Tag 15
Gustav
27.05.2013, 17:35 Uhr
Ihre Beiträge vom 26. und 27.5. möchte ich gerne noch kommentieren. Sie unterstellen der Initiative Pro-Bus-Heepen, dass die Stadtbahnerweiterung grundsätzlich in Frage gestellt wird – das ist nicht der Fall, sinnvolle und bedarfsgerechte Erweiterungen auf eigenem Gleiskörper werden nicht abgelehnt, nur geht es bei der Stadtbahnverlängerung nach Heepen eben nicht um eine bedarfsgerechte Erweiterung. Die Ablehnung erfolgt nicht, „weil in einem engen Korridor rund um die Heeper Str. die Busbedienung sehr gut ist“, sondern weil auch die anderen Quartiere im Bielefelder Osten und in Heepen mit dem Busverkehr gut erschlossen sind.

Sie schreiben, „die Zahl der Busse, die heute durch die Heeper Str. fahren, schreit doch geradezu danach, sie durch einen leistungsfähigen Schienenverkehr zu ersetzen“. Wir stellen fest, dass gerade mit den verschiedenen Busstrecken und den Überlappungen ein guter 10-min-Takt möglich ist und dabei die Menschen aus verschiedenen Wohngebiete gut und umsteigefrei in die Stadtmitte und zurück kommen. Ein guter 15-min-Takt wäre auch zum Hauptbahnhof möglich, wenn zusätzlich zur Linie 350/351 halbstündlich eine Verbindung von Heepen zum Hbf eingerichtet würde. Übrigens wäre es auch für Student-inn-en, die in Heepen wohnen, ziemlich egal, ob sie aus einem Bus oder einer Niederflurbahn auf dem Jahnplatz umsteigen müßten, die gesamte Reisezeit bleibt gleich.

Ihr Beispiel aus Quelle mit der veränderten Linienführung der Busse zur besseren Anbindung weiterer Siedlungsbereiche ist verständlich (auch in Ihrer persönlichen Beeinträchtigung), dennoch passt dieses Beispiel für die Stadtbahnerweiterung nach Heepen gar nicht, weil hier keine weiteren Siedlungsbereiche an den ÖPNV angebunden werden. Und die 20 Minuten, die Sie nun früher aufstehen müssen, nutzen die Heeper bereits um bequem in die Stadt zu kommen:
Mit der Linie 25/26 umsteigefrei in 15 min zum Jahnplatz, in 20 min zur Alm und Arminia Bielefeld, in 30 min zur Dürer Str. (demnächst vielleicht verlängert zum neuen Campus-Gelände der Fachhochschule). Mit der Linie 21/22 umsteigefrei von Heepen zum Jahnplatz in 20 min. Eine Stadtbahn wäre unter den örtlichen Bedingungen nicht schneller, nicht bequemer und auch nicht leistungsfähiger, weil sie die Leistung an verkehrter Stelle anbietet. Besserer Umwelt- und Klimaschutz ist bereits mehrfach angemahnt worden auch für den Busverkehr, hier bieten sich die Stadtwerke geradezu an, geeignete Projekte erfolgreich zu realisieren und öffentlich zu bewerben.
Heepen
 
Tag 14
Bastian Schwarz
26.05.2013, 22:41 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Regiotramuli
Werter Herr Regiotramuli,
wie schauts denn jetzt mit der achso hoch gelobten SICHERHEIT der Obuse gegenüber HF-Systemen? Wenn es zu einem Unfall zwischen einem Obus und einem LKW kommt, zerquetscht der LKW nicht ähnlich stark die Karosserie des Busses wie die einer NF-Bahn? Sie prangerten dies mehrfach in ihren Kommentaren an.
Wieviel Unfalltote und Schwerverletzte gibt es Prozentual auf Gesammtfahrgäste bei HF, NF und Bussen des ÖPNV?

Achso die Vossloh-Kiepe-Obuse sind ähnlich unkomfortabel wie NF-Bahnen, nee sowas wollen wir nicht in Bielefeld!

Es reicht bald gar nichtmal mehr der 24 Stundentag um alle Studenten von der Uni wegzukarren, DOPPELSTOCKWAGEN müssen her!

Hochachtungsvoll Bastian Schwarz
Regiotramuli
26.05.2013, 22:04 Uhr
So schat's aas und niat anders - gelle,

Hoch lebe die Bürgerinitiative Pro-Bus-Heepen !
Vorschlag : Pro-Obus-Heepen.

Neue Stadtbahnstrecken anzulegen, wo der Busbetrieb seht gut funktioniert, wäre in ein Statteil ohne besondere Bedeutung - sinnlos, auch wenn Heepen sehr schön gelegen ist und auch mal abwechselungsweise gerne da hinfährt, zum Kaffeedln und spatzieren gehen.
Zum Projekt Heepen braucht man keine neuen Strecken anlegen, wo der Ansatz fehlt.

Anders wäre es zum Thema:
- Stadtbahn Linie 1 zu uns in die Sennestadt,
sowie auch
- Stadtbahnlinie 3 nach Übbedissen (eine weiterführende Stadtbahn-Verlängerung nach Oerlinghausen-Stadt wird vorgeschlagen),
- Stadtbahn Linie 3 nach Enger
und
- Stadtbahn Linie 2 Richtung Untersee, (welcher noch nicht angelegt worden ist, aber die Hoffnung bestehe für die Realisierung);
HIERBEI sind schon die Ansätze vorhanden, welche auch NUR verlängert werden muss.
Außerdem wäre es auch Sinnvoll, dass die Bahnen mit EINEM System weiterhin in und um Bielefeld verkehren werden.
Außerdem sind wir alle auch stolz auf die wunderschönen Vamos-Hochflur-Stadtbahnwagen und wollen diese auch gerne vor unseren Haustüren verkehren sehen.
Als kostenträger würde ich nur den Hochflursystem und Obusse finanzieren sonst nichts.

Wenn die Anwohner nach Heepen UNBEDINGT ein Fahrgefühl einer Straßenbahn wünschen, dann wäre es auch kein Problem. Man funktioniert die Busse auf den Linien 21/22, 25/26 und die Linie 29 zu Obusse um.
Vossloh-Kiepe stellt auch Obusse her; diese verkehren in Solingen und wenn diese auch in Bielefeld verkehren werden, wäre es super und angleichend mit dem neuen Vamos-Stadtbahnwagen. Auch sieht es in dem Vossloh-Kiepe-Obus von innen auch so ähnlich aus, wie in den neuen Stadtbahnwagen und hat auch das selbe Fahrgeräusch.
Als Heeperaner würde ich mich in solch einem Obus – besonders spürend, wenn dieser voll ist - genauso fühlen wie in den neuen Stadtbahnwagen.

Man könnte die Linie 4 verlängern.
Wie sie erwähnt haben das käme hin mit den 5 Minutentakt Obus anstatt 10 Minutentakt Stadtbahn.

Diese Sache mit der Linie 4 zur Uni ist wiederum eine ganz, ganz andere Sache. Hier sind wahnsinig viele Menschen gleichzeitig unterwegs und da ist auch sehr viel los; man braucht bald 24 Stunden am Tag mehrere Straßentriebwägen angekoppelt pro Fahrt, darum war der Stadtbahnausbau sehr wichtig; ebenso wird auch die verlängerung nach Werther und weiter nach Halle dringend gewünscht; auch dort gibt es aus der Region sehr viele Studenten, welche zwischen Halle und der Uni mit der Stadtbahnlinie 4 verkehren müssen.
Somit wäre es für die Studenten einfacher und billiger als den ganzen Umweg via Bielefeld Hbf.

Stadtbahn nach Heepen würde sich auch nur dann lohnen, WENN man die weiter verlängern würde, bis nach Bad Salzuflen und Schöttmar.

Demnächst wird darüber auch was auf der Homepage: www.myblog.de/pro-stadtbahn erwähnt.

Bleiben Sie drann, es geht gleich weiter.
Godehard Franzen
26.05.2013, 19:42 Uhr
 
Nach einer Woche Abwesenheit bin ich beim Nachlesen der vielen Beiträge verwundert, mit welcher Vehemenz die vermeintlich exzellente Busbedienung Heepens in den 7. Himmel gehoben wird. Jetzt soll sogar mit einer Bürgerinitiative „Pro Bus Heepen“ eine Stadtbahnerweiterung nach Heepen verhindert werden. Die Diskussion, wie künftig das der Stadtbahn zugeordnete Bussystem aussehen soll, welche gebrochenen Verkehre akzeptabel sind, wie die Kosten-Nutzen-Bilanz aussieht etc., finde ich richtig und wichtig. Aber dass die Stadtbahnerweiterung grundsätzlich in Frage gestellt wird, weil in einem engen Korridor rund um die Heeper Str. die Busbedienung sehr gut ist, kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, die Zahl der Busse, die heute durch die Heeper Str. fahren, schreit doch geradezu danach, sie durch einen leistungsfähigen Schienenverkehr zu ersetzen.

Die Befürchtung, dass mit einer Stadtbahn nach Heepen gravierende Nachteile für bestimmte Nutzergruppen verbunden sein könnten, die heute ein exzellentes Busangebot vor der Haustür haben, muss ernst genommen werden. Aber es ist nach meiner Auffassung eine überzogene Forderung, dass es für niemanden auch nicht den geringsten Nachteil geben darf. Das käme einer Veränderungssperre gleich. In einem Beitrag war sinngemäß zu lesen: Lieber alle 5 Minuten einen Bus als alle 10 Minuten eine Stadtbahn. Hätte man den Maßstab bei der Planung der Unilinie angelegt, wäre sie wohl kaum gebaut worden. Wenn man Änderungen beim Stadtbahn- und Bussystem vornimmt, wird es immer Menschen geben, für die die Änderungen mit Nachteilen verbunden sind. In meinem Stadtteil Quelle wurde vor etlichen Jahren die Fahrroute einer Buslinie geändert, um weitere Siedlungsbereiche besser anzubinden. Das war sehr sinnvoll, um neue Kunden zu gewinnen, aber gleichwohl mit einer Verlängerung der Fahrzeit für „Altkunden“ verbunden. Für mich verlängerte sich die Fahrzeit um ca. 7 Min. – ich fand das zumutbar, obwohl ich 20 Minuten eher aufstehen musste. Der Gewinn für die Allgemeinheit muss die Nachteile für einzelne deutlich überwiegen, und evtl. Nachteile müssen zumutbar sein. Das ist zugegebenermaßen ein schwammiges Kriterium, aber um einen tragfähigen Ausgleich muss man eben in einem offenen Diskurs ringen.

Beim Bau der Unilinie hat es die Diskussion um das zugeordnete Bussystem übrigens auch gegeben. Sie wurde z.T. heftig geführt. Ein Knackpunkt war die Anbin-dung des Franziskus-Hospitals. Durch eine neue, inzwischen sehr gut genutzte Quartiersbuslinie wurde dieses Problem gelöst.

Wir brauchen in den nächsten 20 Jahren einen deutlich leistungsfähigeren ÖPNV, aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes, wegen der demographischen Entwicklung und wegen sinkender Realeinkommen bei einem Großteil der Menschen. Für eine Großstadt ist eine solche Leistungssteigerung am besten mit einem Stadtbahnausbau zu erreichen. Das haben uns in den letzten 20 Jahren viele Großstädte in Deutschland und dem benachbarten Ausland vorgemacht.
Gesamtvorhaben