Tag 14
Bastian Schwarz
26.05.2013, 21:42 Uhr
Hallo Stadtbahnfreund,
die Idee klingt gut!
Lediglich ein vermeintlich kleiner Haken, Bielefeld wird schrumpfen, fragen sie mich bitte nicht wo ich die Prognosen gelesen habe. Wars auf der Seite der Stadt oder in einer Studie zum ÖPNV.
Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe in den nächsten 50 Jahren so auf 270.000.
Sicherlich ist ihre Idee teurer aber auf Jahrzehnte relativieren sich solche Mehrkosten und man hätte weiterhin die Städteplanerische Freizüge für den Jahnplatz ohne Stadtbahn oben.
Obwohl die Variante mit NF oberirdisch an den heutigen Haltestellen mit schicken Dächern und Umstiegmöglichkeit in Buslinien auch verlockend klingt. UND den achso schönen Jahnplatz aufwerten würde. Wenn dann noch die Heeper Straße einer Frischzellenkur mit integrierter Stadtbahn erfahren würde wäre ich froh.
Hoch-/Niederflurtechnik
stadtbahnfreund
26.05.2013, 20:42 Uhr
Nachdem ich immer wieder die Beteuerung gehört habe, dass der Stadtbahntunnel absolut voll ist, muss ich es nun glauben. Nun möchte ich aber mal einen provokativen Neuvorschlag machen, der es ermöglichen könnte, am Hochflursystem festzubehalten und die 5 trotzdem unterirdisch zu führen. Ich weiss, dass ich damit sofort als Steuergeldverschwender behandelt werde, aber ich versuche es mal trotzdem, sozusagen außer Konkurrenz zum Abschluss der Diskussion:
Nach meinen Erfahrungen kostet 1 km Tunnel so etwas um die 50 Mio€. Es gibt hinterm Jahnplatz einen Verlängerungsstutzen in Richtung Adenauerplatz. Wenn man nun zwischen Hauptbahnhpof und Rathaus die fehlenden 700m Zusatztunnel bauen würde, hätte man eine zweite Station Jahnplatz und Kapazität für weitere 4 Linien. Den Paralleltunnel verbindet man wieder mit der Rampe am Rathaus. Vielleicht schafft man es, die Linie 3 bei insgesamt 3-jähriger Bauzeit nur für die Dauer von 1/2 Jahr zu unterbrechen, die Linie 2 müsste nach der Fertigstellung über die Rampe am Oberntorwall, die ohne Beeinträchtungungen erstellt werden könnte werden könnte, einen Schlenker fahren.
Mit einem Verstärkungstunnel wären alle Kapazitäten für ein Wachstum auf 500.00 Einwohner gegeben. Ich vermute aber, dass es dafür keine Förderung geben wird, obwohl Städte wie Hamburg es schaffen, eine U4-Verlängerung bei einem K/N von gerade mal 1,05 nach der sog. standardisierten Bewertung hinzubekommen.
Tunnel
Regiotramuli
26.05.2013, 20:10 Uhr
Der Herr Meierhartwig ; moBiel schrieb:
>>>>>>Warum wir aus Vernetzungsgründen gerade den Jahnplatz für wichtig ansehen, können Sie ja aus den anderen Meldungen ersehen. Ein oder zwei Verknüpfungspunkte machen aus unserer Sicht auch noch kein Mischsystem. Den Linienweg von der Linie 4 über den Kesselbrink nach Heepen bekomme ich vor meinem Stadtplanauge noch nicht recht zusammen: Wo soll es da langgehen? Oder gehen Sie von einem neuen Tunnelausgang aus? (...)<<<<<<<<<

Nicht verzagen
Stadtbahnuli fragen:

Die Sache mit der Linie 4 habe ich nach dem Vortrag vom Herrn Steinbrecheruwe angehört und danach haben wir darüber gered'
negativ.

Anschließend im lauf der folgenden Tage:
Diese Problemfrage.
Hab' i' mi' damit befasst,
die Lösung aufs Papier gebracht
die Lösung gibt's es Hier
Das Tunnelproblem mit der Linie vier.

Die Planung mit der Endstation der Linie 4 neben der innenstadt-Jugendherberge-Dürrkopp - nähe Realmarkt, die Grille und IBZ - könnte man als Zwischenlösung machen.
Diese Gleisstrecke für die Stadtbahnlinie 4 lässt man anschließend über die Teutoburger-Straße verlaufen und in die Heeper-Straße einmünden, Richtung Heepen.

Der Morgendliche 5 Minutentakt.:
Sollte die Möglichkeit nicht bestehen, die Linie 4 zwischen 7.00 und 8.30h. im 5Minutentakt durch den Tunnel hindurch zu bekommen, könnte man die Stadtbahn Linie 4 mit einer Buslinie den 5 Minutentakt aufteilen.
weiteres s. www.myblog.de/pro-stadtbahn Zusatzseite: Neue Stadtbahn und Obus für Bielefeld
(ein noch unfertiger Obusartikel drinnen)

Sie sagten zu mir, dass der Jahnplatz der Hauptsachlichster und Wichtigster Umschlagplatz sei.
Ich sehe das auch so, besonders im morgendlichen Berufsverkehr.
Berufspendler, welche morgens von Heepen aus weiter fahren wollen, anstatt zum Jahnplatz, diese verkehren auf der Linie 4
Berufspendler aus Heepen, welche am Jahnplatz umsteigen wollen, benutzen eine parallel-verlaufende Buslinie
A' ganz einfache G'schicht.
Na dann sind wir beide wohl einig - oder ?
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 19:05 Uhr
Es gab seit der Inbetriebnahme der Linie 4 immer wieder Gutachten zur Tunneloptimierung. In der Signalisierung sind alle Optimierungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Daraus resultiert unsere heutige Position. Schließlich haben wir früher selbst die Linienführung Universität - Heepen favorisiert.

Ein reiner Linientausch bringt ja nichts, wenn nicht die Zahl der benötigten Trassen reduziert werden kann. Aber auch das ist alles schon überlegt worden, es ist nicht zielführend.
Tunnel
stadtbahnfreund
26.05.2013, 18:23 Uhr
Das Ereignis Doppel-Doppeltaktion am Jahnplatz liegt nun schon über 10 Jahre zurück, ich wunderte mich damals, dass man die Haltestelle deutlich länger gemacht hat die üblichen ca. 75m. Ohne auf dem Thema Tunnelkapazitäten zu lange herumreiten zu wollen, besteht nicht die Möglichkeit, durch Fahrplanoptimierungen und Linientausche den Weg für die 4 nach Heepen irgendwie frei zu machen? Sind alle diese Optionen in das RMCon-Gutachten eingeflossen, oder waren die Anfangsbedingungen einfach zu starr, so dass einfach das geschilderte Ergebnis herauskommen musste?
Tunnel
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 17:58 Uhr
Warum wir aus Vernetzungsgründen gerade den Jahnplatz für wichtig ansehen, können Sie ja aus den anderen Meldungen ersehen. Ein oder zwei Verknüpfungspunkte machen aus unserer Sicht auch noch kein Mischsystem.

Den Linienweg von der Linie 4 über den Kesselbrink nach Heepen bekomme ich vor meinem Stadtplanauge noch nicht recht zusammen: Wo soll es da langgehen? Oder gehen Sie von einem neuen Tunnelausgang aus?

Dann allerdings sind sie aber aus Hannover blickend einer wirklichen Fehleinschätzung aufgesessen: Doppeltraktionen am Jahnplatz? Hintereinander? Nein, wirklich nicht, noch nie seit Tunnelinbetriebnahme! Deshalb haben wir ja den Nachtsternverkehr aufgehoben, um den Viertelstundentakt zu ermöglichen und eben weil Doppeltraktionen auf den Linien 1 bis 3 deshalb abends nicht eingesetzt werden konnten. Da müssen sie irgendwelche anderen Städte Deutschlands mit Bielefeld überblendet haben.

Rechnerisch geht es aber auch: Selbst gute 90m / 52m (alte Doppeltraktion) oder 90m/ 70m (neue Doppeltraktion) ergeben relativ sicher einen Wert unter 2. Deshalb kann eine Bahn erst an die Bahnsteigkante fahren, wenn der Zug davor die Haltestelle verlassen hat.

Das Sie pauschal von einer Stadtgröße, unabhängig von dem jeweiligen Einzugsbereich und der spezifischen Situation einer Linie, eine Taktfolge ableiten, ist eine meines Erachtens stark verkürzte Argumentation. In der verkehrswissenschaftlichen Literatur wird nicht so pauschal angesetzt. Wenn Sie den Einsatzwagenbedarf aus Erfahrung abschätzen wollen, kommen Sie doch einfach mal zur Hauptverkehrszeit nach Bielefeld. Es lohnt sich (und es existiert!).

Die Untersuchungen zum Tunneldurchlauf sind übrigens von der Hannoveraner Firma RMCon durchgeführt worden, die stark mit dem Institut für Verkehrswesen, Eisenbahnbau und -betrieb der TU Braunschweig vernetzt ist. Auf dieser Basis sagen wir: Der Tunnel sollte nicht weiter belastet werden.
Heepen · Innenstadt · Tunnel
stadtbahnfreund
26.05.2013, 16:55 Uhr
Sehr geehrter Herr Meier,
sicher ist das hannoversche System hinsichtlich des Potentials für ein Zweitsystem ein Anderes. Ich bin persönlich als Berufspendler Anhänger von Vernetzung und Umsteigebeziehungen und da sehe mit einer oberirdischen dort hineingezwängten Linie am Jahnplatz einen starken Bruch im gesamtsystem. Wo wollen Sie dort eine Niederflurhaltestelle hinbekommen, die akzeptable und barrierefreie Umsteigemöglichkeiten zur etwas versteckten U-Station Jahnplatz ermöglicht? Nach meinem Kenntnisstand ist die Station Jahnplatz mit Überlänge (mehr als 90m) gebaut worden, denn ich habe im Nachsternverkehr schon 2 Doppeltraktionen hintereinander warten sehen. Infolgedessen kann ich die Argumentation, eine von der Halbmesser- zu Diagonallinie aufgewertete 4 würde die Tunnelhaltestellen mit Umsteigern verstopfen, nicht so recht nachvollziehen. Umsteiger würden auch zumindest zur Hälfte vom Oberflächenverkehr in die Station gezogen.
Sicher wird es für den Bereich Bethel/Arthur-Ladebeck-Straße Lösungen für Doppelbahnsteige geben, diese sind aber wegen der erforderlichen Überlänge und Unübersichtlichkeit (wo steige ich ein, vorne oder hinten?) für die Fahrgäste und Behinderte problematisch. Bielefeld scheint hier dem Beispiel Rhein-Ruhr (Essen/Bonn/Mühlheim) zu folgen, die Mischsysteme betreiben (müssen).
Mein Lösungsvorschlag: Die Linie 4 über Kesselbrink in die Heeper Straße (mit den Chancen auf Neugestaltung) zu führen und zur Hauptverkehrszeit Entlastungen ggf. durch Langzüge im Tunnel zu schaffen. 4 Linien im 10-Minutenkt+1 Verstärkerlinie sind Standard, das muss der Tunnel über 1 Stunde Betriebszeit schaffen. Erstmal das bestehende System inkl. seinen bestmöglichen Umsteigebeziehungen am Jahnplatz nutzen, bevor man ein Zweitsystem einführt. Für mehr als eine Linie (im 10-Minutentakt) sehe ich auch in 50 Jahren in einer Großstadt mit ca. 320.000 Einwohner kein Potential)l Daher lieber auf die bewährte Technik setzen. In Hannover hat übrigens ein von TH Braunschweig erstelltes Gutachten auch höhere Anschaffungs- und Betriebskosten für Niederflurbahnen ermittelt, d.h. der Preisvorteil bei den Baukosten relativiert sich im Laufe der Zeit durch die höheren Betriebskosten:
schneller drehende Räder, man kommt an die enger gebauten und komplizierteren Innereien schlechter heran. Man sollte bei der Systementscheidung nicht zu kurz und an die kurzfristig fliessenden Fördergelder denken, sondern langfristig!
Hoch-/Niederflurtechnik
Hartwig Meier; moBiel
26.05.2013, 15:49 Uhr
Die Zielführung Ihrer Argumentation wird mir nicht klar: Sie beginnen mit den Vorteilen des Niederflursystems, wechseln dann zu den Problemen (soweit kann ich noch folgen) und verweisen dann: Worauf? Was ist ihr konstruktiver Lösungsvorschlag? Was ist die Lösung für Ihr Eingangsstatement: „Richtig ist, dass mit einer Niederflurbahn das Problem "städtebauliche Verträglichkeit" in der Brackweder Ortsdurchfahrt (Hochbahnsteige) und im Verlauf der Neubaustrecke erheblich besser lösbar ist und auch die Baukosten sinken...“?

Die von Ihnen alternativ genannten Gestaltungsvarianten treffen in Bezug auf die Barrierefreiheit nicht den Punkt: Die Haltestellen im Bereich Bethel müssen für beide Systeme ausgestaltet werden, damit wird der Übergang hergestellt. Das wir keine 2,35m breiten Fahrzeuge mehr anschaffen wollen, hatte ich bereits ausgeführt. Ein Ende der Linie 1 „an der Kunsthalle“ ist nicht geplant (dazu nochmal Verweis auf das Zielnetz in der Präsentation „Netz- und Systementwicklung“)

Zur Haltestelle Jahnplatz sind zwei Gutachten von Bedeutung: Eine Verkehrsstudie, die im Auftrag der Stadt derzeit erstellt wird und eine Machbarkeitsstudie für die Gestaltung des grünbleibenden Stadtringes, die moBiel nun beauftragt. Die erste Studie wird dass Maß einer Verringerung des Durchgangsverkehrs bewerten, das zweite Gutachten wird genaue Standortvorschläge für die Haltestelle ausführen. Dabei wird die Umsteigewegelänge richtigerweise eine Rolle spielen. Ich wüsste nicht, warum eine Haltestelle „weitab“ eingerichtet werden soll, wenn man als zentrale Achse des Platzes heute den Hauptfußgängerüberweg definiert.

Das Hannoveraner Beispiel ist sehr gut gewählt, da es die ähnlichen Kriterien wie unsere Entscheidung ansetzt. Eben weil sich manche Punkte doch sehr deutlich unterscheiden (in Hannover ging es um reinen Umbau eines viel kleineren Netzausschnittes, dazu ohne die Möglichkeit, einen neuen Betriebshof zu nutzen) kommen wir auf ähnlicher Basis zu einer anderen Empfehlung.
Hoch-/Niederflurtechnik · Innenstadt
stadtbahnfreund
26.05.2013, 12:16 Uhr
 
Als jahrelanges Mitglied der DVWG möchte ich mich hier zum Thema einmal zu Wort melden.
zum Thema Systementscheid: Richtig ist, dass mit einer Niederflurbahn das Problem "städtebauliche Verträglichkeit" in der Brackweder Ortsdurchfahrt (Hochbahnsteige) und im Verlauf der Neubaustrecke erheblich besser lösbar ist und auch die Baukosten sinken, so dass eine Förderung nach dem EntFlG eher möglich wäre. Nun aber die Gegenfrage: Welchen Verkehrswert und welche
Zukunfsfähigkeit hat eine mit dem aktuellen Hochflursystem inkompatible Linie,
die zudem noch den Hauptbahnhof nicht bedient und bei der das Umsteigen ins mit 4 Linien wesentlich größere Bestandsnetz am Jahnplatz sehr schlecht ist?
Ausserdem: Wenn der Bereich Arthur-Ladebeck-Straße nicht nur von Niederflurfahrzeugen bedient werden soll, müsste man sich Gedanken machen, was mit den dortigen Hochbahnsteigen passieren soll. Wie sollen 2,65m breite Niederflurbahnen dort vorbeikommen? Dafür gäbe es 2 Szenarien. Schmale Niederflurfahrzeuge mit 2,3m Breite (indiskutabel) oder angeflanschte Niederflur-Mittelbahnsteige mit Mehrschienengleisen drumherum a la Stuttgart. Barrierefreiheit ist ab 2020 zwingend vorgeschrieben und eine dauerhafte Nutzung der Klapptrittstufen an Niederflurbahnsteigen würde die Aufsichtsbehörde nach meinem Kenntnisstand nicht genehmigen. Das wäre keine Barrierefreiheit! Eine durch die neue 5 zur Halbmesserlinie degradierte 1, die nur noch an der Kunsthalle enden würde, wäre eine ziemliche Kröte, die das Bestandsnetz zu schlucken hätte!
Auch fragt ist fraglich, wo die neue Haltestelle am Jahnplatz hinkäme: fest steht wohl, dass sie entweder weitab vom Jahnplatz selbst oder zumindest vom zentralen Stadtbahnhalt läge. Auch halte ich die Verkehrssituation (Enge) am Jahnplatz für sehr problematisch. Passt da eine Stadtbahn überhaupt durch und wenn, würde sie vom MIV nicht stark behindert?
Ich sehe die sinnvollste Lösung darin, eine der 4 Linien über den Kesselbrink als Hochflurlinie nach Heepen durchzubinden. Vielleicht lassen sich durch Linientausch oder -Optimierungen die Kapazitäten im Tunnel noch besser
nutzen.
Ich begrüsse die offene Diskussion über das wichtige Thema ausdrücklich und werde aber den Eindruck nicht los, dass den Stadtvätern und MoBiel hier sehr daran gelegen ist, möglichst nach vor dem Ende der Förderung (GVFG/EntflG)
eine Linie 5 um jeden Preis zu erreichen. Langfristig gesehen wäre aber die Niederflurlinie 5 eine Insellösung.
Der OB-Traum vom "autofreien Jahnplatz" wird wohl für immer ein Traum bleiben. Und damit wären noch mehr oberirdische Stadtbahnen über diesen vielbelebten Knoten auch für immer ein Traum, d.h. die langfristige Perspkektive für ein weiter ausgebautes Zweitnetz wäre nicht gegeben.
Übrigens: In Hannover hat man sich auch nach jahrelangem Gezerre gegen die Einführung einer Niederflurbahn für eine einzige Linie entschieden.
Hoch-/Niederflurtechnik