Beiträge spiegeln einzig und alleine meine persönlichen Überzeugungen wieder.
Finanzen
Bielefelder
18.05.2013, 01:44 Uhr
Kommentar zum Beitrag von H.Hoffmann
(1)
Hallo,

die finanzielle Lage der Stadt kann und will ich nicht wegdiskutieren! Es ist alles andere als gut, dass sich die Stadt Bielefeld im Haushaltssicherungskonzept befindet!

Aber dieses HSK bedeutet doch nicht, dass man nur noch sparen muss. Es sind bei diesem Konzept ausdrücklich auch weiterhin Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen, die nicht zu den Pflichtausgaben gehören. Wäre dies nicht möglich könnte sich die Stadt Bielefeld keinen dringend benötigten neuen Kesselbrink leisten. Und manchmal muss man halt Investieren, um in Zukunft deutlich geringere Ausgaben tätigen zu müssen. Hierbei möchte ich das Technische Dienstleistungszentrum als Beispiel nennen.
Das HSK dient dazu noch genauer auf mögliche Investitionen zu schauen und sie auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Im Falle der geplanten Stadtbahnverlängerungen ist dies geschehen und das positive Ergebnis der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des gesamten ÖPNV-Systems in Bielefeld spricht ja für sich.

Wenn das Argument "das Geld ist nicht da" mit "dann darf man auch nichts ausgeben" von ihnen übersetzt wird, dürfte sich keiner mehr was leisten: Weder die Stadt Bielefeld noch das Land NRW, das Bundesland Bayern, der Deutsche Staat, jeder Bürger mit laufenden Krediten (da die Höhe der Kredite allermeistens das kurzfristig verfügbare Eigenkapital deutlich übersteigt).
Wichtig ist doch, ob sich eine Investition lohnt und man mit dem Ergebnis die Kredite bedienen kann und am Ende ein Mehrwert trotz der Belastungen heraus kommt. Und das ist durch die Studien zu den Stadtbahnverlängerungen bewiesen worden.

Die Frage ist jetzt, ob die Stadt Bielefeld und damit die Politiker, den zur Zeit sehr günstigen Zeitpunkt einer Investition ins Stadtbahnnetz nutzen um die positiven Auswirkungen in Zukunft nutzen zu können.
Keine Frage, dass in einigen Bereichen dadurch bis zur Einstellung der positiven Effekte mehr gespart werden muss, weil sich das Ergebnis der Stadtwerke und der BBVG durch die Kreditbedienung verschlechtert und die Stadt Bielefeld dadurch weniger Geld als geplant zur Verfügung hat. Mit dem Zeitpunkt der Eröffnung der Stadtbahnverlängerungen können die zusätzlichen Einnahmen die Kosten der Kreditbedienung komplett auffangen. (Siehe Potentialanalyse) Ab diesem Zeitpunkt amortisieren sich die Kosten für die Verlängerungen, da der Zuschussbedarf sinkt.

Insgesamt müssten die Stadtwerke und die BBVG zirka 58-59 Mio€ Eigenanteil finanzieren. Eine Erhöhung dieses Anteils ist nur im Bereich der allgemeinen Preissteigerungen im Baugewerbe zu erwarten, da oberirdische Stadtbahnen sehr genau bepreist werden können und dies an praktisch allen Projekten in Deutschland belegbar ist.
Hinzu kommen noch die Investitionen für die 20 neuen Bahnen bei Verlängerung der Linien oder Investitionen in 10 neue Stadtbahnen und 18 neue Busse + nach zirka 10 Jahren nochmals 18 neue Busse. Durch den deutlich höheren Wartungsaufwand bei Bussen und den höheren Energieverbrauch
-> (2)
Finanzen
Bielefelder
18.05.2013, 00:51 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bielefelder
(2)
Damit auf der Linie 3 kein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden müsste, ist die Fahrzeit um die eine Minute Fahrtzeitverlängerung zur Westerfeldstraße zu kürzen.

Das könnte durch den Haltestellenausbau bewerkstelligt werden:
Im Zuge des Baus von Hochbahnsteigen sollen die Haltestellen August-Schröder-Straße, Ravensberger Straße und Sieker Mitte aufgelassen werden. Sie werden durch die neue Haltestelle Marktstraße und eine verschobene Haltestelle Hartlager Weg (zukünftig vllt. Harrogateallee) ersetzt. Wenn man die kürzeren Haltestellenaufenthaltszeiten an Hochbahnsteigen und die Fahrzeitverkürzungen addiert, kommt man mit Sicherheit auf eine gesparte Minute Fahrzeit.

Inwiefern sich dies konkret auf die Wirtschaftlichkeit der Stadtbahn nach Jöllenbeck auswirkt sollte mal untersucht werden!
Sennestadt
Bielefelder
18.05.2013, 00:44 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
(1)
Die Feststellung, dass eine Stadtbahn (nicht unbedingt der Vamos) 2 Busse nach Heepen ersetzen kann, wurde in der Potentialanalyse belegt.
Vom reinen Fassungsvermögen kann eine Vielzahl von Bussen durch eine Doppeltraktion Vamos ersetzt werden.
Im konkreten Beispiel einer neuen Strecke nach Heepen müssten auf der Neubaustrecke 5 Stadtbahnen eingesetzt werden. Es können aber auch 10 Busse eingespart werden. Daher kommt ja auch das sehr positive Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Und warum sollte es beim Einsatz von Doppeltraktionen zu Fahrplanausdünnungen kommen? Grade im Vergleich zu heute wird doch vor allem der Takt in der SWZ deutlich verbessert; man schaue sich nur einmal die Fahrpläne der Stadtbahnen im Vergleich zu denen der Busse nach Heepen an. Also: Der Stadtbahnbau führt zu verdichteten Takten, schon alleine wegen der höheren Fahrgastnachfrage!

Da der Einsatz von Doppeltraktionen vom Vamos in der SWZ nach Heepen in der Tat nicht besonders sinnvoll ist, hat das Niederflursystem hier einen sehr großen Vorteil: Es kann sich besser an die Nachfrage anpassen!

Zu Jöllenbeck:
Der Zuschußbedarf pro Fahrgast im bestehenden Netz beträgt 30 Cent. Bei einer Strecke nach Jöllenbeck läge dieser Wert für die Verlängerung bei 112 Cent. Diese Werte wurden in der Potentialanalyse ermittelt.
Das bedeutet, dass die Strecke nach Jöllenbeck (und jetzt kommen die Einschränkungen) zur jetzigen Zeit nicht wirtschaftlich ist und der Zuschussbedarf für den ÖPNV steigen würde.

Möglichkeiten die Wirtschaftlichkeit deutlich zu verbessern gibt es aber auch:

Da heute kein besonders dichtes Busangebot in Richtung Jöllenbeck von Babenhausen aus besteht (im Vergleich mit 135; 138/38; 21/22/26) kann man auch nicht so viele Busleistungen einsparen. Mit einer, meiner Meinung nach, notwendigen Taktausweitung des bestehenden Busverkehrs der Linien 54/56 ergibt sich automatisch ein höherer Nutzen der Stadtbahnverlängerung.

Durch Ausweisung neuer Baugebiete entlang der Strecke könnten neue, potentielle Kunden hinzukommen (keine großen Auswirkungen)

Vielleicht kann man auch einen kleinen Trick anwenden: Da die Haltestellen Voltmannstraße und Babenhausen Süd umgebaut werden müssen, könnte man an der Voltmannstraße einen Hochbahnsteig errichten und die Haltestelle Babenhausen Süd verlegen. Dazu würde sich ein Standort nördlich der Westerfeldstraße anbieten, wo auch die temporäre Verknüpfung mit den Linien Richtung Jöllenbeck möglich wäre. Der Gewinn für die Verlängerung wäre die mögliche Fahrzeitverkürzung um eine Minute. Dadurch, dass die Stadtbahn nach Jöllenbeck 16 Minuten braucht, müssten 3 Stadtbahnen auf der Verlängerung eingesetzt werden. Wenn diese Fahrzeit um eine Minute verkürzt werden könnte (in meiner Überlegung weil die Endhaltestelle Babenhausen Süd weiter in Richtung Jöllenbeck verlegt wird) müssten nur 2 Stadtbahnen auf der verlängerten Linie verkehren, die Betriebskosten würden also drastisch sinken.

-> (2)
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