Tag 2
eilMob
14.05.2013, 15:20 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Hier scheint mir, schätzen Sie die größe mancher Gruppen falsch.

"Das Ziel vieler Fahrgäste und besonders berufstätiger PKW-Umsteiger ist direkt der Bereich BI-Hbf." Der Hbf ist sicher ein wichtiges Ziel, dass aber für Pkw-Umsteiger besonders interessant wird, wenn P+R-Plätze direkt an Bahnhöfen liegen. (Hier wäre ein Konzept sehr interessant.) Diese Umsteiger sind dann für die Frage Bus oder StadtBahn dann aber irrelevant. Sie vernachlässigen in Ihrer Betrachtung aber viele Ziele entlang der Linie 1: Schulen an der Rosenhöhe, Brackwede Zentrum, Bethel. Am Ende des Beitrags argumentieren Sie mit Umsteigern zur Uni, diese dürften jedoch einen wirklich geringen Anteil ausmachen. Hier wäre eine Statistik interessant, wie weit ein durchschnittlicher moBiel-Nutzer fährt. Sennestadt-Uni wird wohl wenig nachgefragt sein und bleiben.
Park+Ride · Sennestadt
Holger
14.05.2013, 11:38 Uhr
Kommentar zum Beitrag von eilMob
Zu Punkt 3 (Senne-Bahn): Ab 2014 fahren die Züge im Halbstundentakt. Umsteigen Bus/Zug erfordert direkte Anschlüsse und eine geeignete Umsteigeanlage. Inwieweit hierzu Planungen bestehen, weiß ich nicht. Ich gehe allerdings davon aus, das Sennestadt nicht in diese Richtung plant - wegen der jahrzehntelangen Bevorzugung der Verbindung Bus/Stadtbahn bzw. dem ausdrücklichen Wunsch nach einer Stadtbahnanbindung. Das Ziel vieler Fahrgäste und besonders berufstätiger PKW-Umsteiger ist direkt der Bereich BI-Hbf. Ein Umstieg dort in die Stadtbahn ist also weniger das Problem (auch wegen des dichten Taktangebotes), allenfalls der vom Bahnhof getrennte Umsteigepunkt Jahnplatz zu den Bussen. Von Verspätungen der Senne-Bahn habe ich bisher wenig gehört, die Stadtbahn hat jedoch sehr häufig Verspätung und Anschlüsse werden verpasst (besonders oft zur Uni-Linie). Ist eine Verbindung Bus/Direktanschluss Bahn/Stadtbahn zur Uni oder Stadtbahn (lange Fahrzeit)/Stadtbahn/Uni attraktiver? Ich denke, beides ist ziemlich gleich zu werten - und bin damit wieder bei der eindeutigen Parallelbedienung angekommen.
Sennestadt
 
Tag 1
Patricia Lohmann
13.05.2013, 17:08 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Mir liegen die Fahrgaststatistiken nicht vor, aber die Tatsache, dass die Linie 1 zwischen Sennestadt und Brackwede durch das Einzugsgebiet mehrerer Schulen fahren würde (mindestens 4 weiterbildende Schulen wären betroffen), scheint mir schon den Einsatz von Langzügen zu rechtfertigen, in den Bussen nach Sennestadt war schon in den 70 er Jahren zwischen 7 und 8 Uhr morgens ein heilloses Gedränge, mittags war es ähnlich. Das kann zumindest morgens nicht viel besser geworden sein.
Sennestadt
eilMob
13.05.2013, 16:37 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Ich kann die Argumente nicht alle nachvollziehen. Insbesondere wurden im Gutachten Jöllenbeck und Sennestadt verglichen und es kam heraus, dass Sennestadt wirtschaftlicher ist.

zu 1) Es geht ja nicht nur darum, wie sich Stadtteile möglicherweise entwickeln, auch heute leben dort Menschen. Die jetzige Ausgangslage ist auch so, dass Sennestadt viel dichter bebaut ist als Jöllenbeck.

zu 2) Dem stimme ich zu.

zu 3) Der Bahnhof Sennestadt wird jetzt im Stundentakt bedient mit 16 Minutenfahrzeit zum Hbf. (Ich fahre dort selten, aber vermute, dass die Pünktlichkeit dort auch ein größeres Problem als bei der StadtBahn ist.) Zu diesen 16 Minuten kämen zum Jahnplatz noch 2 Umstiege und Busfahrten oder Fußwege dazu. Mit welcher Fahrtzeit zum Jahnplatz würden Sie mit ihrer Bus- und Zugvariante rechnen?

zu 4) Ein Abkoppeln von Zugteilen würde schätzungsweise ein, vielleicht zwei Fahrzeuge sparen. Personal lässt sich nicht sparen. Da das Abkoppeln aber für große Verspätungen bei technischen Problemen sorgt, vermute ich, dass moBiel darauf verzichtet. Was ich mir vorstellen kann, ist eher, dass Verstärkerfahrten nicht immer bis Sennestadt fahren.

zu 5+6) Ja, die Bedienung aller Teile Sennestadts mit der StadtBahn ist schwierig, aber es sollen ja sicher nicht alle Busse wegfallen, eine Erschließung von Bahnhof und Rheinstraße ist aber sicherlich mit Bussen möglich. Warum gehen Sie von einer Ringlinie aus, die die Elbealle doppelt bedient?
Jöllenbeck · Sennestadt
Godehard Franzen
13.05.2013, 16:03 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Holger
Ich kann dem Beitrag von Holger nicht zustimmen. Entscheidend ist nach meiner Meinung, dass eine Stadtbahn nach Sennestadt eine völlig andere Anbindungsqualität hätte als die Sennebahn. Selbst wenn die Sennebahn durch eine Ringbuslinie zum Krackser Bf optimal angebunden wäre, blieben doch gravierende Nachteile. Wichtige Ziele wie Brackwede-Zentrum, Bethel, Adenauerplatz und Jahnplatz fährt die Sennebahn nicht an. Die Sennebahn kann bei derzeitigem Ausbaustandard nur im Halbstundentakt fahren. Ein zweigleisiger Ausbau der Strecke ist nicht zu erwarten. Eine Stadtbahn dagegen würde im 10-Minuten-Takt fahren, in den Randstunden voraussichtlich im 15-Minuten-Takt. Das ist eine ganz andere Bedienungsqualität.

Dass Sennestadt zu weit vom Zentrum entfernt liege, halte ich für kein stichhaltiges Argument. In zahlreichen anderen Städten fahren die Stadtbahnen noch viel weiter 'raus, z. B. in Bonn, Freiburg, Kassel oder Karlsruhe. Die angefahrenen "Vororte" haben z. T. deutlich weniger Einwohner als Sennestadt.
Sennestadt
Holger
13.05.2013, 14:35 Uhr
 
Eine StadtBahn bis Sennestadt halte ich nicht für sinnvoll.

1) Sennestadt liegt zu weit vom Zentrum entfernt, um eine Entwicklungsachse für Bielefeld zu sein. Neue Wohnungen, ein Bevölkerungszuwachs z.B. als Folge eines Bahnanschlusses sind dort nicht zu erwarten.

2) Es fehlt das Umland. Oerlinghausen und Schloß Holte sind ausreichend an die Eisenbahn angeschlossen, auch Stukenbrock ist auf den Bahnhof Schloß Holte orientiert.

3) Sennestadt besitzt einen Bahnanschluss. Dieser muss lediglich durch eine Ringbuslinie mit direkten Zuganschlüssen an den kompletten Stadtteil angeschlossen werden. Eine Stadtbahn hätte ausschließlich innerstädtisch Bedeutung – Ziele außerhalb von Bielefeld (Paderborn, Gütersloh, Herford, ...) werden per Bahn erreicht. Auch einige Ziele im Stadtbereich sind besser per Bahn erreichbar (Brake, Quelle und natürlich der Bereich um den HBF, also sogar die Innenstadt).

4) Der Betrieb mit Langzügen ist im dicht besiedelten Stadtgebiet sinnvoll, im Außenbereich ca. ab Buschkamp, nicht mehr. Also leere Doppeltraktionen? Oder abhängen eines Zugteils in Brackwede? Oder eine Zweigstrecke z.B. nach Brackwede Süd mit Zugteilung? Oder Ende des 10-Minuten-Taktes in Brackwede und dann alle 20- / 30-Minuten?

5) Die Bedienung des gesamten Stadtteils Sennestadt per Stadtbahn ist schwierig. Die vorgesehene Streckenführung bezieht den Bereich Rheinallee, also praktisch den gesamten westlichen Bereich nicht ausreichend ein. Gebaut werden müsste entweder eine Strecke entlang des bisherigen Weges der Buslinie 135 oder eine eingleisige Ringlinie (Elbeallee – Senner Hellweg – Rheinallee). Letzteres würde allerdings das fehlen eines Endpunktes bedeuten - eine sinnvolle Betriebsführung wäre unmöglich (die Züge müssten ohne Pause zurück in die Innenstadt fahren, ein sicherer Betrieb ist so nicht möglich).

6) Die geplante Streckenführung erfordert eine zusätzliche Ringbuslinie, die den westlichen Teilbereich heranführt - und gleichzeitig den Anschluss an den Bahnhof ermöglichen würde. Ergebnis ist eine klare Parallelbedienung des Stadtteils durch Stadtbahn und Eisenbahn. Und die Fahrzeit der Stadtbahn zur Innenstadt ist ziemlich lang, ...

Sinnvoll ist eine Verlängerung der Linie 1 um 2-3 Haltestellen bis in das dicht bebaute Wohngebiet Buschkamp.

Ganz anders die Situation in Jöllenbeck: Entwicklungsachse mit garantiertem Bevölkerungszuwachs durch eine StadtBahn – auch wegen der Nähe zum Uni-Campus. Ausreichend Umland ohne Eisenbahnanschluss vorhanden. Garantierte Reduzierung des PKW-Verkehrs – die Fahrzeit zur Innenstadt wäre im Gegensatz zur weit abseits gelegenen Sennestadt zum Umsteigen für Autofahrer auch aus der Region akzeptabel.
Jöllenbeck · Sennestadt