Tag 15
Hartwig Meier; moBiel
27.05.2013, 18:24 Uhr
 
Nun einen letzten Beitrag für dieses Mal von meiner Seite. Auch wenn's einige Stilblüten gab, die man in einem offenen Forum nicht vermeiden kann, haben wir doch manches voneinander gelernt. Es war für uns auf jeden Fall ein Pilotverfahren, von dem man jetzt sehen muss, wie geplante weitere Online-Diskussionen den Stadtbahnausbau begleiten werden.

Das Prozessteam der Bürgerbeteiligung ZUKUNFTMOBIELEFELD wird zu diesem online-Forum einen Bericht verfassen, dass Forum an sich bleibt einsehbar, so dass jeder sich auf seine Vorschläge und Bedenken im weiteren Verfahren beziehen kann. Viele Fragen mussten hier offen bleiben, die nun in den Werkstattgesprächen vertieft werden. Das aber nicht jede Position von Stadt oder moBiel übernommen werden kann, und dass wir der Politik am Ende Ihre Entscheidungshoheit zugestehen, gehört zu derartigen Planungsprozessen dazu.

Für mich nicht überraschend war die fachliche und emotionale Tiefe, mit der manche technischen Details verhandelt werden. Das ist mir in diesem Metier nicht neu. Viele dieser Positionen sind jeweils untereinander wenig vereinbar, so dass mancher "Nicht-Freak" vielleicht von der Vehemenz etwas sehr irritiert war, mit der hier gestritten wurde. Aber meist doch sachlich, das ist ja auch was.
Und das Anwohner die Belange ihres direkten Umfeldes aus Ihrer Sicht gewahrt sehen wollen, ist selbstverständlich. Unsere Aufgabe ist es, alle diese Positionen mit dem politischen Auftrag zur Stärkung des Bielefelder öffentlichen Nahverkehrs zu verbinden und daraus jeweils zum Planungsstand passende Beschlussvorschläge für die Politik zu entwickeln.

Insofern war das jetzt eine Pilotbeteiligung am Anfang eines längeren Weges, den wir nun weitere viele Monate gehen werden. Haupteffekt sehe ich jetzt darin, dass Vorschläge, Bedenken und Alternativen genannt worden sind, die im weiteren Planungsverfahren öffentlich auf dem Tisch liegen. Sind diese Überlegungen von starker und wesentlicher Überzeugungskraft, können sie Ihren Weg finden.

Vielen Dank für das Mitdenken! Ich lade Sie zum Mitgestalten im weiteren Planungprozess ein und freue mich auf das Mitfahren in den Stadtbahnen nach Heepen, Hillegossen und Sennestadt.

Hartwig Meier, Verkehrsplanung moBiel
Beteiligung
 
Tag 14
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 22:09 Uhr
Kommentar zum Beitrag von WolfgangK
Für heute soll es das mal gewesen sein abschließend mit einer Anmerkung zu dem sehr ausgearbeiteten Vorschlag von Herrn Küthe. Den musste man sich aber erst mal in Ruhe angucken, daher die Reaktionszeit...
Der Netzentwurf ist dem Beitrag von Wanda Wieczorek vom 22.05.2013, 10:40 Uhr zu entnehmen. Die dazu gehörende Betriebsbeschreibung ist in dem Beitrag von WolfgangK, auf den ich hier verweise.

Das Netz ist schon sehr ausführlich angelegt, man könnte es das „Wunschnetz“ aller in den Empfehlungen der Potentialanalyse berücksichtigten Netzverlängerungen nennen. Wichtig ist, dass es als reines Hochflurnetz angelegt ist. Wer sich diese Lösung also zu eigen macht, will also auch überall Hochbahnsteige durchsetzen. Das liegt auch daran, dass der benannte „Vamos-6-Achser“ keine Trittstufen hat, also einen vollständigen Netzausbau voraussetzt. Technisch eine Position, die man einnehmen kann, bei der poltiischen Umsetzbarkeit haben wir unsere Zweifel zu diesem Thema bereits mehrfach dargelegt.

Von der Netzstruktur her folgt der Vorschlag dem Netzausbau des TTK-Gutachtens, also mit oberirdischer Führung am Jahnplatz und allen Verlängerungen, inklusive Jöllenbeck. Wenn man die „Überall-ohne-Ausnahme-Hochflur“-Voraussetzung akzeptiert, fallen mir als Knackpunkte (wenn ich das Betriebskonzept richtig verstanden habe) folgende Punkte auf:

In den Endabschnitten Heepen und Sennestadt wird nur ein 20-Minuten-Takt angeboten, dass erscheint mir zuwenig und ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber heute.

Zwischen Innenstadt und Bethel sehe ich und in Richtung Radrennbahn vermute ich Kapazitätsengpässe.

Abfahrten im 20-Minuten-Takt von verschiedenen Jahnplatzebenen sind nicht gut vermittelbar. Diese können zudem nicht getaktet sein: Dann geht es Richtung Sieker zum Beispiel um 05/25/45 und 12/32/52. Unser Vorschlag weist den Hauptlinien grundsätzlich den in Bielefeld erprobten 10-Minuten-Takt zu.

Eine Oberflächenverbindung Adenauerplatz - Jahnplatz mit einer zusätzlichen Wendeanlage vor der Kunsthalle kombiniert, wird vom Platz her sehr anspruchsvoll (=nicht einfach durchsetzbar).

Das vorgeschlagene Betriebsgeschehen in Babenhausen Süd und am Campus Nord habe ich - ehrlich gesagt - nicht nachvollziehen können. Welche Linien da wie flügeln hört sich sehr, sehr komplex an. Flügelungskonzepte emotionalisieren übrigens, auch in Verkehrsunternehmen. Das Beispiel der Deutschen Bahn mit dem ICE in Hamm zeigt für viele Kollegen, dass das keine hinreichend betriebsstabile Lösung ist. Auf jeden Fall geht sie nicht richtig schnell, da automatische Kupplungen dafür teure Voraussetzung sind und zum (Ab-)Kuppeln erstmal ein-/ausgefahren werden müssen.
Gesamtvorhaben
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 19:21 Uhr
Die Machbarkeitsstudie hatte die Aufgabe, einen generellen Vorschlag für die Aufteilung des Straßenraumes zu machen. In diesem Planungsstandium kann und wird immer wieder ein Hinweis stehen bleiben, das ein bestimmtes Problem in der Detailplanung noch zu lösen ist.

Dies betrifft insbesondere die Anbindung der Anlieger, die Sie in Ihrer ersten Meldung genannt hatten. Die Frage dieser besonders herausragenden Baumstandorte nehmen wir auf, vielleicht ist das ja so möglich, wie sie gerade beschrieben haben. Danke für den Vorschlag!

Speziell im Fall der Anbindung der Pizzeria ist folgendes bereits bei der Erarbeitung überlegt worden: Es besteht dort die Möglichkeit einer von unsereinen so genannten "rückwärtigen Anbindung". Diese hängt aber von der zukünftigen Nutzung der Wendeanlage ab und wurde deshalb noch nicht ausgearbeitet dargestellt. Die Nutzung des Gebäudes ist nach derzeitigen Erkenntnissen mit der Stadtbahn vereinbar.

Wir wollen die Wendeschleife an sich weiterhin nutzen. Um aber einen geringeren Eingriff in den Wald zu haben, hat sich der Gutachter für die Ausschleifung der Verlängerung aus der bestehenden Strecke am Sennefriedhof entschieden.
Sennestadt
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 19:05 Uhr
Es gab seit der Inbetriebnahme der Linie 4 immer wieder Gutachten zur Tunneloptimierung. In der Signalisierung sind alle Optimierungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Daraus resultiert unsere heutige Position. Schließlich haben wir früher selbst die Linienführung Universität - Heepen favorisiert.

Ein reiner Linientausch bringt ja nichts, wenn nicht die Zahl der benötigten Trassen reduziert werden kann. Aber auch das ist alles schon überlegt worden, es ist nicht zielführend.
Tunnel
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 18:57 Uhr
Kommentar zum Beitrag von 04910
Ich hoffe, Sie gestehen uns zu, dass wir den Zusammenhang zwischen Potenzial und Nachfrage kennen. Ansonsten hätten wir ja zum Beispiel 2010 die Osttangente der Linie 30 beim Bus komplett auf blauen Dunst hin in Betrieb genommen.

Die Verbindung Heepen - Hauptbahnhof ist heute teilweise direkt und alle 10 Minuten mit Umsteige möglich. Das ist als Ausgangsbasis schon mal nicht so schlecht. Das diese Nachfrage explodiert, ist am Beispiel der Brackweder Fahrgäste der Linie 1 (und da ist da Angebot jetzt ja da!) nicht zu erwarten: Etwa 11 Prozent der Fahrgäste aus dem Bereich Kirche bis Eggeweg fahren zum Hauptbahnhof (ohne Umsteiger zu anderen Stadtbahnlinien); davon gehen wiederum 60% zum Zug. Macht also gut sechs Prozent Umsteigepotenzial zum SPNV bei Direktanbindung. Mehr nicht. Im Fall Brackwede werden also auch fast drei Prozent weiterhin direkt fahren können, da in unserem Netzvorschlag die Linie 1 in der Hauptverkehrszeit nach Brackwede fahren soll (und die Hauptverkehrszeit macht 40% unserer Nachfrage aus).

Mir ist unklar, welche Buslinien aus dem Westen zusätzlich am Kesselbrink wenden sollten. Unser Problem ist doch heute eher umgekehrt mit der umständlichen Wende der L21 an der Kunsthalle.

Können Sie Ihren Vorschlag Kesselbrink - Hbf noch mal straßenscharf mit vorgeschlagenen Haltestellenstandorten präzisieren? Vielleicht habe ich da den Überblick verloren...
Innenstadt
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 17:58 Uhr
Warum wir aus Vernetzungsgründen gerade den Jahnplatz für wichtig ansehen, können Sie ja aus den anderen Meldungen ersehen. Ein oder zwei Verknüpfungspunkte machen aus unserer Sicht auch noch kein Mischsystem.

Den Linienweg von der Linie 4 über den Kesselbrink nach Heepen bekomme ich vor meinem Stadtplanauge noch nicht recht zusammen: Wo soll es da langgehen? Oder gehen Sie von einem neuen Tunnelausgang aus?

Dann allerdings sind sie aber aus Hannover blickend einer wirklichen Fehleinschätzung aufgesessen: Doppeltraktionen am Jahnplatz? Hintereinander? Nein, wirklich nicht, noch nie seit Tunnelinbetriebnahme! Deshalb haben wir ja den Nachtsternverkehr aufgehoben, um den Viertelstundentakt zu ermöglichen und eben weil Doppeltraktionen auf den Linien 1 bis 3 deshalb abends nicht eingesetzt werden konnten. Da müssen sie irgendwelche anderen Städte Deutschlands mit Bielefeld überblendet haben.

Rechnerisch geht es aber auch: Selbst gute 90m / 52m (alte Doppeltraktion) oder 90m/ 70m (neue Doppeltraktion) ergeben relativ sicher einen Wert unter 2. Deshalb kann eine Bahn erst an die Bahnsteigkante fahren, wenn der Zug davor die Haltestelle verlassen hat.

Das Sie pauschal von einer Stadtgröße, unabhängig von dem jeweiligen Einzugsbereich und der spezifischen Situation einer Linie, eine Taktfolge ableiten, ist eine meines Erachtens stark verkürzte Argumentation. In der verkehrswissenschaftlichen Literatur wird nicht so pauschal angesetzt. Wenn Sie den Einsatzwagenbedarf aus Erfahrung abschätzen wollen, kommen Sie doch einfach mal zur Hauptverkehrszeit nach Bielefeld. Es lohnt sich (und es existiert!).

Die Untersuchungen zum Tunneldurchlauf sind übrigens von der Hannoveraner Firma RMCon durchgeführt worden, die stark mit dem Institut für Verkehrswesen, Eisenbahnbau und -betrieb der TU Braunschweig vernetzt ist. Auf dieser Basis sagen wir: Der Tunnel sollte nicht weiter belastet werden.
Heepen · Innenstadt · Tunnel
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 17:05 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Michael
Ich antworte da gerne, weil die Frage der Zentralität der Verknüpfungspunkte ein ganz entscheidender Punkt ist; deshalb gar keine Debatte zur Notwendigkeit, hier unsere Beweggründe darzustellen. Schließlich ist es schon für die Stadt Bielefeld ganz wesentlich, wie sich Stadt- und Verkehrsplanung hier aufeinander zu bewegen.

Das der Kesselbrink mit im Haltestellen-Set sein sollte, da sind sich (hoffentlich) ganz viele einig, da er nicht nur Standort des Bielefelder Hauptmarktes ist, sondern im Grunde auch der Wochenmarkt für den Bielefelder Osten.

Noch mal etwas Zahlenmaterial auf den Tisch, welche Bedeutung unsere zentralen Haltestellen im Tunnel haben. Dabei ist es richtigerweise so, dass Umstiege zwischen den Stadtbahnlinien an allen drei Punkten möglich sind, wobei diese Umstiege unterschiedlich attraktiv sind:
Auf den bestehenden Stadtbahnlinien verteilt sich der Ein, Aus- und Umstieg unserer Fahrgäste unter diesen Haltestellen folgendermaßen:
Jahnplatz: 48%
Hauptbahnhof: 32% (davon allein Linie 4: 10%)
Rathaus: 20%

Wenn man also die Sonderstellung der Unilinie etwas herausnimmt, sieht man wieder die Bedeutung des Jahnplatzes. Noch stärker wie beim Bus sind die Anteile der Kunden, die direkt am Jahnplatz oder am Rathaus ihr Ziel haben: das sind wiederum gut zwei Fünftel derer, die diese beiden Haltestellen ansteuern.
Innenstadt
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 15:49 Uhr
Die Zielführung Ihrer Argumentation wird mir nicht klar: Sie beginnen mit den Vorteilen des Niederflursystems, wechseln dann zu den Problemen (soweit kann ich noch folgen) und verweisen dann: Worauf? Was ist ihr konstruktiver Lösungsvorschlag? Was ist die Lösung für Ihr Eingangsstatement: „Richtig ist, dass mit einer Niederflurbahn das Problem "städtebauliche Verträglichkeit" in der Brackweder Ortsdurchfahrt (Hochbahnsteige) und im Verlauf der Neubaustrecke erheblich besser lösbar ist und auch die Baukosten sinken...“?

Die von Ihnen alternativ genannten Gestaltungsvarianten treffen in Bezug auf die Barrierefreiheit nicht den Punkt: Die Haltestellen im Bereich Bethel müssen für beide Systeme ausgestaltet werden, damit wird der Übergang hergestellt. Das wir keine 2,35m breiten Fahrzeuge mehr anschaffen wollen, hatte ich bereits ausgeführt. Ein Ende der Linie 1 „an der Kunsthalle“ ist nicht geplant (dazu nochmal Verweis auf das Zielnetz in der Präsentation „Netz- und Systementwicklung“)

Zur Haltestelle Jahnplatz sind zwei Gutachten von Bedeutung: Eine Verkehrsstudie, die im Auftrag der Stadt derzeit erstellt wird und eine Machbarkeitsstudie für die Gestaltung des grünbleibenden Stadtringes, die moBiel nun beauftragt. Die erste Studie wird dass Maß einer Verringerung des Durchgangsverkehrs bewerten, das zweite Gutachten wird genaue Standortvorschläge für die Haltestelle ausführen. Dabei wird die Umsteigewegelänge richtigerweise eine Rolle spielen. Ich wüsste nicht, warum eine Haltestelle „weitab“ eingerichtet werden soll, wenn man als zentrale Achse des Platzes heute den Hauptfußgängerüberweg definiert.

Das Hannoveraner Beispiel ist sehr gut gewählt, da es die ähnlichen Kriterien wie unsere Entscheidung ansetzt. Eben weil sich manche Punkte doch sehr deutlich unterscheiden (in Hannover ging es um reinen Umbau eines viel kleineren Netzausschnittes, dazu ohne die Möglichkeit, einen neuen Betriebshof zu nutzen) kommen wir auf ähnlicher Basis zu einer anderen Empfehlung.
Hoch-/Niederflurtechnik · Innenstadt
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 15:06 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Ihre Aussage, dass sich die Einzugsbereiche der Haltestellen Jahnplatz und Hauptbahnhof „stark“ überschneiden, finde ich mutig. Früher hatten wir da sogar noch mal eine Haltestelle am Willy-Brandt-Platz dazwischen.

Die (Eisen-)Bahnfahrer sind in unseren Zahlen natürlich enthalten, weil wir unseren Fahrgästen genau diese Frage stellen, ob sie „endgültig“ aussteigen oder noch in eine andere Verbindung umsteigen. Dazu gehört auch die Eisenbahn.

Der Umstieg von Stadtbahn zu Bus am Hauptbahnhof ist nur zu einem kleinen Teil der Linien möglich. Die innerstädtischen Linie erreichen Sie damit nicht. Und wenn er möglich ist, ist er auch besser? Sie müssen ja für alle Betroffenen dann wieder noch die Reisezeit des Busses vom Hauptbahnhof zum Jahnplatz draufpacken.
Ich empfehle Ihnen, die Mobilitätsstudie der Stadt Bielefeld (unter „Haushaltsbefragung“ in der Dokumention) zu Rate zu ziehen. Dort werden sie sehen, wie (wenig!) weit Fahrgäste im Durchschnitt fahren. Ich bestreite nicht, dass es Fahrgäste gibt, deren Mobilitätsmuster sehr stark mit dem Eisenbahnverkehr und mit regionalen Linien vernetzt ist. Solche Kunden aber zum Dreh- und Angelpunkt eines Netzes zu machen, in der die Mehrheit unserer Fahrgäste heute nicht ein einziges Mal umsteigt, ist meines Erachtens nicht zielführend.

Im Gegenteil haben wir eine Betriebserfahrung aus einer länger dauernden Bauphase 2009, wo wir die Linie 4 nur bis Hauptbahnhof geführt haben. Das führte zu massiven Beschwerden der Fahrgäste.
Innenstadt
 
Tag 13
Hartwig Meier; moBiel
25.05.2013, 20:44 Uhr
 
Zum Thema Jahnplatz beziehungsweise einer Netzkonstruktion mit oder ohne Jahnplatz noch ein paar Daten. Verschiedene Ideen in diesem Dialog gehen davon aus, dass eine Lenkung einer Linie aus Heepen zum Hauptbahnhof mit mehr oder weniger Jahnplatzberührung eine Lösung sein könnte: Für die Einschätzung dieser Vorschläge folgende Daten, die sich auf das Mobiltätsverhalten der heutigen Nutzer der Linien 21/22 und 25/26 beziehen:

Fast 90% der Fahrgäste dieser Linien aus dem Osten steigen am Jahnplatz aus oder ein. Der „Durchfahrer-Anteil“ ist also sehr gering. Dies begründet unsere Überlegung eines hohen Fahrgastwechsels in der Innenstadt.
Gut 60% steigen in andere Linien um, davon 10% zu anderen Buslinien, 50% zur Stadtbahn.
Gut 25% der Fahrgäste haben ihr direktes Ziel im Einzugsbereich der Haltestelle Jahnplatz.

Soweit die Datenlage: Wenn wir die Fahrgäste mit „Direktziel“ Jahnplatz , die Durchfahrer (als Umsteiger zum zukünftigen Busnetz) und die Busumsteiger zusammenziehen, ist für 50% der Fahrgäste der Jahnplatz essentiell.
Diese Werte sind für alle Linien mehr oder weniger ähnlich. Bei der Linie 4 haben natürlich die Studenten im Umstieg zur Eisenbahn einen hohen Anteil. Aber selbst bei der Linie 4 ist der Jahnplatz als Ein-, Aus, bzw. Umsteigeort von gleicher Bedeutung wie der Hauptbahnhof.

Daraus resultiert unsere bislang immer wiederholte Einschätzung, dass keine Stadtbahn und überhaupt keine Hauptlinie in Bielefeld den Jahnplatz auslassen sollte.
Innenstadt
Hartwig Meier; moBiel
25.05.2013, 19:19 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Michael
Zur Beantwortung mancher Fragen oder unserem „vehementen Schweigen“: Dieser Online-Dialog kann nicht die vielen (und wie man gerade wieder sieht, meistens noch sehr ausführlichen) Vorschläge innerhalb Minuten fachgerecht in der komplexen Tiefe, die dem ÖPNV nun mal zu eigen ist, beantworten.

Welche Vorstellung von Antwortmaschinerie bei moBiel haben Sie? Wir sind auch Menschen, die ein Privatleben haben, kranke Eltern besuchen oder nur zum Leineweber gehen oder nachher noch Fussball gucken wollen.

Wir haben dargelegt, dass das Forum der Ideenaufnahme dient, dass wir sehen wollen, wo Argumentationen nicht nachvollzogen werden oder wie alternative Ansätze entwickelt werden. Die Einflussnahmemöglichkeit im gesamten Bürgerdialog sind dabei (offen dargelegt!) unterschiedlich: Während die Entscheidungsgremien z.B. in der Netz- und Systemfrage von einer durch die Bürgerschaft nachvollziehbaren Argumentation profitieren, diese aber allein in Ihrer Hand haben, besteht in der Trassenführung eine direkte Mitgestaltungsmöglichkeit durch die Werkstätten in den Quartieren. Der Online-Dialog soll beides unterstützen, er ist aber kein 320-Stunden-Chatroom.

Wenn wir antworten, wird unseren Antworten wird mehr Bestandskraft zugemessen, wie den vielen Fragen, die hier bei uns eingehen. Alle Netznutzer können, mehr oder weniger locker, alles in diesen Planungsprozess einwerfen (Ich teile deshalb auch „Ausbauopfers“ Meinung, dass wir zukünftig etwas mehr die Stränge sortieren müssen).Sie können auch locker die Argumentationsebenen wechseln. Das wollen wir bewusst auch nicht unterbinden. Unsere Antworten dagegen werden aber immer verknüpft werden: "moBiel hat doch am 25. Mai um 18:33 gesagt, dass...".

Folglich können hochkomplexe Antworten auf einfache bis hochkomplexe Fragen eben nicht auf Knopfdruck bereitgestellt werden. Das kennen Sie doch aus ihrer eigenen Erfahrung: Je schneller eine Antwort kommt, desto eher lautet sie: „Nein, geht, nicht, wollen wir nicht, dass hatten wir ja noch nie.“

Das Prozessteam der Bürgerbeteiligung bereitet die Anmerkungen der Bürger auf, insofern verzichten wir auf spezifische „Eingangsbescheide“, die sie vielleicht vermissen.

Speziell zu den Themen Hochflur-/Niederfliur wollten ich mich schon noch melden, genauso mit einem Input zum Jahnplatz, aber das war nun prinzipiell "vorm Anstoß" auch noch mal zu sagen.
Beteiligung
Hartwig Meier; moBiel
25.05.2013, 18:09 Uhr
Kommentar zum Beitrag von eilMob
Die technischen Aufsichtsbehörden unterwerfen die Fahrzeuge keinen systemunterschiedlichen Sicherheitsbegriffen. Crash-Normen sind im Fahrzeugbau Konstruktionsalltag, das gilt auch für Straßenbahnen. Entscheidend für unterschiedliche Betrachtungen sind andere Rahmenbedingungen, z.B. ob die Fahrzeuge wie in Kassel oder Karlsruhe mit am Eisenbahnverkehr teilnehmen. Dies führt zu erhöhten Konstruktionskosten.
Hoch-/Niederflurtechnik
 
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