Tag 15
Fritz
27.05.2013, 19:58 Uhr
Teil 2 - Zum Beitrag der Freien Scholle
Die Neue Westfälische, zitiert unter gleichem Datum, Herrn Kaufmann, Freie Scholle, Vorstand bei 'Bielefeld pro Nahverkehr e.V.’, wie folgt:

"Das Gebiet ist ein benachteiligtes – mehr Menschen mit Migrationshintergrund, mehr Alleinerziehende, mehr Menschen, die Hilfen bekommen – und da gehört die ÖPNV-Anbindung mit ins Puzzle einer Entwicklung des Quartiers."

Die Anbindung über ganz gute öffentliche Verkehrsanbindungen ist vorhanden, über Buslinien nördlich und südlich, parallel zum Langen Kampe verlaufend. Auf dem Langen Kampe soll aber trotzdem etwas nicht richtig entwickelt sein.

Die Freie Scholle sieht „das Gebiet“ als benachteiligt an. Ich kenne eher Menschen, die benachteiligt sind.

Wie soll man die Freie Scholle verstehen? Soll die neue Stadtbahnlinie etwa Migranten minimieren oder angeblich zu viele Alleinerziehende in Ehen hineinretten und auch staatliche Hilfen für Menschen reduzieren, weil mehr solche Betroffene dort leben als anderswo? Ihr seid zu viele von der falschen Sorte? Das will man mit der Stadtbahn korrigieren. Das sind doch abstruse Gedanken.

Die Neue Westfälische weiter: "Auch wenn", so Kai Schwartz, "anfangs sicher viele Menschen nicht glücklich sein werden mit den Plänen".

Leider ist es oft so: Wo es um ‚Entwickeln’ oder ‚Aufwerten’ geht, wo angebliche „große Chancen“ wahrgenommen werden sollen, wird das Vorhandene erstmal kräftig in Frage gestellt.

Seitens der Freien Scholle wird das Quartier um den Langen Kampe abgewertet. Es sei benachteiligt. Was sind die Gründe? Welchen Personen ist der Wertmaßstab in die Hand gelegt? Den Bewohnern und Betroffenen des Viertels?

Das Quartier wird schlechtgeredet, um es verändernd 'aufwerten' zu können. Aufwertung beinhaltet den Begriff ‚Wert’.

Wer legt den Wert fest? Wer maßt sich Abwertung und Aufwertung an? Wodurch ist er legitimiert? Wodurch und woher hat er seine Wertmaßstäbe gewonnen. Über welche Werte wird überhaupt gesprochen?

Ein einfaches Mittel, um Benachteiligungen für Menschen zu mindern, wäre, zu häufige Mieterhöhungen auszusetzen. Dann müßten Bewohner des Quartiers weniger oft Wohngeld oder rentenergänzende Grundsicherung beantragen.

Dann würden Arbeitslohn oder Rente eher ausreichen. Im Gegenzug müssten die Verwaltungskosten der Scholle in Relation verringert werden.

'Aufwertung’ eines Wohnviertels bringt teure Sanierung und Mietpreiserhöhung, wird angestammte, weniger zahlungskräftige Mieter rausdrängen. Man schaue sich die Mietpreise für neuen Wohnraum der Freien Scholle an. Für Arbeiter kaum bezahlbar.

'Sicher wohnen ein Leben lang', ist der Logos der Genossenschaft Freie Scholle bislang. Das ist eine Gründung der Arbeiterbewegung. Gerade hat die Sozialdemokratie Jubiläum gefeiert. Mein lieber Scholli!
Es ist an der Zeit, nicht alles zu nehmen, was der Markt erlaubt.
Fritz
27.05.2013, 19:55 Uhr
Teil 1
Die Freie Scholle schrieb heute, 27.5.13, ihren ersten und einzigen Beitrag, der jedoch offenbar gelöscht worden ist, jedenfalls finde ich ihn jetzt nicht mehr im ganzen Forum.

Tenor dieses Beitrages war „Ein Beitrag zur Versachlichung“ und auf diesen Beitrag gehe ich noch einmal ein.

Darin hieß es u.a.:

„Fragen und Ängste der Anlieger zum Beispiel hinsichtlich einer möglichen Lärmbelästigung, des Verbleibs der Bäume, der Trassenführung in Seiten- oder Mittellage, der Geschwindigkeit der Bahn durch eine Tempo 30 Zone sowie der Einflüsse auf den ruhenden und fließenden motorisierten Individualverkehr sind zu beantworten.“

Warum drücken Sie sich um klare Antworten auf selbst gestellte Legitimationsfragen?.

Sie wissen längst, daß es Lärm geben wird und keinen „möglichen Lärm“.
Sie wissen, daß die Kirschbäume beseitigt werden, da die Trasse wegen der staatlichen Zuschüsse über den Langen Kampe geführt wird.
Sie wissen, daß eine eigene Stadtbahntrasse die Menschen voneinander trennt
Sie wissen, daß eine Straßenbahn mit Tempo 30 eine Ausnahme bekommen muß, um schneller zu fahren, oder daß die verkehrsberuhigte Zone wegfällt.
Sie wissen am besten, daß Sie neue Garagen/Kfz-Stellplätze planen, um diese, für die am Langen Kampe wegfallen-den Parkplätze zu vermieten.
Sie wissen, daß neben den zu verkaufenden Grundstücksanteilen für die Verbreiterung der Straße, weitere Grünflä-chen im Quartier u.a. wegen der neuen Garagen verloren gehen.

Das Positionspapier ist nicht unter Beteiligung der Mieter zustande gekommen. „Die“ Mieter bzw. Genossenschafts-mitglieder wurden von Ihnen doch gar nicht befragt. Wo sind die Belege für Ihre Befragung?
Es ist völlig unzutreffend, die Freie Scholle sei im „ständigen“ Austausch mit Ihren Mitgliedern. Ein Austausch ist begrenzt auf sehr wenige Mitglieder der Genossenschaft. Und das Positionspapier der Freien Scholle ist eine Gummi-ente: dehnbar ohne Ende, ohne Festlegung, um die Genossenschaftsmitglieder nicht gegen sich aufzubringen.

Das soll ein Beitrag des Vorstandes der Freien Scholle zur „Versachlichung“ sein?

Herr Schwartz, Vorstand der Genossenschaft Freie Scholle hat laut ‚Neue Westfälische’ vom am 21.4.12 mitgeteilt:
"Unabhängig davon, ob die Linie über die Heeper Straße oder die Straße Auf dem Langen Kampe geführt wird, ist das Projekt für das Quartier eine große Chance."

Herr Schwartz: Das ist ein Allgemeinplatz. Eine große Chance für was? Was fehlt denn dem Quartier Auf dem Lan-gen Kampe, konkret bitte? Was käme an Gutem durch eine Stadtbahntrasse hinzu, konkret bitte? Was würde konkret an Schlechtem wegfallen?
Kampe98er
27.05.2013, 14:05 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Guenter
Die Scholle hat mit dem Siedlungsrat dieses Positionspapier verabschiedet und auch einen Ausdruck in den Schaukasten an der Apotheke gehängt.
Zum erwähnten "permanenten Dialog innerhalb unserer Mitgliedschaft" zu dem Thema hätte eigentlich auch eine direkte Befragung der Anwohner Auf dem Langen Kampe gehört.
Guenter
27.05.2013, 13:36 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Kampe98er
Aber wenn ich richtig gelesen habe, hat die freie Scholle niemanden seiner Mieter nach seiner Meinung gefragt.
Kampe98er
27.05.2013, 13:25 Uhr
Kommentar zum Beitrag von dehabi80
Aus dem Text der Freien Scholle:
"Unter sozialen Anforderungen versteht die Freie Scholle das gemeinsame Interesse der Menschen im Wohnquartier an einer verbesserten Erschließung durch die Straßenbahn und insbesondere auch die Berücksichtigung der Anwohnerinteressen an der Wohnumfeldgestaltung."

Die Anwohnerinteressen der der Auf-dem-Langen-Kampe-Anwohner an der Wohnumfeldgestaltung (Wohnstraße, beruhigt, mit den Bäumen und Grünflächen attraktiv gestaltet, Wohnqualität hoch) schließen eine Straßenbahntrasse mit den sich abzeichnenden Nachteilen und Wohnwertverringerungen gerade dort aus!
Heepen
 
Tag 14
dehabi80
26.05.2013, 14:10 Uhr
Mir wird nicht ganz klar, was von Ihnen favorisiert wird, Heeper Straße, oder Langer Kamp.
Nur was Sie wünschen sollte es auf dem Langen Kamp entlangführen.
Das ist mir zu Gleichgültig, Sie sollten eindeutiger Stellung beziehen.
Heepen
 
Tag 12
Freie Scholle
24.05.2013, 08:21 Uhr
 
Position der Baugenossenschaft Freie Scholle eG zur Stadtbahnerweiterung

Mit großem Interesse verfolgen wir die zum Teil sehr emotional geführte Debatte über die Stadtbahnerweiterung. Insbesondere die Diskussion über die Trassenvarianten Heeper Straße und Auf dem Langen Kampe wird sehr leidenschaftlich geführt. Dieser Beitrag soll zur Versachlichung und Klarstellung beitragen:

1. Jawohl, die Freie Scholle befürwortet den Ausbau des schienengebundenen ÖPNV.
2. Die Freie Scholle spricht sich bei der geplanten Linie 5 von Heepen bis Sennestadt für die Einführung einer Niederflurtechnik aus.
3. Die intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Planungen war und ist Hauptforderung unserer Genossenschaft.

Im April 2012 haben der Siedlungsrat Auf dem Langen Kampe und der Vorstand der Genossenschaft ein gemeinsames Positionspapier zum Bau der Linie 5 nach Heepen verabschiedet. Darin fordern wir neben den in den Punkten 1 bis 3 bereits formulierten Eckpunkten folgendes in den Planungsprozess unbedingt einfließen zu lassen:

Fragen und Ängste der Anlieger zum Beispiel hinsichtlich einer möglichen Lärmbelästigung, des Verbleibs der Bäume, der Trassenführung in Seiten- oder Mittellage, der Geschwindigkeit der Bahn durch eine Tempo 30 Zone sowie der Einflüsse auf den ruhenden und fließenden motorisierten Individualverkehr sind zu beantworten.

Erstellung eines Anforderungsprofils zur Trassenführung durch ein Wohngebiet. Hierbei gilt es, die sozialen und städtebaulichen Eckpunkte für eine Trassenentscheidung und eine spätere detaillierte Trassengestaltung festzulegen. Unter sozialen Anforderungen versteht die Freie Scholle das gemeinsame Interesse der Menschen im Wohnquartier an einer verbesserten Erschließung durch die Straßenbahn und insbesondere auch die Berücksichtigung der Anwohnerinteressen an der Wohnumfeldgestaltung.

Schon seit 2008, als die Planungsüberlegungen „MoBiel 2030“ veröffentlicht wurden, beschäftigen wir uns mit dieser Thematik und führen darüber einen permanenten Dialog innerhalb unserer Mitgliedschaft. Selbstverständlich haben wir uns auch mit Unterstützung durch Fachplaner von MoBiel sachkundig gemacht und uns zum Beispiel in einer Exkursion nach Freiburg mit den Gremien unserer Selbstverwaltung ein Bild vom Straßenbahnbetrieb in Wohnquartieren machen können.

Eine Entscheidung hinsichtlich der Trassenvarianten ist nicht erfolgt.

Wir freuen uns ausdrücklich über die Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. „ZUKUNFT MOBIELEFELD“ kann mit den Online-Diskussionen, den Werkstattwochen und den weiteren Bürgerforen die wichtige Voraussetzung schaffen, eine breite Akzeptanz zum Ausbau des schienengebundenen ÖPNV zu erreichen.

(Das Positionspapier der Freien Scholle „Die Chance nutzen – Bau der Linie 5 nach Heepen ist unter www.freie-scholle.de unter Scholle-Nachrichten vom 18.02.2013 als PDF-Datei herunterladbar).
Heepen