Tag 2
eilMob
14.05.2013, 15:12 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
In Jöllenbeck lässt sich sicherlich mit oder ohne StadtBahn einiges verbessern. Auch scheint in der Planung das P+R-Konzept bisher wenig berücksichtigt. Das wäre sicherlich mal interessant näher auszuleuchten.

Ihrem Satz: "Jöllenbeck ist durch seine stadt- und uninahe Lage der Bezirk, in dem dieser Bedarf abgedeckt werden kann." möchte ich aber wiedersprechen. Hier schaffen Sie doch eher einen künstlichen Bedarf nach Verkehr. Bei stadt- und uninah fallen mir die Bezirke Mitte und Schildesche ein, in denen Zentrum und Uni auch tatsächlich liegen.
Jöllenbeck · Park+Ride
Holger
14.05.2013, 10:53 Uhr
 
Nach eigener Aussage von moBiel werden in den nächsten Jahren sämtliche vorhandenen Planungskapazitäten für die Stadtbahnverlängerungen – und insbesondere die Linie 5 von Heepen nach Sennestadt – eingesetzt. Für im Busverkehr nötige Planungen mangelt es demnach also an Kapazität. Ein Projekt optimaler Busanbindung und -verknüpfung von Jöllenbeck wird vermutlich über Jahre nicht in Angriff genommen.

Es kann und darf nicht sein, das ein Stadtbezirk in derart gravierender Weise vernachlässigt wird, wie dies in Jöllenbeck geschieht. Jöllenbeck ist der einzige Stadtbezirk ohne Bahnanschluss. Der für einen Teilabschnitt bereits weitgehend geplante Stadtbahnanschluss wurde zunächst durch die Politik verhindert und dann endgültig per Gutachten als unrentabel verworfen.

Bielefeld braucht Wohnraum für Studenten und preiswerte Wohnungen für finanziell schlechter gestellte Bürger. Jöllenbeck ist durch seine stadt- und uninahe Lage der Bezirk, in dem dieser Bedarf abgedeckt werden kann. Hierzu sind jedoch optimale Verkehrsanbindungen erforderlich. Eine Stadtbahn nach Jöllenbeck wäre außerdem wegen der geringen Fahrzeit ins Stadtzentrum in der Lage, Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen und damit den PKW-Verkehr in Bielefeld einzuschränken. Eine Stadtbahn nach Sennestadt kann die dafür nötige Attraktivität wegen langer Fahrzeit nur schwer erreichen und wird damit auf den PKW-Verkehr innerhalb der Stadt wenig Einfluss haben. Sie kann wegen der guten Bahnanschlüsse im Umland auch nur innerstädtische, keine regionale Bedeutung haben - im Gegensatz zu Jöllenbeck mit Enger und Spenge als Umlandgemeinden ohne Bahnhof.

Verglichen mit allen anderen Bielefelder Bezirken hat Jöllenbeck heute mit Abstand die schlechtesten Busanbindungen. Das betrifft zunächst die Anbindungen an die Innenstadt, aber in noch größerem Maße die Verbindungen zum entstehenden Uni-Campus (keine Direktverbindung, nur Bus/Bus oder mit Umweg durch die Innenstadt Bus/Bahn/Bahn). Erforderlich ist ein 10-Minutentakt nach Babenhausen Süd und ein 20-Minutentakt mindestens im Hauptverkehr nach Schildesche. Letzteres entspricht dem vergleichbaren Busangebot der Linie 24 Richtung Kirchdornberg. Das Angebot an Sonntagen muss verdoppelt werden.

Als Anschluss Richtung Uni kann nicht nur der durchgehend gefahrene 20-Minutentakt auf der Linie 31 bestehen – mindestens zu den Spitzenzeiten wäre eine Direktverbindung notwendig. Die angedachte, leider bisher nicht fest geplante Querverbindung der Stadtbahn Jöllenbecker Straße – Uni-Campus würde die bestmögliche Anbindung bringen. Sie wäre auch in der Lage, den PKW-Verkehr aus dem Bereich Jöllenbeck und in Kombination mir einer Verlängerung bis mindestens Theesen auch aus dem Umland Richtung Uni einzuschränken.

Notwendig wären gut ausgebaute P+R -Anlagen an den Stadtbahn-Endpunkten, dies ist bei der Sennestadt-Planung kaum ersichtlich. Und hier wäre für PKW-Umsteiger allenfalls das Zentrum Sennestadthaus interessant, nicht der Endpunkt Senner Hellweg.
Jöllenbeck · Gesamtvorhaben · Park+Ride