Tag 4
Holger
16.05.2013, 13:08 Uhr
Ihrem Beitrag stimme ich in vielen Punkten durchaus zu. Nur bezweifle ich weiterhin, das Vamos-Doppeltraktionen bis Sennestadt Sinn machen. Die Auslastung der Busse Linie 135 beweist dies jedenfalls nicht. Allenfalls im Schülerverkehr und nur werktags. Es gibt also zwei Möglichkeite - entweder Zugteile abkoppeln oder ein 20-Minutentakt am gesamten Wochenende. Letzteres wäre aber eine gegenüber heute schlechtere Bedienung. Die Senne-Bahn kann die von Ihnen genannten Bedienungen nicht erfüllen, trotzdem teilt sich jedoch die Anbindung von Sennestadt damit auf zwei Wege auf. In Jöllenbeck besteht eine Aufteilung auf Zug und eine mögliche Stadtbahn nicht. Eine Stadtbahn in Sennestadt deckt die Nah-Bedienung (bis einschließlich Bethel) ab, der Zug bietet eine bequeme Anbindung im gesamtstädtischen sowie regionalen Bereich - und das nicht nur für einzelne Fahrgäste! Ein Bereich von Sennestadt ist im Übrigen bereits heute stark an die Senne-Bahn gebunden, Eckardtsheim.

Die Attraktivität für Autofahrer zum Umsteigen auf die Stadtbahn ist wegen langer Fahrzeit beschränkt, sie erreichen bequem den Bahnhof (wo allerdings die P+R -Plätze fehlen). Und weil immer wieder die vielen Schulen auf dem Weg der Linie 1 genannt werden: Eine Stadtbahn nur für den Schülerverkehr macht keinen Sinn.
Park+Ride · Sennestadt
Norbert Jamitzky (Stadt Bielefeld)
16.05.2013, 11:34 Uhr
 
Dieser Artikel soll die ÖPNV-Nutzung in Bielefeld beschreiben:

Im Rahmen des EU-Projektes BAPTS hat die Stadt Bielefeld im Jahr 2010 eine umfassende Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten der Bielefelder Bevölkerung beauftragt. Das Ziel dieser Haushaltsbefragung war die Ermittlung des Verkehrsverhaltens in der Stadt Bielefeld. Insgesamt wurden per Zufallsprinzip 15.000 Bielefelder Haushalte ausgewählt von denen 3.705 an der Studie teilgenommen haben. In der Befragung wurden die alltäglichen Wege der Haushaltsmitglieder abgefragt. Die Hauptaussagen der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Der durchschnittliche Bielefelder legt am Werktag 3,4 Wege zurück, die eine Reiseweite von 6km haben und 18 Minuten (pro Weg) dauern. In den Studien wurden acht typische Reisezwecke berücksichtigt. Die Ergebnisse der Studie stimmen mit gängigen in der Verkehrsforschung existierenden Studien und Beobachtungen überein.

Tatsache ist, dass die überwiegende Zahl der Wege im näheren Umfeld zurückgelegt wird. Viele Arbeitsstellen befinden sich in Sennestadt, in Senne, in Brackwede und in Bethel. Auf dem Weg von der Würtenberger Allee in die Innenstadt existieren einige Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Gebrauch. Hier ist demnach auch keine reale Nutzergruppe, die die Relation Sennestadt – Bi-Mitte aufsucht, zu erwarten. Für den Wegezweck Bildung existieren vor allem in Brackwede, Senne und Sennestadt Möglichkeiten aller Schulformen. Im Rahmen der Schulzeitentzerrung sind uns die Fahrrelationen (Einstiegshaltestelle und Schule) der Schüler aus den benannten Stadtteilen bekannt. Als Ergebnis für die Relation Sennestadt – Bielefeld Hbf bzw. Jahnplatz bleibt der Wegezweck Freizeit, der Wegezweck Besuch, zum Teil der Arbeitsweg und das Einkaufen für Güter des nicht täglichen Bedarfs. Auch hier muss relativiert werden, dass einige dieser Wege nicht alltäglich stattfinden.

MoBiel führt in regelmäßigen Abständen Zählungen auf ihren Bus- und Stadtbahnlinien durch. Hier ist bekannt, dass knapp 30% der Fahrgäste allein im Binnenabschnitt Senne bis Bethel der Linie 1 fahren.

Für die Diskussion ist folgendes festzuhalten; Der Ausbau der Stadtbahn nach Heepen und Sennestadt dient vor allem der vor Ort Ansässigen die ihre Wege im Stadtteil selber oder im Nachbarstadtbezirk durchführen. Damit wird nicht ausgeschlossen, dass die erwähnten Relationen Sennestadt – Bi-Mitte (Hbf und Jahnplatz) oder Heepen und Bi-Mitte von einzelnen Fahrgästen genutzt wird. Demnach ist die Sennebahn nur für einzelne eine mögliche Alternative.