Tag 7
Fabian Endres
19.05.2013, 01:56 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bielefelder
In meinen Augen macht nur ein verkehrsberuhigter, aber niemals komplett autofreier Jahnplatz Sinn. Vielleicht wäre hier einmal zu definieren, was denn genau der Jahnplatz ist (von Friedrich-VerlegerStraße bis zum Obertorwall oder doch nur das Dreieck Niederwall / Oberntorwall / Bahnhofstraße)?

Auch wenn diese Diskussion nicht zu hundert Prozent zur Stadtbahnausbau-Diskussion passt, ich sehe hier viel Handlungsbedarf, aber auch viele Fragen, die es zu beantworten gilt:
- Der Niederwall muss befahrbar bleiben (von Herforder Straße und Oberntorwall aus, daher macht eine einspurige Führung zu dieser Straße Sinn. Es sollten nur nicht alle auf die Idee kommen, genau da lang fahren zu wollen. Eine wie sonst in anderen Städten übliche Ringlinie besitzt Bielefeld nicht, bzw. bietet hier viele Schwachpunkte. Wer aus Richtung Heeper Straße zum Adenauerplatz fahren will, muss entweder den Umweg über die Detmolder Straße nehmen oder aber zum OWD fahren. Die Kreuzung Mindener Straße / Feilenstraße ist aufgrund der geringen Aufnahmekapazität wahrscheinlich ein Knackpunkt, wenn der Jahnplatz für den Durchfahrtsverkehr gesperrt wird.
- Eine visuelle Verschönerung des Jahnplatzes z.B. durch Bepflanzung ist nur bedingt möglich, da das Jahnplatzforum darunter verkehrt. Hier sollte überlegt werden, inwiefern dieser wieder eingebunden werden kann (momentan dient es m.E. mehr als Schandfleck). Eine bessere Einbindung in die B-Ebene des Jahnplatzes würde hier Sinn machen, z.B. schon durch einen zusätzlichen Einbau von Rolltreppen an Stelle der bisherigen Treppe. Dies dient der besseren Mobilität und auch der, meiner Meinung nach, besseren Sichtbarkeit vom Jahnplatz aus. Als Beispiele kann man die Hauptwache in Frankfurt oder auch den Neumarkt in Köln aufzählen (auch wenn diese von der Dimension her um einiges größer sind)
- Die Welldächer müssen dringendst weg! Der Jahnplatz als der zentrale Umsteigepunkt muss auch zum Wohlfühlen beim Umsteigen auf den nächsten Bus einladen.
Insgesamt könnte darüber nachgedacht werden, dem Jahnplatz die Struktur einer reinen Fußgängerzone mit inkludierter Buswartezone wie z.B. in Bremen der Bahnhofsvorplatz zu geben. Ich finde das schön gemacht, die Barrierefreiheit ist größtenteils gegeben und auch für Nachtbusse wäre dies bestens geeignet.

Was meinen Sie (die Community)?
Innenstadt
 
Tag 5
Bielefelder
17.05.2013, 15:11 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Danke!
Genau das wollte ich auch damit sagen, habe es aber nicht deutlich ausgedrückt. Mit dem Radweg meinte ich eine zur Fahrbahn höhengleich durch Markierungen abgetrennte Verkehrsfläche nur für Radfahrer, die kein Teli der Richtungsfahrbahn des MIV darstellt, sondern ein eigenständiger, breiter Fahrradweg ist. Somit ist man als Radfahrer im direkten Sichtfeld des MIV und hat gleichzeitig einen guten Abstand zu den Rillenschienen der Stadtbahn.
Fahrrad
Bielefelder
17.05.2013, 14:51 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Wenn die Stadtbahn über den Jahnplatz verkehren wird, ist es selbstverständlich, dass der komplette Stadtraum neu geordnet werden muss. Das ist aber nicht Aufgabe der Machbarkeitsstudie zur Stadtbahn Heepen gewesen. Dort wurde nur die grundsätzliche Machbarkeit einer Straßenbahntrasse über den Jahnplatz untersucht und mit einer positiven Bewertung beschieden.

Mit den Planungen zur Umgestaltung des Jahnplatzes müsste nach einer Entscheidung zur Stadtbahn begonnen werden.
Heepen · Innenstadt
ede
17.05.2013, 14:23 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Dass der Jahnplatz in seiner heutigen Form keine Visitenkarte für Bielefeld ist, darüber sollte wohl bei allen Beteiligten Konsens herrschen. Ob es nun unbedingt daran liegt, dass da "Gestalten herumlungern", das mag dahingestellt sein. Denn der Jahnplatz hat vor allem nicht dadurch gewonnen, dass man dort vor mittlerweile auch schon wieder fast zwei Jahrzehnten diese als Dächer getarnten Wellblechhütten aufgestellt hat, die eben in ihrer unmittelbaren Nähe zwangsläufig ein gewisses schummeriges Ambiente erzeugen.

Ob aber nun wirklich die Verlegung einer oberirdischen Stadtbahn auf den Jahnplatz da die Ultima Ratio ist? Wirklich zwingende Gründe habe ich dafür bislang noch nicht gehört. Die einen wollen den Jahnplatz autofrei gestalten, das ist aber m.E. eher eine Ideologie als ein Grund. Die anderen argumentieren, "dass der Bielefelder daran gewöhnt sei, dass alle Linien über den Jahnplatz fahren", so zumindest ein Verkehrsplaner im Gespräch bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus vor drei Wochen. Naja, ob das wirklich ein trefflicher Grund für so eine gravierende Maßnahme ist?

Denn unterstellen wir doch einmal das Szenario, dass der Autoverkehr vom Jahnplatz verschwunden sei. Dass eine Niederflurbahn dort fährt, damit kein Hochbahnsteig den Platz optisch teilt. Und dass die Wellblechdächer durch eine gelungenere Überdachung ersetzt wurden. Glaubt wirklich jemand, dass der Jahnplatz jetzt zum Verweilen einladen würde?

Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Denn außer dass der Jahnplatz eben "...platz" im Namen trägt, lässt er selbst in dem o.g. Szenario jeden Platzcharakter dennoch vermissen. Denn eine große Freiläche ist noch lange nicht automatisch auch gleich ein "Platz". Die Häuserfluchten am Jahnplatz stehen nunmal so, dass auch anschließend dort nichts anderes als ein langgestrecktes, bananenformgekrümmtes Aufeinandertreffen von sechs teils sehr breiten Verkehrsachsen zu finden sein wird. Hinzu kommt noch, dass die Häuserfluchten rund um den Jahnplatz auch nicht wirklich was "fürs Auge" sind. Das ist einfach nur ein Sammelsurium von verschiedensten Architekturstilen, kein Emsemble wie es für einen Platz oftmals der Fall ist.

Und last, aber garantiert nicht least: Wenn es denn so ist, dass man eine Stadtbahnhaltestelle wegen der dann fehlenden Barrierefreiheit nicht in einen bananenformgekrümmten Bereich hereinbauen kann, sondern die Haltestelle daher ein paar Hundert Meter vom Tunnelabgang entfernt Richtung Friedenstr. liegen würde, dann wäre das ja nicht mal mehr ein Umsteigekomfort.

Für den Fall sollte man doch besser über den Vorschlag von 04910 nachdenken, die Haltestelle Jahnplatz vor die alte Hauptpost zu legen. Die Fr.-Ebert-Str. ist für den Autoverkehr schon heute unwichtig, da passt eine Haltestelle hervorragend hin. Und bei dem vielen Geld, dass da verbaut wird, sollten ein paar Euro für einen direkten Tunnelzugang der Umsteiger noch auf dem Bahnsteig ja auch nicht mehr das so ins Gewicht fallen.
Heepen · Innenstadt
Holger
17.05.2013, 12:43 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Hein Bloed
Kommentar zum Beitrag von Hein Bloed (so blöd ist der gar nicht)

Der Stadtbahnbau in den 70er bis 90er Jahren war an vielen Stellen überdimensioniert und beruhte auf der "autogerechten Stadt". Ich bin vor Kurzem in Duisburg mit der U79 bis Düsseldorf gefahren. Auf dieser Strecke existieren Bahnhöfe mit völliger Überlänge, die mittlerweil modernisiert und gekürzt wurden. Eine Haltestellen im 70er Design wird durchfahren - sie wurde gebaut und nie in Betrieb genommen (Hochbahn mit Rolltreppen etc.) .

Bielefeld hat sich u.a. mit dem Innenstadttunnel die Straßenbahn erhalten - wäre sonst stillgelegt worden. Der Tunnel garantiert nun im Grunde genommen den Bestand (wie soll man den wieder zuschütten oder anders nutzen?). Eine Niederflurbahn nach Heepen kann man schnell wieder stilllegen, ... Man könnte auch eine Obus-Linie bauen - die würde vermutlich noch schneller wieder abgebaut werden.

Heute geht es auch darum, nicht weiter in der bekannten überdimensionierten Art Stadtbahnen zu bauen. MoBiel hat das bisher noch nicht ganz begriffen (entweder 100m oder Niederflur ...). Niederflur ist ein Weg, aber auch Hochflur kann man anders bauen.

Zur Frage Einzugsbereich von Haltestellen: soweit ich weiß, sind es 5 Gehminuten.
Hoch-/Niederflurtechnik
Hein Bloed
17.05.2013, 12:10 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Gabi
Ich bin mir nicht sicher, ob rückblickend betrachtet, der U-Bahn Bau ein Fortschritt gewesen ist (und deswegen eine Straßenbahn auf dem Jahnplatz jetzt einen Rückschritt darstellt). Ich fand es eher einen Rückschritt, dass damals die Straßenbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof weggefallen ist.

Man kann immer nur mit den aktuell zur Verfügung stehenden Daten und Informationen planen. Insbesondere bei ÖPNV-Vorhaben, die ohne Fördermittel nicht umsetzbar sind. In Bielefeld wäre sicher keine U-Bahn gebaut worden, wenn dies nicht gefördert worden wäre.
Gesamtvorhaben
Hein Bloed
17.05.2013, 11:08 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Ein signifikanter Anstieg der mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken ist nur mit separater Infrastruktur (und damit "gefühlter Sicherheit") zu erreichen.
Die Infrastruktur muss natürlich so ausgelegt sein, das Gefahrenpotenzial so gering wie möglich zu halten (sprich: Rechtsabbiegerunfälle ausschliessen). Nur mit deutlich mehr Fahrradverkehr werden auch immer mehr Autofahrer zu Fahrradfahrern, was dann zu einer deutlich entspannteren Gesamtsituation führen wird. Wenn jeder, der mit dem Fahrrad am Strassenverkehr teilnehmen will, so schnell sein muss, wie Mieke Kröger, wird sich an den grundsätzlichen Verhältnissen nichts ändern.
Fahrrad
Markus L
17.05.2013, 08:48 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bielefelder
Das Problem bei Radwegen ist aber, dass diese dem Radfahrer nur gefühlten Schutz bieten. Unaufmerksame Fußgänger (Besonders auch an Haltestellen!), Querverkehr aus Grundstückszufahrten, Rechtsabbieger stellen ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Für den Radvekehr ist häufig die Mitnutzung der Fahrspuren, oder idealerweise ein höhengleicher Radverkehrsstreifen sicherer.
Gespickt mit Rillenschienen und mit einer Straßenbahn im Nacken keine schöne Vorstellung....
Auch lassen sich auf Radwegen im Gehwegbereich kaum die Fahrgeschwindigkeiten aufbauen, die die Fahrradnutzung zur interessanten MIV-Alternative werden lassen.
Fahrrad
Markus L
17.05.2013, 08:01 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bielefelder
Der östliche Jahnplatz mit den "tollen" Haltestellendächern und den vor dem Schnellrestaurant herumlungernden Gestalten benötigt in der Tat eine Frischzellenkur! In der Linie-5 -Planung sehe ich aber bislang noch keinen Ansatz dahingehend.
Heepen · Innenstadt
 
Tag 4
Bielefelder
16.05.2013, 23:50 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
Hallo Markus L,

das ist in der Tat ein Problem und deswegen ist es sehr wichtig entlang solcher Strecken, wo sich Stadtbahn und MIV eine Spur teilen, an den Seitenrändern sehr breite Radwege anzulegen, damit Radfahrer überhaupt nicht in die Nähe der Schienen kommen.
Des Weiteren müssten diese Radwege kontrolliert werden, sodass sie nicht als Haltefläche für den MIV missbraucht werden.
Fahrrad · Heepen
Bielefelder
16.05.2013, 23:44 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Gabi
Wieso passt eine Straßenbahn nicht auf einen autofreien Jahnplatz?
In Frankreich sind in den letzten Jahren sehr viele Plätze unter Zuhilfenahme neuer Straßenbahnsysteme autofrei umgestaltet worden. Ein wirklich sehenswertes Beispiel ist der Place de la Comédie in Montpellier.

Vorher: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e7/Transports_en_commun_de_Montpellier_-_Place_de_la_Comédie_-_Autobus_Renault_R4100_Berliet_PLR_Renault_215D_.jpg

Heute: http://1.bp.blogspot.com/-RpeK2M6Zsqw/T82Q_nOX35I/AAAAAAAAFr8/3AdWwX3g9nI/s1600/IMG_0018.jpg

Meiner Meinung nach sind die vielen Autos, die Haltestellendächer der Bushaltestellen, die heruntergekommenen Fußgängerflächen und versifften Randbereiche des Jahnplatzes ein totaler Rückschritt, der absolut nicht mehr in die heutige Zeit passt. Nur durch einen konsequenten Rückbau der zerschneidenen Straße kann der Jahnplatz erheblich an Aufenthaltsqualität gewinnen.
Eine Straßenbahntrasse würde im Gegensatz zum MIV nur sehr wenig Fläche beanspruchen und eine Niederflurbahn lässt sich perfekt in einen umgestalteten Jahnplatz integrieren; zahlreiche Städte machen es vor!
Heepen · Innenstadt
Markus L
16.05.2013, 22:17 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Gabi
Und dabei wären wir an einem weiteren, gar nicht unwichtigen Thema:

Für Radfahrer sind Strassenbahn-Rillenschienen im Strassenbelag eine nicht unerhebliche Unfallgefahr!

Ich selber durfte mich auf den alten Strassenbahngleisen am Kesselbrink, die dort noch Jahrzehente nach der Stadtbahneröffnung herumlagen, auf die Klappe legen.
Ging zum Glück mit einem verbogenen Vorderrad und einem blutigen Knie glimpflich ab. Eine Bekannte aus Freiburg hat es da kürzlich erst übler erwischt: Operationen, und monatelager Krankenstand waren die Folge.
Aus Bielefeld ist mir aus dem letzten Jahr mindestens ein tödlicher Unfall (Oelmühlenstraße) bekannt geworden.
Heepen · Innenstadt · Fahrrad