Tag 13
B. Vollmer
25.05.2013, 19:56 Uhr
 
Noch einmal etwas Grundsätzliches:
Wir haben dieses Forum eingerichtet, weil wir gerade hören möchten, was uns die Bielefelder Bürger zu den Stadtbahnplanungen mitteilen möchten. Ich kann, obwohl ich täglich Bus und Stadtbahn nutze, nicht jedes Detail in Bielefeld kennen. Insoweit habe ich das Mitlesen und Ihre Ausführungen als sehr wertvoll empfunden. Einige Anregungen haben auch bereits dazu geführt, dass ich mich mit einigen Fragen noch einmal intensiv befasst habe. Ihre Diskussion zeigt mir aber auch, dass ich an verschiedenen Punkten meine Hausgaben noch besser machen muss.

Eine persönliche Sichtweise: Braucht Bielefeld überhaupt eine Stadtbahnerweiterung?
Wir haben heute in Bielefeld bekanntlich 4 Stadtbahnlinien mit mehr als 30 km Länge. Ich halte einmal Karlsruhe dagegen mit knapp 300.000 Einwohnern. Dort verkehren 12 Linien auf 411 Kilometern Länge. Die längste Linie mit 145 km führt nach Freudenstadt in den Schwalzwald hinauf. Für Bielefeld würde ein derartiges Netz bedeuten, wir können vom Jahnplatz mit der Stadtbahn über Paderborn, Brilon nach Winterberg fahren, oder über Gütersloh, Rheda, Warendorf nach Münster. Dieses soll einmal deutlich machen, um wieviel mehr andere gleich große Städte ihre Stadtbahnnetze ausgebaut haben. Und ja, wir brauchen für die Bielefelder Zukunft einen Ausbau des Stadtbahnsystems.
Beteiligung · Gesamtvorhaben
B. Vollmer
25.05.2013, 18:57 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Michael
Hallo Michael,
ich bin gerne bereit, diverse Fragen zu kommentieren. Aber dieses muss nicht unbedingt moBiel-Meinung sein. Gleichwohl unterstütze ich diverse moBiel-Positionen.
Aber einen Punkt vorab, moBiel ist unser aller Verkehrsunternehmen. Nach dem Rückkauf der Stadtwerke ist es eine 100%ige kommunale Verkehrsgesellschaft. Daher muss ich den moBiel-Aktivitäten erst einmal grundsätzlich unterstellen, dass sie allen Bielefeldern zu dienen hat.
Zusammenhang Fahrpreiseerhöhung und teure Stadtbahnerweiterung
Die Fahrpreise im "Sechser", also auch in Bielefeld werden nicht von moBiel festgelegt, sondern von allen in Ostwestfalen tätigen Verkehrsunternehmen, bzw. von der für den Verbund tätigen Organisationen, VVOWL (Schienenverkehr), OWLVerkehr (Busverkehr) und der übergeordneten Organisation NWL. moBiel und die Stadt Bielefeld ist dabei der unproblematischte Bereich. Im Verhältnis teuer sind die Busverkehre im ländlichen Raum (Kreis Minden-Lübbecke, aber auch teilweise der Kreis Herford).
Anbindung der Linie 4/5 via Tunnel vom Hauptbahnhof via Kesselbrink.
Das die Haltestelle Hauptbahnhof überdimensioniert wirkt, hängt mit den drei Bahnsteigkanten aus Richtung Norden zusammen (Kellerbahnsteig für 1 und 2), Doppelbahnsteig für 3 und 4 oben. Diese Konstruktion ist der kreuzungslosen Einfädelung der Linien aus Richtung Norden geschuldet. Tunnelstrecken werden heute aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen ohne Kreuzungen konstruiert. Daher auch die verunglückte Lage der Haltestelle Hauptbahnhof nicht unterdem Hauptbahnhof. Eine kreuzungsfreie Ausfädelung der Linie 4 in Richtung Kesselbrink würde eine aufwendige komplizierte Tunnelkonstruktion mit sich bringen. Dazu kommt das Technikgebäude, das nach meiner Erinnerung 5 Stockwerke tief in der Erde liegt. Auch die Tiefgarage kesselbrink würde eine sehr tiefe Führung der Bahnstrecke erforderlich machen. Das alles wird extrem teuer, von den Kosten nur für dieses Teilstück könnte man die Strecke nach Jöllenbeck gleich mitbauen.
Eine oberirdische Strecke nur zum Bahnhof, ohne den Jahnplatz anzubinden soll in Hochflur oder Niederflur gebaut werden? Eine Niederflurstrecke aus dem Stadtzentrum nach Heepen halte ich in der Tat nicht für wirtschaftlich.
Gesamtvorhaben
 
Tag 12
B. Vollmer
24.05.2013, 20:00 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Gustav
Hallo Gustav,
ich kommentiere gerne Ihre Idee der Linie 4 nach Bethel. Ich bin im Grundsatz Techniker und bin erzogen worden nach dem Motto "Geht nicht, gibt's nicht!" Trotzdem möchte ich auf diverse Punkte hinweisen, die hiermit zusammenhängen. Wir hatten bereits im Rahmen mit Dürkopp Tor 6 intensiv die Frage einer Endstation an der Obernstraße diskutiert. Dabei gab es zahlreiche Hindernisse, die letztlich dazu geführt haben, diese Möglichkeit zu verwerfen.
- Die Kreuzstraße ist eine Bundesstraße, die erst gerade umfassend erneuert wurde. Um den Vamos hier verkehren zu lassen, müssten von der linken Fahrbahn die zusätzlichen Zentimeter weggenommen werden. Dieses würde zu Lasten des Autoverkehrs gehen oder zu Lasten von Fußgänger/Radfahrer. Dazu kommt eine weitere abbiegende Linie auf dem Adenauerplatz, was zu einer Behinderung des Individualverkehrs führt. Hier ist dann Tat die Frage, ob dies genehmigungsfähig ist.
- Damit entfällt die Möglichkeit des Einsatzes der Niederflurtechnik nach Sennestadt. Es bleibt damit das bisher nicht zulösende Problem der Hochbahnsteige in Brackwede, die Sennestädter hätten nur die Alternative Hochbahnsteig.
Zum Thema "keine Stadtbahn nach Heepen" nehme ich noch gesondert Stellung.
Gesamtvorhaben
 
Tag 7
B. Vollmer
19.05.2013, 18:50 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Adrian
Hallo Adrian,
zwischen Jahnplatz und Radrennbahn wurden insgesamt 9 Varianten überprüft und verglichen. Sie werden in der Machbarkeitsstudie für Heepen ab Seite 24 beschrieben.
 
Tag 6
B. Vollmer
18.05.2013, 22:31 Uhr
 
Jöllenbeck:
Die Potentialanalysen hatten die Aufgabe, verschiedene mögliche Strecken mit vorher festgelegten Bedingungen zu vergleichen. Das Ergebnis daraus, war, dass die Anbindung von Sennestadt, Hillegossen und Heepen besonders empfohlen wurde. Daher wurden als nächster Schritt Machbarkeitsstudien auf den Weg gebracht.
Für Jöllenbeck ergab sich leider die Situation, dass die Gutachter diese Anbindung unter den festgelegten Bedingungen als wirtschaftlich nicht vertretbar dargestellt haben. In der Tat wäre nun für Jöllenbeck zu hinterfragen, ob dies tatsächlich grundsätzlich gilt. Hier wäre eine Untersuchung von Nöten, die klären müsste, ob es Randbedingungen gibt, die bei anderer Betrachtung eine bessere Wirtschaftlichkeit erwarten lässt.
Einige mögliche Überlegungen sind schon angesprochen worden: 1) Zusammenlegung der Haltestellen Babenhausen Süd und Voltmannstraße; 2) dazu gehört auch die Frage, was man tun müsste, um einen Stadtbahnzug einzusparen; 3) um wieviel werden die Kosten gemindert bei überwiegend eingleisiger Streckenführung; 4) Gebietsentwicklungsplanung in Thesen und Jöllenbeck auf eine Stadtbahn hin (es gibt entlang der Trasse zahlreiche potentielle Baugebiete); verbesserte Busanbindung vor allem aus Spenge und Enger; Anpassung der Tarife auf die Stadtbahn; eventuell wäre sogar zu hinterfragen, ob man nicht mit der Stadtbahn in den Nachbarkreis fahren sollte.
Also hier sind unabhängig von dem Ergebnis der Potentialanalyse noch eine Reihe Fragen zu klären.
Jöllenbeck
B. Vollmer
18.05.2013, 22:17 Uhr
Kommentar zum Beitrag von ausbauopfer
Liebes "ausbauopfer", nur zur Richtigstellung, eine Eisenbahnüberführung meint hier, dass die Eisenbahn über etwas hinwegführt, also in diesem Fall über die Stadtbahn. Der Begriff "Eisenbahnüberführung" ist entsprechend in den Bahnregelwerken definiert!
 
Tag 4
B. Vollmer
16.05.2013, 21:57 Uhr
 
In der Tat wäre eine Aufwertung der Heeper Straße wünschenswert. Allerdings ist die Situation leider nicht so einfach. Ich befürchte bei einer Stadtbahn durch die Heeper Straße besonders stadteinwärts einen erheblichen Schleichverkehr durch die Straße Auf dem langen Kampe. So haben die Bewohner möglicherweise die Wahl zwischen einer Stadtbahn oder deutlich mehr Verkehr.
Neben dieser Frage führt die Stadtbahn in der Variante 5 durch den besonders engen Teil der Friedrich-Verleger-Straße an der Raspi. Diese Führung halte ich für extrem kritisch. Dort fährt die mögliche Stadtbahn direkt an den Wohnhäusern vorbei. Da ist die Variante entlang der Werner-Bock-Straße deutlich unkritischer.
Vielleicht ist es in der Tat notwendig, eine denkbare Führung von der Werner-Bock-Straße über die Huberstraße zur Heeper Straße zu erwägen. Diese denkbare Führung wurde bei den zahlreichen Varianten nicht untersucht.
Dann unterbliebe allerdings wiederum die erste vernünftig gestaltete Verknüpfung zwischen Bahn und Stadtbahn am Ostbahnhof. Die Variante vom Ostbahnhof zur Heeper Straße oder vom Auf dem Langen Kampe über die Lohbreite zur Heeper Straße haben die Gutachter verworfen.
Heepen
 
Tag 2
B. Vollmer
14.05.2013, 22:11 Uhr
 
Neue Stadtbahn-Haltestelle am Jahnplatz - oberirdisch.
Als Beispiel dazu rege ich an, die Straßenbahn und Bushaltestelle "Postplatz" in Dresden als Beispiel für eine interessante zentrale Haltestellengestatung zu zeigen. Eine derartige Gestaltung könnte die heutige Bushaltestelle am Jahnplatz mit aufnehmen, die von vielen Bielefeldern als häßlich empfunden wird. Auf jeder Seite der Haltestelle führen Fahrspuren für den Autoverkehr vorbei. Im übrigen hat sich Dresden für Niederflur entschieden.
Hoch-/Niederflurtechnik · Innenstadt