Tag 14
04910
26.05.2013, 19:45 Uhr
Hartwig Meier; moBiel schrieb:
... "Können Sie Ihren Vorschlag Kesselbrink - Hbf noch mal straßenscharf mit vorgeschlagenen Haltestellenstandorten präzisieren? Vielleicht habe ich da den Überblick verloren... ""

Sehr geehrter Herr Meier,

mir geht es leider auch so, dass langsam der Überblick verloren geht. Mein normalen "Hausrechner" tut sich allmählich schwer mit den Ladezeiten ...

Meine "Erstaufschlag" zum Thema (Jahnplatz/Kesselbrink) finden Sie am 16.05.2013, 19:28 Uhr. Bei den Buslinien beziehe ich mich auf die zukünftigen Linienführungen aus Richtung Quelle, Dornberg, Dürerstraße und Schildhof. Dazu gibt es auch einen speziellen "Dreiteiler" vom 22.05.2013.

Nachvollziehbar ist, dass Fahrgäste der Linie 1 aus Richtung Süden eher weniger zum Hauptbahnhof wollen, da sie in Brackwede umsteigen können oder die Sennebahn sogar direkt erreichen können. Übrig bleiben nur die, die zum Fernverkehr wollen oder RE 6, RE 70/78 bzw. RB 61 und 71 nutzen möchten.

Viele Grüße

Matthias Galle
Gesamtvorhaben · Innenstadt
04910
26.05.2013, 17:47 Uhr
Hartwig Meier; moBiel schrieb:
... "Für die Einschätzung dieser Vorschläge folgende Daten, die sich auf das Mobiltätsverhalten der heutigen Nutzer der Linien 21/22 und 25/26 beziehen: Fast 90% der Fahrgäste dieser Linien aus dem Osten steigen am Jahnplatz aus oder ein. Der „Durchfahrer-Anteil“ ist also sehr gering. Dies begründet unsere Überlegung eines hohen Fahrgastwechsels in der Innenstadt. Gut 60% steigen in andere Linien um, davon 10% zu anderen Buslinien, 50% zur Stadtbahn. Gut 25% der Fahrgäste haben ihr direktes Ziel im Einzugsbereich der Haltestelle Jahnplatz." ...

Sehr geehrter Herr Meier,
wenn ich Sie richtig verstehe, beziehen sich Ihre Zahlen nur auf derzeitige Nutzer des ÖPNV in Bielefeld - nicht auf das mögliche FahrgastPOTENTIAL. Natürlich wird das Nutzerverhalten immer nur ein Abbild des vorhandenen Angebots sein. "Wo kein ÖPNV fährt, fährt keiner mit, also brauchen wir dort auch keinen ..."

Mit einer neuen Stadtbahn wollen/müssen Sie aber doch zusätzliche Fahrgäste gewinnen. Wenn es heute zu umständlich ist, von Heepen zum Hauptbahnhof zu kommen, wird auch kaum Nachfrage dafür bestehen. Ich kenne z.B. Leute, die fahren mit dem PKW (werk-)täglich durch die ganze Stadt nach Brackwede zum Bahnhof (P&R) oder eben direkt nach Halle, Gütersloh, Hannover.

Schauen Sie sich bitte den Vorschlag Linienführung (--Kesselbrink--Hbf), der hier im Forum gemacht wurde und viel Zustimmung gefunden hat, in aller Ruhe an. Ausgangspunkt war die ohnehin notwendige Führung der aus Richtung Westen endenden Buslinien zum Kesselbrink (Wenden/Abstellen). Der Zugang zur Haltestelle Jahnplatz kann auch über die Fr.-Ebert-Straße/Herforder Straße erfolgen, was sogar zu einer besseren Fahrgastverteilung auf dem Tunnelbahnsteig führen wird.

Bielefeld ohne vernünftigen Flughafen in der Nähe, Fernbusse nach Brackwede "verbannt" und Hauptbahnhof nur umständlich mit ÖPNV erreichbar (weil es immer so war) - das gibt's doch gar nicht ... :-)
Heepen
 
Tag 13
04910
25.05.2013, 20:14 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Holger schrieb:
... "2) Stadtbahn bis Bad Salzuflen (oder Herford) - reine Utopie. Haben wir auch schon erlebt, liegt rund 100 Jahre zurück: Bielefelder Kreisbahn bis Eckendorf, damals geplant bis Salzuflen, schnell wieder eingestellt." ...

Die Bahn hatte im Personenverkehr auch zwei entscheidende Fehler:
1. Landwärts an der "Kleinstaaterei" gescheitert und
2. Stadtwärts Hauptbahnhof nicht angebunden.
Zumindest letzteres könnte man heutzutage besser machen. :-)
 
Tag 12
04910
24.05.2013, 20:10 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen – betriebliche Aspekte

Eine Verbindung zum bestehenden Stadtbahnnetz ist – egal welche Variante umgesetzt wird – unstrittig. Bei der oberirdischen Führung auf den Jahnplatz kann sowohl die Verbindung zur Wendeanlage Obernstraße erfolgen, als auch ein Betriebsgleis Richtung A.-Bebel-Straße – bei Variante 5 möglicherweise anschließend an die Endstelle der Linie 4 in der C.-Schmidt-Straße/Dürkopp-Tor 6 - gebaut werden. Es ist sinnvoll, die vorhandene Infrastruktur des Betriebshofes Sieker auch weiterhin zu nutzen. Ein – teilweise bereits angedachter - Neubau auf dem Gelände des Containerbahnhofes wäre nur mit einer Gleisverbindung möglich, welche im Gegenzug zu den anderen Möglichkeiten, definitiv nie eine verkehrliche Bedeutung erlangen würde. Wenn es der Stadt Bielefeld wirklich an Gewerbeflächen fehlt, warum dann ein so großes – zentrumsnahes – Areal als Fahrzeugabstellfläche verschwenden? Aber bitte auch nicht das x-te Autohaus oder den y-ten Baumarkt dort ansiedeln, deren Kundschaft ohnehin auf Kraftfahrzeugen fixiert ist und dann auch wieder riesige Park- bzw. Ausstellungsflächen benötigt. Vielmehr könnte man einmal beweisen, dass man dem – hier oft angeführten - autoarmen Wohnen auch autoarmes Arbeiten zuordnen kann. Oder hängt beides etwa nicht zusammen?

Reicht die Abstellkapazität des Betriebshofes Sieker nicht (mehr) aus, können durchaus – wie andernorts auch praktiziert – an bestimmten Linienendpunkten gegen Vandalismus geschützte Abstellanlagen vorgesehen werden. Diese würden auch den Vorteil bieten, ohne Verlängerung der Arbeitszeit des Fahrpersonals, morgens sofort in Lastrichtung den Betrieb aufnehmen zu können. Neben Heepen kämen dafür auch Sennestadt und im Norden der Bereich Babenhausen in Frage. So ergibt sich vielleicht an Werktagen die Möglichkeit, aus allen Richtungen morgens schon die kurz vor 5:00 Uhr ab Hauptbahnhof erfolgenden Zugabfahrten Richtung Gütersloh--Hamm/W. und Halle/W.—Osnabrück zu erreichen. In den dezentralen Abstellanlagen könnten auch Busse abgestellt werden, deren Einsatzgebiet mit voranschreitendem Stadtbahnausbau immer weiter ins Umland gedrängt wird. Die technologische Planung hinsichtlich Tanken, Waschen und Instandhaltung ist dafür sicher anspruchsvoller als bisher, sofern nicht ohnehin Subunternehmer zum Einsatz kommen sollen.
Gesamtvorhaben · Heepen
 
Tag 11
04910
23.05.2013, 20:18 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen - Gestaltung der Haltestelle Radrennbahn (Variante 1 und 5)

Die Machbarkeitsstudie enthält im Teil 2 auf der Seite 15 für die Variante 1 eine Darstellung der Haltestelle „Radrennbahn“ , welche leicht dahingehend geändert werden kann, dass die dargestellten Bushaltestellen im Gegenverkehr befahren werden, was dann auch genau der neuen Führung der Linie 26 Dürerstraße--Jahnplatz—Bleichstraße—Baderbach entsprechen würde. Nach wie vor besitzen Busse – selbst in Bielefeld – nur auf der in Fahrtrichtung gesehenen, rechten Seite Türen. :-)

Im Vorfeld des Umbaues des Bereiches an der Radrennbahn wäre sicher auch eine verkehrstechnische Untersuchung sinnvoll, ob der Straßenverkehr durch Anlage eines Kreisverkehrsplatzes, der nicht klassisch kreisrund sein muss und an den Kreuzungen mit den Stadtbahngleisen teilsignalisiert sein kann, nicht insgesamt flüssiger gestaltet werden kann. Die Bushaltestelle Richtung Baderbach könnte auch in der Ziegelstraße liegen, die stadtwärtige Haltestelle - an der Ausfahrt zur Ziegelstraße - auch nördlich der Stadtbahngleise, gegebenenfalls sogar dazwischen, wenn die aufgrund des Kehrgleises ohnehin notwendige Gleisverziehung entsprechend groß ist und der ganze Bahnsteig weiter nach Osten rückt.

Kommt die Stadtbahn entsprechend der Variante 5 aus der Heeper Straße wird die Haltestelle „Radrennbahn“ erst östlich des Kreuzungsbereiches Heeper Straße/Am Venn anzuordnen sein. Die Gestaltung kann in Analogie zur Variante 1 mit den beiden separaten Bushaltestellen in der Platzmitte oder einer Ecklösung „Am Venn“ erfolgen Optional wäre es hier dann möglich, die weitere Stadtbahnstrecke südlich der Heeper Straße zu trassieren, was eine bessere/gefahrlosere Zugänglichkeit der an die Radrennbahn grenzenden Parkflächen (Möglichkeit für P&R), den Wegfall der Querung der Straße „Heeper Fichten“ und eine verbesserte Lage der Haltestelle „Meyer zu Heepen“ auf der Seite der Bebauung bedeuten würde.

Damit habe ich mir die wesentlichen Bereiche der Trassenführung zwischen der Innenstadt und der Stadtteilgrenze zu Heepen einmal angesehen, da diese mein Wohnumfeld betreffen. Nach wie vor ist dabei die Variante 7 mein Favorit, da bei mir die Zweifel an den im Raum stehenden Kapazitätsproblemen des Tunnels nicht ausgeräumt werden konnten. Eventuell bietet sich auch eine Kombination mit der Variante 5(a) an, was drei Ausbaustufen ermöglichen würde:

1. Dürkopp-Tor 6—Radrennbahn,
2. Radrennbahn—Heepen und
3. Heeper Straße—Kesselbrink—Hauptbahnhof (Tüte).

Was die Trasse im Ortskern Heepen betrifft, hätte ich mir – ehrlich gesagt – ein paar mehr Wortmeldungen der direkt Betroffenen gewünscht. Aber einige Zeit bleibt ja noch …
Heepen
 
Tag 10
04910
22.05.2013, 20:39 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Michael
Michael schrieb:
... "Ein Mitarbeiter von MoBiel hat gestern einige der aufgekommenen Fragen und Vorschläge kommentiert. Vielen Dank dafür. Möglicherweise habe ich es übersehen, aber eine Frage ist bei mir bisher offen geblieben: Warum ist es keine gute Alternative, die Linie 4 nicht mehr bis zum Rathaus fahren zu lassen, sondern direkt vom Hauptbahnhof Richtung Kesselbrink/Heepen?" ...

Ich sehe es immer positiv, wenn nicht sofort ein Gegenargument oder ein kategorisches "geht nicht" kommt. Vielleicht ist von uns doch noch die eine oder andere Idee dabei, auf die, die sich bisher damit befasst haben, noch nicht gekommen sind. Das soll auch keineswegs negativ rüber kommen - "Brainstorming" finde ich super! Wenn allen damit geholfen wird, ist es doch gut ...
04910
22.05.2013, 15:51 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen – Einsparungspotential beim Busverkehr (3/3)

Die Linie 24 erfordert heute beim 20-Minuten-Takt fünf, die Linie 29 drei Fahrzeuge. In der Linienkombination 25/26 müssen mindestens neun (bei einer Kurzwende an der Dürerstraße), für eine ausreichende Fahrplanstabilität besser jedoch zehn Fahrzeuge eingesetzt werden. Für eine neue Linie 25 Sieker—Baumheide (Reisezeit 2*21 Minuten) wären drei und für eine neue Linie 24 Jahnplatz—Dornberg (Reisezeit 2*23 Minuten) ebenfalls drei Fahrzeuge zu kalkulieren. Die Wendezeit der Linie 24 am Jahnplatz wäre dabei allerdings schon als grenzwertig einzustufen. Das verbleibende Reststück der Linie 29 (Jahnplatz—Schildhof) erfordert bei den jetzigen Reisezeiten von 9 bzw. 12 Minuten zwei Fahrzeuge und hätte damit am Jahnplatz auch eine ausreichende Wendezeit. Die neue Linie 26a Baderbach--Dürerstraße (Reisezeit 2*36 Minuten) wäre theoretisch(!) mit vier Fahrzeugen zu betreiben, die Linie 26b Jahnplatz—Dürerstraße (Reisezeit 2*17 Minuten) unter Berücksichtigung der Wendesituation am Jahnplatz mit drei Fahrzeugen. Insgesamt werden für die gesamte Linie 26 also mindestens sieben, besser jedoch acht Fahrzeuge notwendig, womit eine identische, kurzzeitige Reduzierungsmöglichkeit des Fahrzeugbedarfs über eine Kurzwende an der Dürerstraße wieder vorliegt und so eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. Das Einsparungspotential liegt hier also nur zwischen dem Istfall mit 17 bzw. 18 und dem Planfall mit 15 bzw. 16 Fahrzeugen und den entsprechenden Personalen. Relevante Unterschiede zwischen den Varianten 1 und 5 – wie im Gutachten herausgestellt – sind nicht erkennbar.
> Einsparung: zwei Busse und zugehöriges Personal

Da sich mögliche Einsparungen bei der Wende am Jahnplatz frühestens dann zeigen, wenn konkretere Planungen vorliegen, ist also insgesamt realistischer nur von acht eingesparten Bussen und dem entsprechenden Personal auszugehen. Dabei wäre es natürlich auch zweckmäßig, auf die Auswirkungen auf unterschiedliche Aufgabenträger (Stadt Bielefeld, Landkreise Gütersloh bzw. Lippe) hinzuweisen, was bislang nicht erfolgte. Hier wird Abstimmungsbedarf notwendig sein. Positiver Aspekt des neuen Buskonzeptes ist, dass auf den Linien nach Sieker und Baderbach der 20-Minuten-Takt werktags durchgängig angeboten werden kann, wovon auch Gebrauch gemacht werden sollte. Eine Ausdünnung zu einem unschönen 20/40-Minuten-Rhythmus auf diesen, heute aller 30 Minuten bedienten Abschnitten sollte nicht erfolgen.
Bus · Heepen
04910
22.05.2013, 15:50 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen – Einsparungspotential beim Busverkehr (2/3)

Nun aber zu den konkreten Zahlen aus den Kosten-/Nutzen-Untersuchungen:

Je nach Variante werden im Gutachten 10 (Variante1) bzw. 11 (Variante 5) Busse und das zugehörige Personal ermittelt, was nach einem Stadtbahnausbau nicht mehr benötigt würde.

Zwei Busse werden davon bei den Linien 350/351 (zwei sich überlagernde 1-Stunden-Takte) eingespart, welche nunmehr in Heepen enden und unter Beibehaltung des heutigen Fahrplanes dafür noch vier Fahrzeuge erfordern würden. Bei einer Verschiebung der Fahrplanzeiten wären sogar nur drei Fahrzeuge nötig, wenn Wendezeiten reduziert würden. Da aber auch das heutige Angebot gegebenenfalls kurzzeitig mit fünf Fahrzeugen – anstelle von sechs bei der sicheren Variante – gefahren werden kann, liegt hier ein richtiges Ergebnis vor.
> Einsparung: zwei Busse und zugehöriges Personal

Die nachfolgend angestellten Betrachtungen der innerstädtischen Linien beziehen sich auf die Zeiten des maximalen Verkehrsmitteleinsatzes (HVZ) und gehen daher von einem 20-Minuten-Takt aus. Die Zeiten der heutigen Ankünfte bzw. Abfahrten an den Endstellen wurden möglichst beibehalten um bestehende Anschlüsse nicht zu gefährden. Zwangsläufig gelang dies nicht an der Endstelle Baderbach, um auf der Bleichstraße weiterhin einen 10-Minuten-Takt anbieten zu können (einmal umsteigefreie Fahrt (Linie 26), einmal Fahrt mit Umstieg Bus (Linie 25) >< Stadtbahn in/aus Richtung Zentrum).

Bei Auswertung der Fahrpläne der heutigen Buslinien 21 und 22 ergeben sich jeweils fünf benötigte Fahrzeuge, welche sich auf insgesamt neun reduzieren lassen, wenn beide Linien umlauftechnisch verknüpft werden. Im Planungsfall ergeben sich zwei Fahrzeuge für Linie 21 Lohbreite—Heeperholz (Reisezeit: 2*9 Minuten) und drei Fahrzeuge für eine Linie 22 Jahnplatz—Quelle (Reisezeit 2*17 Minuten), da für eine Wende am Jahnplatz wenigstens 12 Minuten einkalkuliert werden sollten. Die im Gutachten ausgewiesene Einsparung von fünf Fahrzeugen wäre erfüllt, wenn nicht die im Ist-Fall kalkulatorisch enthaltene, stündliche Verbindung nach Werther im Planungsfall fehlen würde. Bei einer Reisezeit von 2*30 Minuten müssen dafür theoretische zwei Fahrzeuge veranschlagt werden, gelingt eine Integration in den Umlauf der Linie 62 bzw. eine – nicht uninteressante, wenn auch „politisch“ eher unwahrscheinliche - Verknüpfung mit der Linie 369, nur ein Fahrzeug. Dieser Kostenbestandteil fehlt definitiv in der Bewertung, d.h. ein oder zwei Fahrzeug(e) und zugehöriges Personal werden weniger eingespart. Die neue Linie 21 kann - unabhängig von den Varianten 1 oder 5 – generell im Bereich Bahnhof Bielefeld Ost wenden.
> Einsparung: maximal vier Busse und zugehöriges Personal

(weiter im 3.Teil)
Bus · Heepen
04910
22.05.2013, 15:49 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen – Einsparungspotential beim Busverkehr (1/3)

> Heute an dieser Stelle etwas „schwere Kost“; und da diese zur Verdauung etwas mehr Zeit braucht, gibt es diese in drei Gängen auch schon am Nachmittag. :-)

Im Rahmen der Kosten-/Nutzen-Untersuchungen (Teil 3 des Gutachtens, ab Seite 18) wird auf das Einsparungspotential bei den Busverkehren eingegangen.

Um die nachfolgenden Berechnungen möglichst vielen, der hier interessiert Mitdenkenden zu erschließen, eine klein wenig Theorie:

> Die Umlaufzeit eines Verkehrsmittels auf einer Linie setzt sich zusammen aus den Reisezeiten A>B und B>A sowie den Wendezeiten an den Endpunkten A und B. Die Reisezeit (im allgemeinen Sprachgebrauch: „die Fahrzeit“) enthält die eigentlichen Fahrzeiten zwischen den Haltestellen und die Aufenthaltszeiten an den Haltestellen bzw. sonstigen betrieblichen Punkten (z.B. Ausweichstellen auf eingleisigen Strecken ohne Fahrgastwechsel). Wendezeiten dienen nicht nur zum rein technischen Vorbereiten des Fahrzeuges für die Rückfahrt, sondern auch zum Ausgleich von Verspätungen und zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse des Fahrpersonals. Einem groben Richtwert zufolge, sollte die Wendezeit im Umlauf etwa 1/6 der Reisezeit im Umlauf betragen und meist einen vorgegebenen Mindestwert nicht unterschreiten. Hierfür gibt es allerdings – genau wie für die Aufteilung der Wendezeit auf die beiden Endpunkte – zahlreiche Einflussfaktoren, deren Erläuterung hier nicht zielführend wäre.

> Die Anzahl der für die Bedienung einer Linie erforderlichen Fahrzeuge ergibt sich aus der Division der Umlaufzeit durch die gewünschte Taktzeit. Das Ergebnis muss eine ganze Zahl sein. Da die Reisezeit im Umlauf ja gegeben ist, muss also die Wendezeit – über den Mindestwert hinaus – erhöht werden, um insgesamt auf ein ganzzahliges Vielfaches der Taktzeit zu kommen.

> Beispiel: Eine Buslinie hat in beiden Richtungen jeweils 19 Minuten Reisezeit. Ein Sechstel der Gesamtreisezeit von 38 Minuten wären rund 6 Minuten (Wendezeit), die Umlaufzeit also 44 Minuten. Soll der Bus nun aller 20 Minuten verkehren, wären diese 44 Minuten auf das nächste ganzzahlige Vielfache von 20 Min. also auf 60 Min. zu ergänzen. 60/20 = 3 benötigte Fahrzeuge. Die Wendezeit wäre mit insgesamt 22 Minuten (z.B. 1*10 und 1*12 Minuten) akzeptabel. Über einen kurzen Zeitraum (z.B. dem morgendlichen Berufsverkehr) könnte auch ein 15-Minuten-Takt mit den drei Fahrzeugen realisiert werden (45/15 = 3). Die Wendezeit würde sich auf nur noch insgesamt sieben Minuten verkürzen, was auf Dauer möglicherweise betrieblich zu unsicher wäre. Völlig indiskutabel wäre es, einen 20-Minuten-Takt mit nur zwei Fahrzeugen dauerhaft fahren zu wollen.

(weiter im 2.Teil)
Bus · Heepen
04910
22.05.2013, 11:36 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Holger schrieb:
... "Man müsste also das gesamte Wohngebiet zwischen Eckendorfer und Heeper Straße vom Durchgangsverkehr frei halten." ...

> Von mir volle Zustimmung! Obwohl es etwas vom eigentlichen Thema weg führt.

Selbst auf der Bleichstraße werden die Busse der Linien 24/25/26 ständig behindert. Ob Hakenort, Feldstraße oder Petristraße - alle werden auch derzeit schon mit Begeisterung vom Durchgangsverkehr genutzt, obwohl man eigentlich gar nicht recht voran kommt (parkende PKW). Der Zeitverlust muss dann durch "zügiges" Fahren (> 30 km/h) ausgeglichen werden. Nicht verwunderlich, wenn mit der LohBREITE auch der Verkehr direkt in das Viertel hineingeführt wird. Die Stadtkasse freut es allerdings ...

Als die Feldstraße monatelang zwischen Petristraße und Eckendorfer Straße gesperrt war, ging es auch und es war - zumindest dort - bedeutend ruhiger.
Heepen
 
Tag 9
04910
21.05.2013, 19:58 Uhr
 
Thema: Stadtbahn nach Heepen - Gestaltung der Haltestelle Lohbreite (Variante 5)

Die Machbarkeitsstudie sieht für die Variante 5 zwischen Kesselbrink und Radrennbahn eine Stadtbahnhaltestelle mehr als in der Variante 1 vor. Für die in beiden Varianten enthaltene Haltestelle „Lohbreite“ fehlen detaillierte Ausführungen. Erkennbar wird aber, dass die Haltestelle in der Variante 5 – so wie die jetzige Bushaltestelle – westlich des Knotens Heeper Str./Lohbreite/O.-Brenner-Straße liegen soll. Hier muss die Verknüpfung mit den Buslinien 21 (Ri. Heeperholz) und 25 (Ri. Sieker bzw. Baumheide) erfolgen. Die Nutzung der vorhandenen Haltestellen in der Lohbreite würde erfordern, dass die Linie 21 weiter über Lohbreite und Bleichstr. Richtung Ostbahnhof zum Wenden und gegebenenfalls Abstellen fahren muss. Wenn die Kreuzung Lohbreite/Auf dem Langen Kampe zu einem Kreisverkehrsplatz umgestaltet wird, könnte der Bus auch hier wenden. Eine Abstellfläche müsste dann im Bereich Lohbreite gefunden werden.

Aufwändig und flächenmäßig kritisch könnte es werden, wenn aus Richtung Brückenstraße ankommende Busse durch die Nachtigallstraße fahren und bereits Am Scherkamp enden, wo sie auch eine Wendezeit verbringen können. Dann wäre die Verlegung der stadtwärtigen Stadtbahnhaltestelle auf die östliche Seite der Kreuzung sinnvoll, um Umsteigewege gering zu halten. Abfahrende Busse halten in Richtung Lerchenstr. auch südlich des Knotens in der O.-Brenner-Str. um die Umsteiger von der landwärtigen Haltestelle aufzunehmen. Eine Vorrangregelung zur Auffahrt vom „Am Scherkamp“ auf die Heeper Straße und den Abbiegevorgang in die O.-Brenner-Str. ist vorzusehen, welches auch unter Nutzung des stadtwärtigen Gleisraumes erfolgen könnte. Busse der Linie 25 Richtung Sieker nutzen gleichfalls die neue Haltestelle in der O.-Brenner-Straße. Der für diese Fahrtrichtung vorhandene „Haltepunkt C“ in der Lohbreite entfällt.

Reserven bezüglich Fläche und Durchlassfähigkeit für den Querverkehr können durch signalisierungsunabhängige Rechtsabbiegespuren über die derzeit als Ausstellungsflächen für PKW (Eigentum?) und Wegfall des Linksabbiegens und Ersatz durch Kreisverkehrsplätze an den Knotenpunkten Lohbreite/Am dem Langen Kampe und O.-Brenner-Straße/Nachtigallstraße erschlossen werden.

Die - vermutlich - weniger wichtige Umsteigebeziehung Heeperholz>Baumheide kann verbessert werden, wenn die Linie 25 in Richtung Baumheide durch die Nachtigallstraße fährt und zusätzlich Am Scherkamp hält. Wenn der Linienast nach Baumheide nicht bedient werden soll (sonntags), ergäbe sich damit gleichzeitig eine Wendemöglichkeit.

Durch die Auftrennung der Stadtbahnhaltestelle „Lohbreite“ kann – in Abhängigkeit von der örtlichen Lage der Haltestelle „Radrennbahn“ - möglicherweise auf die Haltestelle „Brückenstraße“ verzichtet, gleichzeitig die Haltestelle „Hudeweg“ in Richtung Westen – Höhe An der Holzwiese (analog zur Variante 1) - verschoben und zusätzlich eine Haltestelle „Elbrede“ vorgesehen werden.
Bus · Heepen
 
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