Im Juni 2012 haben Sie Ihre Ideen für die künftige Nutzung der Bergwerksanlage Duhamel und ihres Umfelds eingebracht. Aus ihren Ideen sind Varianten geworden – diskutieren Sie jetzt mit uns über die Bausteine für ein künftiges Duhamel!

 

Duhamel geht in die zweite Runde

Im Juni 2012 endete die Ära des Bergbaus im Saarland. Auch für die Bergwerksanlage Duhamel, die Gemeinde Ensdorf und die umliegenden Ortschaften war dies ein einschneidendes Ereignis. Um den Weg in die Zukunft nach dem Bergbau zu gestalten, haben die Gemeinde Ensdorf und die RAG Montan Immobilien GmbH einen Ideenfindungsprozess angestoßen, der auf die Beteiligung der Bürger setzt. In einem Bürgercafé am 1. Juni dieses Jahres und in der darauf folgenden zweiwöchigen Onlinediskussion auf Zivilarena wurden zahlreiche Ideen für die Nachnutzung von Bergehalde, Tagesanlage und deren Umgebung gesammelt (Link zum ersten Durchlauf, Das Projekt). In einem zweiten Schritt folgt nun die Diskussion von zwei Varianten, die aus diesen Ideen entwickelt wurden.

Was ist seit der Ideenfindung passiert?

Nach dem Bürgercafé am 01. Juni 2012 und der darauf erfolgten Ideensammlung auf Zivilarena haben sich die Planer der "Mobilen Einsatztruppe Stadt und Stil" (kurz m.e.s.s.) im Sommer daran gemacht, aus dem Ideenpool erste Nutzungsvarianten für Duhamel zu erarbeiten. Ergänzend hierzu hat m.e.s.s. umfangreiche Bestandsanalysen durchgeführt und in Gesprächen mit Experten (beispielsweise für Altlasten) herausgefunden, wo welche Nutzungsbausteine auf Duhamel untergebracht werden können.
In einem ersten Aufschlag wurden so fünf Varianten entwickelt, die sich in den Themenfeldern Freizeit, Innovation&Forschung, Gewerbe, Kreativität, Natur sowie Wohnen bewegten.
Um die ersten Varianten auf ihre Machbarkeit und Tragfähigkeit zu prüfen, trafen die Planer am 03. September 2012 im Rahmen eines Expertenworkshops einen Tag lang in der Weißkaue mit unterschiedlichen Fachleuten zusammen. Im Ergebnis wurden die Varianten auf zwei Entwürfe reduziert, die dann im Rahmen eines Bürgerforums am 19.10.2012 der Öffentlichkeit vorgestellt und mit ihr diskutiert wurden. Jetzt geht die Diskussion online weiter.

Ein Puzzle mit noch vielen Möglichkeiten!

Die zwei Varianten zeichnen zwei in sich stimmige mögliche "Bilder" der Zukunft des Standortes Duhamel. Sie zeigen räumliche Ideen, Erschließungssysteme und konkrete Maßnahmen, sind in einigen Bereichen aber auch noch sehr flexibel.
In diesem Stadium der Planung ist innerhalb der Baufelder sowie in den angrenzenden Freiräumen noch vieles offen – hier können Ihre Ideen Eingang finden und verwirklicht werden. Auf Grund der räumlichen Gegebenheiten ist es auch möglich, Ansätze der beiden Varianten zu kombinieren. Denn Tagesanlage, Bergehalde, Absinkweiher und auch die Umgebung stellen jeweils eigenständige Teilbereiche des Plangebiets mit jeweils ganz eigenen Charakteristika dar. So ist es beispielsweise denkbar, dass das Bebauungskonzept für die Tagesanlage aus Variante 1 (Quartier mit Grünachse) mit dem Entwurf der Bergehalde aus Variante 2 (bewaldet mit schwarzer Kuppe) kombiniert wird.
Wichtig ist: Am Schluss des Duhamel Beteiligungs-Prozesses wird ein Masterplan stehen, also EINE zusammenhängende Gesamtidee für den Standort. Ein Masterplan, der präzise genug ist, um ein klares Bild der Zukunft zeichnen zu können und der für die Zukunft des Standortes Duhamel begeistern kann! Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, aus den Bausteinen für Duhamel ein überzeugendes Gebäude zu bauen!

Variante 1: Quartier Duhamel

Das Quartier Duhamel bietet als neuer Stadtteil von Ensdorf einer bunten Mischung von Nutzern Raum. Im Bereich der Tagesanlage reihen sich mehrere abschnittsweise zu realisierende Baufelder entlang einer großzügigen grünen Achse auf. Generell können die Baufelder für unterschiedliche Nutzungen entwickelt werden.
Die größte Bedeutung kommt dabei dem am weitesten südwestlich gelegenen Baufeld zu, in dem sich auch ein größerer Platz sowie die denkmalgeschützten Gebäude der Tagesanlage befinden. Die grüne Achse ist sowohl Naherholungsfläche als auch zentrales Erschließungselement. Der Hauptzugang aufs Gelände liegt dabei an der Provinzialstraße etwa auf Höhe der heutigen Güterbahnbrücke und orientiert sich damit klar in Richtung Ensdorf. Nebenzufahrten bestehen vom ehemaligen Nordtor und vom Ostring aus. Im Rahmen der Entwicklung besteht zudem die Chance, den Ortsrand von Ensdorf zur Bergwerksanlage hin mittels baulicher Ergänzungen neu zu ordnen und eine attraktive »Schauseite« zur Halde hin auszubilden. Die Spitze der Halde wird landschaftsplanerisch gestaltet und z.B. so bepflanzt, dass sie einmal im Jahr blüht. Die Flanken der Halde sind bewaldet und dienen der Naherholung. Ausnahme bildet die östliche Flanke. Diese wird von Bewuchs freigehalten und kann von interessierten Investoren oder Vereinen für Trendsportarten wie z.B. Mountainbiken hergerichtet und genutzt werden. Der Absinkweiher wird zum wertvollen und erlebbaren Biotop.

Variante 2: InnovationsRaum Duhamel

Der InnovationsRaum Duhamel steht unter dem Leitthema Energie. Geeignete Flächen werden zur zeitgemäßen Energiegewinnung und auch Speicherung genutzt, der Standort kann sich im besten Fall autark versorgen. Die Fläche der Tagesanlage wird zum Campus. Rund um eine großzügige zentrale Grünfläche sind flexibel zu nutzende Baufelder angeordnet. In diese Struktur ist auch die prägende historische Bausubstanz integriert. Mittels einer Verlängerung des Campus nach Süden wird eine attraktive Verbindung nach Ensdorf geschaffen.
Entsprechend dem Leitthema Energie sollen sich hier vor allem entsprechende Forschungseinrichtungen und innovative Betriebe ansiedeln. Auf dem Campus ist aber auch Raum für andere Nutzungen wie Gewerbebetriebe (die von der am Ort erzeugten Energie profitieren können) und auch kulturelle Einrichtungen. Der Campus kann vom ehemaligen Nordtor und vom Ostring aus angefahren werden, der Hauptzugang zur Fläche befindet sich allerdings – wie bisher – am alten Direktionsgebäude an der Provinzialstraße. Während der Sockel der Halde bewaldet ist und in Teilen auch als Fläche zur Gewinnung von Solarenergie genutzt werden kann, bleibt die Kuppe schwarz und frei von Bewuchs. Der ehemalige Absinkweiher dient als große, ebene und schwer einsehbare Fläche der Gewinnung von Solarenergie.

 

Verbindende Entwurfselemente

Einige wichtige Entwurfselemente sind in beiden Varianten gleichermaßen zu finden:

  • Der "Loop", ein gut ausgebauter Rundweg am Fuße der Halde, dient (gleich einem riesigen Kreisverkehr) der Verknüpfung aller auf die Halde zulaufenden Fuß- und Radwegeverbindungen.
  • Auf das Haldenplateau führen vom Fuß der Halde aus zwei Hauptwege mit moderater Steigung nach oben. Jeder dieser Wege soll thematisch bespielt werden, z.B. als Geschichtsweg mit Infotafeln in regelmäßigen Abständen.
  • Ergänzt werden diese beiden Wege durch einen direkten Aufstieg, der dem Lauf des inzwischen abgebauten "Pipe Conveyors" (dem Förderband auf die Halde) folgt. Hierbei kann es sich um eine Treppenanlage handeln, die Trasse bietet sich aber auch für die Installation z.B. eines Aufzuges oder anderer "Aufstiegshilfen" an.
  • In beiden Varianten sind auf der Halde zudem Baufelder vorgesehen, auf denen Servicegebäude (WC, Kiosk, Gastronomie...) errichtet werden dürfen. Diese Baufelder befinden sich jeweils an der Süd bzw. Süd-West-Flanke der Halde, sozusagen noch "eine Etage unterhalb" des Plateaus, um nicht mit dem Saarpolygon in Konkurrenz zu treten.
  • Der Drachenfliegerszene, die sich auf der Halde bereits etabliert hat, wird weiterhin Raum für ihre Sportart zur Verfügung gestellt.
  • Eine Brücke über die Saar kann dem Standort mit einem Schlag zu einer völlig neuen Qualität verhelfen. Diese neue Verbindung für Fußgänger und Radfahrer rückt zum einen die Innenstadt von Saarlouis in fußläufige Erreichbarkeit (ca. 2km), zum anderen ermöglicht sie auch eine Anbindung an den Saarland-Radweg und eventuell sogar an die Saarschifffahrt.