Tag 9
Wilfried
21.05.2013, 17:06 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Kampe98er
Dann hoffe ich ja ehrlich gesagt, dass die Entscheidungen nicht im Rathaus gefällt werden, sondern weiter oben und dass Bielefeld bei der Förderung leer ausgeht: eine eher unnötige Teil-Erweiterung und -Ersetzung gegen allen zu erwartenden Widerstand durchzusetzen, nur weil sie zufällig mal gefördert wird und Arbeit und Beschäftigung für einheimische Betriebe und Verwaltungen bringt, obwohl man andernorts mit dem knappen öffentlichen Geld was Sinnvolles machen könnte - das ist eigentlich Kirchturmdenken von früher
Kampe98er
21.05.2013, 16:17 Uhr
Sehr geehrter Herr Meier,
wenn ich das richtig verstanden habe, heißt das, dass die Variante Werner-Bock-Straße/Auf dem Langen Kampe auf eigenem Bahnkörper für die Stadt billiger wird, weil es dann Fördermittel von außen gibt und dass das als "gut" bewertet wird.
Eine Entscheidung für die Trasse über die Heeper Straße wäre diesbezüglich "schlecht"?
Dass der finanzielle Aspekt angesichts der Kassenlage der Stadt die endgültige Entscheidung im Rathaus stark beeinflussen wird, kann sich wohl jeder ausmalen.
Heepen
Kampe98er
21.05.2013, 15:46 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bärbel
"dass statt einer Stadtbahn nach Jöllenbeck, die die Bürger dort wünschen, eine nach Heepen gebaut werden soll, wo sie eigentlich keiner dringend braucht."

Hierzu hörte ich auf der Veranstaltung im Rathaus von einem Mobiel-Vertreter, dass auch Mobiel damit nicht wirklich zufrieden sei, man hätte eine Präferenz für die Linie nach Jöllenbeck lieber gesehen, am Ende würden die Entscheidungen aber im Rathaus gefällt.
Heepen · Jöllenbeck
 
Tag 8
Hein Bloed
20.05.2013, 23:36 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Markus L
[...]
Allerdings wirft eine Trasse durch die Heeper Straße, bedingt durch deren engen Straßenraum, erhebliche neue Probleme auf, zu deren Lösung wir hier im Forum versuchen können, beizutragen
[...]

Wie gesagt: Es gäbe dort durchaus Platz, wenn z. B. die Parkplätze auf der Straße wegfallen würden.

[...]
Im Bereich der geplanten Haltestelle Lohbreite ist der Straßenraum besonders eng, so dass hier eigentlich nur Sonderlösungen in Frage kämen (siehe Gutachten) Was spräche dagegen, die Haltestelle in den Bereich östlich der Kreuzung mit der Lohbeite zu verlegen, hier dürfte ausreichend Straßenbreite für einen Mittelbahnsteig vorhanden sein.
[...]

Ich fürchte, dass das wegen der Ampelkreuzung zur Brückenstraße nicht geht.
Heepen
Markus L
20.05.2013, 11:33 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bärbel
Wie man der Diskussion ansieht, gibt es schon ein recht deutliches meiningsbild zu Gunsten einer Linienführung durch die Heeper Straße.

Dies entspricht grundsätzlich auch meiner Meinung, denn
- die Wegführung entspricht der gewachsenen Verkehrsbeziehung zwischen Heepen und Bielefeld
- die Heeper Straße benötigt dringend eine Aufwertung, Einzelhandelszonen und die Gestaltung des Straßenraumes können von der Stadtbahn profitieren.
- die wirklich unzumutbare Beeinträchtigung der Anwohner auf dem Langen Kampe durch eine dortige Bahntrasse entfiele.

Allerdings wirft eine Trasse durch die Heeper Straße, bedingt durch deren engen Straßenraum, erhebliche neue Probleme auf, zu deren Lösung wir hier im Forum versuchen können, beizutragen.

- Kein eigener Bahnkörper möglich, Führung der Trasse auf den für den MIV vorgesehenen Flächen und damit Entfall der Förderfähigkeit und die Gefahr der Schaffung einer mit der Brackweder Hauptstraße vergleichbaren Situation!

- Auswirkungen auf den fließeneden (Ausfallstraße!) und den ruhenden MIV (Anwohner und Erreichbarkeit von Geschäften) Hier auch noch mein schon vorgebrachter Hinweis auf die Anfahrtstrecke für Feuerwehr und Rettungsdienst.

- Auswirkungen auf den Radverkehr. Auch wenn die auch bei mir sehr beliebte Radverkehrsstrecke durch den Langen Kampe eine Alternativroute darstellt, benötigt die Heeper Straße weiterhin Radverkehrsstreifen links und rechts der Fahrbahn, allein schon der Rillenschienen-Problematik wegen.

Schwierigste Engstellen im Verlauf der Strecke dürften die Haltestellenbereiche sein, deshalb möchte ich ich mich zunächst hierauf konzentrieren:

Im Bereich der geplanten Haltestelle Lohbreite ist der Straßenraum besonders eng, so dass hier eigentlich nur Sonderlösungen in Frage kämen (siehe Gutachten)
Was spräche dagegen, die Haltestelle in den Bereich östlich der Kreuzung mit der Lohbeite zu verlegen, hier dürfte ausreichend Straßenbreite für einen Mittelbahnsteig vorhanden sein.

Die Haltestelle Carl-Severing-Schulen könnte bei Änderung der Trassenführung mit einer von Bleich- und Huberstraße kommenden Bahnlinie abseits der Straße in der Bleich- oder Huberstraße auf dem Gelände des Berufskollegs realisiert werden.

Weitere Ideen, Einwände und Anregungen gerne willkommen!
Heepen
HeeperStrAnwohner
20.05.2013, 09:04 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bärbel
Bärbel, wenn Sie genau hinschauen, es gibt in der Heeper Str. drei(!) Bahnunterführungen nebeneinander. Eine für den Straßenverkehr, und jeweils eine Unterführung rechts und links daneben. Die beiden sind halb zugeschüttet und bewachsen, deshalb erkennt man sie kaum. Man müsst sie nur wieder öffnen.
Heepen
Bärbel
20.05.2013, 00:44 Uhr
Gestaltung der Heeper Straße mit Stadtbahn ohne Radwege? Radfahrer durch den Langen Kampe statt durch die Heeper Straße ist nur bedingt eine Alternative, die echte Engstelle ist die Bahnunterführung (auch am Fuss-/Radweg an den Stauteichen - den ich persönlich deswegen an dieser Stelle meide), das wird auch für die Stadtbahn der entscheidende Engpass sein, (fast) überall sonst könnte man auch (statt in die kaum vorhandenen und sowieso zu schmalen Radwege) in den ruhenden Verkehr eingreifen oder z.B. die z.T. verwirrend langen Abbiegerspuren und anderen kleinen Tücken der Heeper Straße reduzieren.
Fahrrad · Heepen
 
Tag 6
ausbauopfer
18.05.2013, 22:54 Uhr
Hartwig Meier schrieb:
"Heißt das, dass die Angebote für Radfahrer auf dem Langen Kampe konzentriert werden, um auf der Heeper Straße Platz für die Stadtbahn zu haben?"

Jaaa, das hört sich gut an!!
Fahrrad · Heepen
Hartwig Meier; moBiel
18.05.2013, 22:41 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Bärbel
Gerade hier besteht noch Handlungsmöglichkeit, wo wir aktiv um ihre Vorstellungen biiten: Heißt das, dass die Angebote für Radfahrer auf dem Langen Kampe konzentriert werden, um auf der Heeper Straße Platz für die Stadtbahn zu haben?

Die Abfolge von Haltestellen ist bei einer Stadtbahnplanung in einem dicht besiedelten Siedlungsgebiet nicht wesentlich unterschieden vom Bussystem. Eine pauschale Befürchtung kann jeder jederzeit an der Zahl der geplanten Haltestellen prüfen.
Selbst beim Bus ist der Abstand aber nicht immer optimal: Wenn es nur nach uns ginge, ist beispielsweise der Abstand Feldstraße - Hakenort für die umliegende Siedlungen viel zu lang.
Fahrrad · Heepen
Bärbel
18.05.2013, 22:04 Uhr
Der Unterschied zu dem von Ihnen genannten Beispiel ist aber, dass der Lange Kampe jetzt schon sehr gut verkehrsberuhigt ist und faktisch eine wunderbare Radroute ist. Er hat wirklich keine zusätzliche Aufwertung nötig! Die Heeper Straße hingegen ist dringend aufwertungsbedürftig und der Verkehr dort ist keineswegs optimal geregelt, ich denke, dass bei einer intelligenten Regelung die Durchlässigkeit für Autos durch eine Stadtbahntrasse nicht wesentlich verschlechtert würde. Allerdings denke ich auch, dass die Anbindung der östlichen Mitte von Bielefeld durch eine Stadtbahn generell eher verschlechtert würde, weil viele Bushaltestellen durch wenige Stadtbahnhaltestellen ersetzt würden, und ich finde es schade, dass statt einer Stadtbahn nach Jöllenbeck, die die Bürger dort wünschen, eine nach Heepen gebaut werden soll, wo sie eigentlich keiner dringend braucht.
Heepen
Markus L
18.05.2013, 18:05 Uhr
In dem Zusammenhang empfehle ich Ihnen nochmal einen Blick auf die gestern von mir kurz aufskizzierte Trassenalternative im Bereich zwischen Kesselbrink und Huberstraße: Streckenführung von der Werner-Bock-Str kommend parallel zur Bleichstraße bis zum Ostbahnhof auf komplett eigenem Bahnkörper. So wäre auch der Bereich Raspi unkritisch zu führen.
Eventuelle Mehrkosten durch die etwas längere Strecke werden durch das höhere Fahrgästepotenzial wieder ausgeglichen.

Ab Huberstraße / Ostbahnhof bleibt es aber leider weiterhin kritisch.

Mi der Beschränkung der Förderfähigkeit im GVFG auf Bahnstrecken, die auf eigenem Bahnkörper geführt werden, will der Gesetzgeber natürlich keine Schikane betreiben, sondern hat sich dabei schon sehr sinnvolle Gedanken gemacht.
Heepen
Hartwig Meier; moBiel
18.05.2013, 16:53 Uhr
Vielen Dank für diese Darstellung der Pro- und Kontra-Argumente. Ein Punkt möchte ich doch ansprechen, da er etwas zu pauschal in eine Wertung durch den nicht so versierten Betrachter einschlagen mag:
Der Aspekt der Förderfähigkeit wegen der besonderen Bahnkörper wurde im groben Maßstab durch den Gutachter dahingehend bewertet, dass die Variante Werner-Bock-Straße/Auf dem Langen Kampe sehr gut und die Variante Heeper Straße sehr schlecht abschnitten. Hier zeichnet sich eine weniger deutliche Unterscheidung ab. Im Abschnitt an den Carl-Severing-Schulen und vor der Radrennbahn scheint doch einiges möglich, während die Abschnitte an der Lohbreite und an der RaSpi, was diesen Aspekt angeht, weiterhin problematisch bleiben.
Heepen
Godehard Franzen
18.05.2013, 10:20 Uhr
 
Die Alternative zwischen „Auf dem langen Kampe“ und „Heeper Straße“ für die Stadtbahn nach Heepen wird intensiv diskutiert. Ich sehe in Bezug auf beide Varianten Plus- und Minuspunkte und viele offene Fragen. Eine Stadtbahn durch „Auf dem langen Kampe“ kann ich mir in Hochflurtechnik nicht vorstellen. Aber auch in der Heeper Straße dürfte der Bau von Hochbahnsteigen zu Konflikten führen, je nachdem wo die Haltestellen liegen sollen. Die Variante „Auf dem langen Kampe“ hätte den Vorteil, dass dort die Chance auf einen eigenen Gleiskörper besteht. Das ist bei der Heeper Str. ausgeschlossen. Aus Sicherheitsgründen würde aber vermutlich die Stadtbahn durch „Auf dem langen Kampe“ nur mit Tempo 30 fahren können, selbst wenn sie auf eigenem Gleiskörper geführt würde. Bei der Variante „Auf dem langen Kampe“ hätte man vor allem Auswirkungen auf den ruhenden Verkehr; hier müssten neue Lösungen erarbeitet werden. Bei „Heeper Str.“ gäbe es Rückwirkungen auf den fließenden Verkehr. Es wäre mit Verdrängungseffekten zu rechnen, was mehr Verkehr durch „Auf dem langen Kampe“ bedeuten könnte. Mit einer Stadtbahn durch die Heeper Str. wäre sicher ein städtebauliche Aufwertung des Straßenraums verbunden. Bei „Auf dem langen Kampe“ hätte man dafür das deutlich größere Fahrgastpotenzial. All diese Probleme müssen nach meiner Meinung planerisch konkretisiert werden, bevor man eine Entscheidung treffen kann.

Ein besonderer Konfliktpunkt sind zweifellos die Kirschbäume im Langen Kampe. Sie sind etwas ganz Besonders. Trotzdem wehre ich mich dagegen, sie zur absoluten Tabuzone zu erklären und Denkverbote zu fordern. Bisher ist meines Wissens von den Planern noch nicht geklärt, ob eine Trasse unter Beibehaltung der Kirschbäume möglich ist. Auch wenn die Kirschbäume teilweise oder sogar ganz entfernt werden müssten, bin ich dafür, die planerischen Alternativen zu prüfen. Es müsste geprüft werden, ob man mit Stadtbahn einen ähnlich attraktiven Straßen- bzw. Stadtraum schaffen könnte, wie ihn die derzeitige Kirschbaumallee darstellt. Erst wenn solche Alternativen untersucht sind, kann man abwägen und entscheiden.

Insgesamt stellt sich ja die Frage, ob man mit der Stadtbahn direkt in ein Wohnquartier hineinfahren sollte. Solche Diskussionen sind auch in anderen Städten mit Leidenschaft geführt worden. In den 90er Jahren gab es z. B. in Karlsruhe solche Diskussionen, als Stadtbahnlinien in Außenbezirke oder Vororte verlängert werden sollten. Heute fahren die Stadtbahnen z. T. direkt durch Wohngebiete, mitunter in sehr engen Straßenräumen, und sie genießen hohe Akzeptanz. In Kassel fährt die Stadtbahn mitten durch ein Wohnquartier in Oberzwehren. Dort wurde die Straße, die vorher einigen Durchgangsverkehr hatte, durch ein Rasengleis und eine Mischverkehrsfläche für Fußgänger, Radfahrer und Anliegerverkehr ersetzt. Die Anwohner waren in der Planungsphase überwiegend ablehnend, sind aber heute mit der Lösung sehr zufrieden. Vielleicht wäre das ein Modell für „Auf dem langen Kampe“.
Heepen